Hafenmeister Jakob Holz kann mit seinem Boot noch rausfahren

WDR 02:25 Min. Verfügbar bis 28.07.2028

Niedriger Rheinpegel bei Bonn Freizeitboote stecken in den Häfen fest

Stand:

Der niedrige Rheinpegel legt viele Freizeithäfen lahm. Manche Boote liegen schon trocken, andere können nur noch gerade so fahren.

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Maike Krebber

Auf dem Boot von Jakob Holz piepst ein Messgerät. Er ist Hafenmeister bei einem Yacht-Club im Mondorfer Hafen und misst gerade die Wassertiefe. An der flachsten Stelle der Ausfahrt ist der Rhein nur etwa 1,10 Meter tief. Sein Boot ist aber klein genug und kommt noch knapp aus dem Hafen raus.

"Größere Boote mit viel Tiefgang können hier inzwischen aber nicht mehr durch die Ein- und Ausfahrt fahren", erklärt Holz.

Erste Boote liegen schon ganz auf dem Trockenen

Ein Anlegeplatz am Rhein mit einem Schiff

Ein Restaurant-Schiff im Yachthafen Oberwinter liegt teilweise auf dem Trockenen

An anderen Häfen entlang des Rheins ist die Lage aber noch schlechter für Bootsbesitzer. Aus dem Yachthafen Oberwinter nahe Remagen können gar keine Boote mehr rein und raus. In Bornheim-Hersel liegen die ersten Boote sogar schon auf dem Trockenen. Hier fahren inzwischen nur noch Schlauchboote.

Auch Wassersport eingeschränkt

Ein Mann vor einem Anlegeplatz für Boote

Bootsbesitzer Guido Bürvenich kann gar nicht mehr rausfahren

Auch in Bad Honnef ist die Lage angespannt. Am Wassersportverein Honnef dürfen nur noch Ruderboote fahren. Für die Motorboote ist die Ausfahrt zu flach. "Hier kommt keiner mehr raus oder rein", erklärt Vereinsmitglied Guido Bürvenich. "Das Wasser ist an der flachsten Stelle nur 40 Zentimeter tief." Immerhin: Im Hafen befindet sich noch genug Wasser unter den Booten.

Bad Honnef: Verein baggert Teile des Hafenbeckens aus

Das niedrige Flussbett des Rheins in Bad Honnef

Der Wassersportverein Honnef lässt Teile seines Hafenbeckens ausbaggern

Das haben die Boote hier einer teuren Lösung zu verdanken: Nachdem bei einem niedrigen Pegelstand 2018 einige Boote aufgesessen sind, hat der Wassersportverein in den letzten Jahren zweimal Teile das Hafenbeckens ausgebaggert. Mehrere 10.000 Euro hat das gekostet - doch es hat sich gelohnt. So können die Boote nicht durchs Auflaufen auf den Grund beschädigt werden.

Hoffen auf Regen

Die Bootsbesitzer versuchen das Beste aus der Situation zu machen. Viele genießen das Sommer-Wetter zumindest im Hafen.

"Was will man machen, man kann’s nicht ändern. Wir warten alle auf Regen und bis dahin kann man hier auch ne schöne Zeit an Bord verbringen", sagt Guido Bürvenich. Da aktuell aber kaum Regen angesagt ist, rechnen die Besitzer nicht damit, dass der Pegel in den nächsten zwei Wochen deutlich steigt.

Unsere Quellen:

  • Beobachtungen der WDR-Reporterin vor Ort
  • WDR-Gespräch mit Jakob Holz
  • WDR-Gespräch mit Guido Bürvenich

Sendung: Lokalzeit aus Bonn, 28.07.2026, 19:30 Uhr

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