Schwarz-Weiß-Aufnahme von Fotograf Matthias Weikamm unter dem Tuch-Abdeckung einer alten Kamera.

Fotografie in Köln Freddy1851 benutzt Fototechnik aus dem 19. Jahrhundert

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"Freddy 1851" - was nach einem coolen, modernen Künstlernamen klingt, bezieht sich tatsächlich auf das Jahr 1851: Da erfand der britische Fotopionier Frederick Scott Archer das Verfahren der Nassplatten-Kollodium-Fotografie. Matthias Weikamm - Fotograf und Spezialist für historische Fotografie aus Köln hat es zu seinem Künstlernamen gemacht. 

Welttag der Fotografie: Unterwegs mit "Freddy1851"

Westart | WDR 19.08.2026 04:35 Min. Verfügbar bis 19.08.2027 WDR Online

Was genau ist Nassplatten-Kollodium-Fotografie? 

Guckt man sich die Bilder von Weikamm an, fühlt man sich direkt in eine andere Zeit versetzt. Wer heute von "Freddy 1851" fotografiert wird, sieht ziemlich retro aus: nach Wildem Westen, Pirat oder Revoluzzerin. Das Nassplatten-Verfahren erlebt aktuell eine Renaissance, bei der alte Techniken auf neue kreative Impulse treffen: Statt mit hochgiftigem Quecksilber wurde die analoge Fotografietechnik 1851 erstmals mit der Substanz Kollodium getestet und für gut befunden. Dabei werden Glasplatten mit Kollodium begossen und anschließend in ein Silbernitratbad gelegt. 

Komplexes Fotografie-Handwerk 

Die Entwicklung einer Platte darf maximal 10 Minuten dauern, bevor sie trocken ist: "Es ist ein 'Nass-in-Nass-Prozess', sobald die Platte trocken ist, funktioniert das nicht mehr. Deswegen muss ich hier alles vor Ort in dieser Box machen und hab danach auch direkt ein Ergebnis. Also es ist eigentlich eine frühzeitige Sofortbildfotografie", sagt Weikamm über seinen Fotografie-Stil. Dabei solle der Fokus wieder mehr aus das Analoge, aufs Offline-Sein und auf die Achtsamkeit gelegt werden. 

Mit mobiler Dunkelkammer unterwegs 

Matthias Weikamm betreibt ein Atelier für historische Fotografie in einem Kölner Hinterhof. Darüber hinaus ist er als Fotograf viel unterwegs, wirbt auf Fototechnik- und Erfindermessen für sein analoges Handwerk. Immer mit dabei hat er seine selbstgebaute mobile Dunkelkammer: "Rundherum besteht sie aus dunkelrotem Acrylglas und ich habe auf der Rückseite zwei Ärmel als Eingriff in die Box. Dann kann ich dort meine Arbeit machen, und die Leute, die herumstehen, können das beobachten", sagt er. Dabei fotografiert Weikamm beispielsweise Passanten am Kölner Hauptbahnhof und zeigt, wie viel Handwerk hinter dieser Art von analoger Fotografie steckt. Auch das Digitale bleibt dabei nicht ausgeklammert: Man kann einen Scan von der Platte haben, der zwar günstiger, aber auch weniger qualitativ hochwertig ist. 

Quellen:

  • WDR-Interview mit Matthias Weikamm
  • Matthias Weikamm auf Instagram

Sendung: WDR 3, Westart, 19.08.2026, 12 Uhr

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