"Trink aus, trink aus. Sind fast am Ziel, sind bald zuhaus. Trink aus, lass uns gehen... ." Ein Konzert mit Gänsehaut-Garantie, wenn Tote Hosen-Frontmann Campino diese Zeilen am 5. September 2026 am Mindener Weserufer singt. Open Air, die Porta Westfalica im Sonnenuntergang, mit 40.000 anderen Besuchern - eine ganz besondere Atmosphäre.
Vor genau vier Jahren, im September 2022, waren die Hosen das bisher letzte Mal hier - auf ihrer "Alles Liebe"-Tour. Jetzt, bei "Trink aus! Wir müssen gehen.", steht Minden wieder auf der Tour-Liste - neben Großstädten wie Köln, Hamburg, Wien. Und natürlich waren alle Konzerte nach kurzer Zeit ausverkauft.
Tote Hosen: Im schlimmsten Fall muss der Fan draußen bleiben
Wer jetzt noch zum Hosen-Konzert will, hat kaum Chancen, ein Ticket zu kriegen. Genau das nutzen Ticketbetrüger immer wieder aus. Fans zahlen mehrere hundert Euro für dubiose Angebote - und werden im schlimmsten Fall dann doch am Eingang abgewiesen. Den Toten Hosen ist das seit längerem ein Dorn im Auge, sie haben schon häufiger vor Betrug gewarnt.
Gespanntes Warten auf die Düsseldorfer Band.
Bildquelle: WDR/ Cornelia EidmannAuf der Tote Hosen-Shopseite schreibt die Band: "Bitte kauft Eure Karten nicht auf Tausch-Plattformen. Diese Anbieter sind von uns nicht autorisiert. Es kann sich nur um Fälschungen oder ungültige Karten handeln, man also draußen bleiben muss."
Gefälschte Tickets beim Bad Bunny-Konzert
Besonders schlimm traf es Anfang Juli Fans, die zum Bad Bunny-Konzert in Düsseldorf wollten und auf gefälschte Tickets hereinfielen. Der Veranstalter sprach von über 100 Fällen, das seien auffällig viele gewesen. Eine Frau zahlte 700 Euro für drei Tickets, am Eingang war Endstation.
Im Mai hatten die Toten Hosen außerdem einen Offenen Brief der Initaitive "Pro Musik" unterzeichnet, mit dem erreicht werden soll, dass der Ticketzweitmarkt besser reguliert wird. Gewerbliche Wiederverkäufer, die Tickets in Massen aufkauften, um sie zu horreden Preisen weiterzuverkaufen, machten das auf Kosten der Fans.
Ticketzweitmarkt muss strenger geregelt werden
Auch die Verbraucherzentralen fordern klare Regeln für dieses Geschäft. Der Weiterverkauf sei sinnvoll, wenn ein Ticketbesitzer krank wird oder kurzfristig verhindert ist. „Wer ein Ticket auf dem Zweitmarkt erwirbt, muss nachvollziehen können, zu welchem Preis es ursprünglich angeboten wurde, von wem es stammt und ob es tatsächlich gültig ist“, sagt Tatjana Halmvon der Verbraucherzentrale Bayern.
Die Toten Hosen auf Abschiedstour.
Bildquelle: WDR / picture alliance/ dpa / Uwe AnspachEin Blick in bekannte Online-Ticketbörsen zeigt: Auch mit dem Hosen-Konzert in Minden wollen einzelne Anbieter Geld machen. Bis zu 600 Euro werden für ein einziges Ticket gefordert. Im offiziellen Ticketverkauf der Toten Hosen betrug der Preis rund 80 Euro.
Unsere Quellen:
- Tote Hosen-Shopseite
- Verbraucherzentrale Bayern
- Initiative "Pro Musik"
Sendung: WDR 2, WDR 2 für Ostwestfalen und Lippe, 19.08.2026, 06:30 Uhr
