Das Ikonen-Museum Recklinghausen wird 70 Jahre alt. Hier befindet sich eine der bedeutendsten Sammlungen orthodoxer Kunst in Deutschland: Kultbilder, Schnitzwerke und Goldschmiedearbeiten vom 13. Jahrhundert bis heute.
Zum 70. Geburtstag zeigt das Haus eine Jubiläumsschau "Viten, Wunder und Legenden" mit seltenen Ikonen: ein Rausch aus Farben und Geschichten. Rund 40 Ikonen erzählen in farbigen Bildfeldern Lebensgeschichten von Heiligen, von Liebe und Tod, Not und Hoffnung und Themen wie Gewalt gegen Frauen.
Was sind Ikonen?
Ikonen gelten in der Ostkirche als "Fenster zum Himmel". Sie sind Medium zwischen Gläubigen und Heiligen - verehrt, wie wir heute Popstars verehren. In der Ostkirche, zum Beispiel in Russland oder Griechenland sind Ikonen sehr wichtig. Gläubige beten vor ihnen, zünden Kerzen an, berühren oder küssen sie.
"Eine Ikone hat ja das Ziel, etwas auszudrücken oder zu zeigen, was eben mit den menschlichen Sinnen nicht erfahrbar ist." Museumsdirektor Lutz Rickelt
Im Jahr 1956 holte der Maler und Kunsthallenleiter Thomas Grochowiak zwei große Privatsammlungen nach Recklinghausen und fand mit der Turmschule von 1795 ein Zuhause für das Museum. Damals zählt der Bestand 223 russische, griechische und rumänische Ikonen.
Zum Jubiläum
Um die 40 Ikonen hängen in der Jubiläumsschau. Die Bildtafeln wurden zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert gemalt. Und erzählen Geschichten, wie die des Heiligen Georg, eines Superstars des Christentums. Von Abraham aus der Bibel oder von der jungen Fomaïda, die Opfer tödlicher Gewalt wird.
Am 21. Juli 1956 wurde das Museum im Gebäude der ehemaligen Turmschule am Kirchplatz offiziell eröffnet.
Die Ausstellung "Viten, Wunder und Legenden" läuft vom 18. Juli bis zum 08. November 2026.
Unsere Quellen:
- WDR-Gespräch mit Museumsdirektor Lutz Rickelt
- Website des Ikonen-Museums
Sendung: WDR 3, Westart, 20.07.2026, 12:35 Uhr