Begleitung der DLRG Remscheid an der Wuppertalsperre
WDR. 03:26 Min.. Verfügbar bis 28.07.2028.
Ein Sprung in die Wuppertalsperre, ein paar Züge, die Sonne im Gesicht - und plötzlich geht nichts mehr. Der Kreislauf sackt ab. Das Bein krampft. Panik kommt hoch.
Die DLRG ist regelmäßig mit dem Boot auf der Wuppertalsperre unterwegs
Genau dieses Szenario kennt Sebastian Behrendt nur zu gut. Seit zehn Jahren ist er schon bei der DLRG, heute leitet er den Bereich "Einsatz" in Remscheid. Immer wieder erlebt er, dass Menschen ihre Kräfte und Fähigkeiten im Wasser überschätzen.
Schwimmfähigkeiten nicht einziges Kriterium
Anders als viele vermuten, spielt aber nicht nur eine Rolle, wie gut man schwimmen kann. Vor allem die Größe der Talsperre oder die Entfernung zum Ufer wird gerne unterschätzt. Auch die unterschiedlichen Wassertemperaturen können zum Problem werden.
Während sich das Wasser im Uferbereich an warmen Sommertagen schnell aufheizt, ist es in der Mitte der Talsperre oft deutlich kühler. Der plötzliche Temperaturunterschied kann den Kreislauf belasten und Krämpfe auslösen.
"Ertrinken ist nicht so, wie man es aus dem Fernsehen oder aus Hollywood kennt - sehr spektakulär. In Wahrheit ist das Ertrinken sehr leise, unspektakulär und unauffällig." Sebastian Behrendt, DLRG Bezirk Remscheid
Tödlicher Badeunfall vor zwei Wochen bei Hückeswagen
Wie schnell ein Ausflug an die Wuppertalsperre tragisch enden kann, zeigte sich vor knapp zwei Wochen. Ein 20-jähriger Mann geht in der Wuppertalsperre unter. Auch Sebastian Behrendt von der DLRG Remscheid wird alarmiert und fährt raus. Zu dem Zeitpunkt ist der junge Mann aber schon lange unter Wasser.
Nach stundenlanger Suche finden Taucher die Leiche des jungen Mannes. Die Kreispolizei Oberbergischer Kreis spricht von einem tragischen Badeunfall ohne Fremdverschuldung. Eine Obduktion hat es nicht gegeben, die Ursache für den Unfall ist nicht abschließend geklärt.
"So ein Einsatz kommt hier unten Gott sei Dank sehr selten vor. Deswegen war es jetzt für mich persönlich der Erste in diesem Ausmaß", erklärt Behrendt.
Selbstrettung im Wasser: Tipps von der DLRG
Wer merkt, dass die Kräfte nachlassen oder ein Krampf droht, sollte nicht versuchen, mit letzter Kraft weiterzuschwimmen, rät Behrendt. Stattdessen empfiehlt die DLRG Remscheid:
- Ruhe bewahren und Panik vermeiden.
- Laut und deutlich auf sich aufmerksam machen.
- Ruhig auf dem Rücken ins Wasser legen.
- Die Arme und Beine locker austrecken.
- Leicht kreisende Bewegungen mit den Armen machen, um an der Wasseroberfläche zu treiben.
- Kraft sammeln, treiben lassen und durchatmen.
- Langsam zurück zum Ufer schwimmen und immer wieder Ruhephasen auf dem Rücken einlegen.
Unsere Quellen:
- Interview der WDR-Reporterin mit Sebastian Behrendt und Angela Eifer
- Eindrücke der WDR-Reporterin an der Wuppertalsperre
- Pressestelle der Kreispolizeibehörde Oberbergischer Kreis
Sendung: WDR.de, Selbstrettung auf dem Wasser, 29.07.2026, 5:05 Uhr