Film "Staatsschutz" : Faraz Shariat bringt Rechtsterrorismus ab heute ins Kino
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Rechtsterrorismus, rassistische Gewalt und ein System, das wegschaut: Der Kölner Regisseur Faraz Shariat erzählt in seinem neuen Politthriller "Staatsschutz" von einer Staatsanwältin, die sich auf die Suche nach einem Terrornetzwerk macht. Heute startet der Film im Kino.
Rassistische Brandanschläge, Rechtsterrorismus und institutionelles Versagen: Mit seinem neuen Film "Staatsschutz" greift Faraz Shariat ein Thema auf, das aktueller kaum sein könnte. Der Kölner Regisseur schlägt damit eine neue Richtung ein: dringlicher, alarmierender als bisher – und klar abgegrenzt von früheren Arbeiten wie "Futur Drei". Im Februar feierte "Staatsschutz" bei der Berlinale Premiere, heute kommt der Politthriller in die Kinos.
Neuer Film orientiert sich an realen Gewalttaten
Im Mittelpunkt von "Staatsschutz" steht die deutsch-koreanische Staatsanwältin Seeyo Kim. Nachdem sie Opfer eines rassistischen Brandanschlags geworden ist, stößt sie bei ihren Recherchen auf ein mögliches rechtsterroristisches Netzwerk. Hinweise darauf werden vom Rechtssystem übersehen, Zusammenhänge ausgeblendet. Seeyo Kim macht sich selbst auf die Suche, nicht immer ganz legal.
Für seinen neuen Film recherchierte Shariat gemeinsam mit seinen Autorinnen intensiv zu den NSU-Morden, Hanau und der juristischen Aufarbeitung rechtsextremer Gewalt.
Gegen den Rechtsruck in der Gesellschaft
Von den realen Fällen inspiriert, hat Shariat es sich zum Ziel gesetzt, ein mündiges Publikum bei allem Anspruch auch zu unterhalten - "aktivistisches Popcorn-Kino" nennt er das. Während sein erster Film "Futur Drei" 2020 noch von der Willkommenskultur in der Merkel-Ära geprägt wurde, spüre man aktuell eher einen konservativen "Vibe-Shift" in der Gesellschaft: "Und das sind natürlich klare Warnsignale davon, dass Regression anklopft und Faschismus vor der Tür steht. Und das sind einfach Dinge, mit denen man sich beschäftigen muss."
Auszeichnung und erste Schritte im Kulturbetrieb
In Köln-Porz geboren, in Bickendorf aufgewachsen: Der iranisch-deutsche Filmemacher Faraz Shariat wird von der Filmkritik aktuell als einer der aufregendsten Filmemacher des queeren, politisch relevanten und jungen deutschen Kinos bezeichnet. Seine ersten Schritte in der Filmbranche und im Kulturbetrieb wagte Shariat ebenfalls in Köln: "Das Schauspiel Köln war ein sehr wichtiger Ort für mich." Rund zwei Jahre lang spielte er bei den "Rheinischen Rebellen" unter der Intendanz von Karin Beier, dann ging es zum Studium nach Hildesheim.
"Aktivistisches Popcorn-Kino" als inhaltliche Leitlinie
Seine Produktionsfirma "Jünglinge", die er gemeinsam mit Paulina Lorenz führt, folgt einer klaren inhaltlichen Programmatik: "Wir wollen einen Perspektivwechsel vorantreiben, wir wollen aber auch ein selbstbestimmtes, selbstbewusstes Erzählen möglich machen, in dem sich Figuren oder Lebensrealitäten nicht erklären müssen, sondern einfach gesetzt werden" - "aktivistisches Popcorn-Kino" eben. Das Ergebnis ist ein deutscher Thriller, der nicht nur unterhalten, sondern auch beunruhigen will. Und genau darin liegt seine Stärke: "Staatsschutz" erinnert daran, dass die Auseinandersetzung mit rechter Gewalt noch lange nicht abgeschlossen ist.
Unsere Quellen:
- WDR-Interview mit Faraz Shariat
Sendung: WDR 3, Westart, 25.08.2026, 12:10 Uhr
