An die Rente denkt Simons allerdings noch nicht. Als Intendant am Bochumer Schauspielhaus verlängert er noch um eine weitere Spielzeit. Es wird seine letzte sein, bevor er den Staffelstab als Intendant 2027 an Nicolas Stemann weitergibt.
Seine Arbeit als Intendant und Regisseur
Als Regisseur hat der 80-Jährige für den kommenden Sommer allerdings mehr Pläne denn je: "Ich mache den 'Ring' in Antwerpen bei der Flämischen Oper, 14 Stunden Oper. Ich darf mich nicht beklagen, mein Terminkalender ist wirklich gut gefüllt." Hinzu kommen Projekte mit Sandra Hüller und Jens Harzer, zwei seiner Lieblingsschauspieler.
Sandra Hüller in "Hamlet" am Schauspielhaus Bochum
Bildquelle: JU BochumDrei neue Inszenierungen hat Simons für die kommende Spielzeit in Bochum angekündigt: Shakespeare, Brecht und George Tabori. Die Inszenierung von "Der Sturm" von William Shakespeare gilt als das große Highlight seiner finalen Spielzeit in Bochum.
Johan Simons als Mensch
Der Weg zum Theater begann für Johan Simons früh: Mit 14 meldete ihn seine Mutter zu einer Tanzausbildung in Rotterdam an. Dabei war sein Start alles andere als leicht: Als Kind wurde er Zuhause und in der Schule geschlagen, seine Familie war relativ arm. Das führte für ihn zu einer wichtigen Erkenntnis:
"Liebevoll miteinander umgehen ist glaube ich weitaus das Wichtigste, was es gibt im Leben." Johan Simons, Intendant
Diese Maxime sollte ihn später auch in seiner Arbeit als Intendant begleiten. Der Niederländer gilt als offener, zugewandter Künstler, der Diskussionen schätzt und andere Perspektiven zulässt. Er selbst delegiert gerne und muss auch als Intendant nicht immer alles selbst entscheiden.
Deutschland als Theaterland
Simons setzte auch in Bochum auf großes Theater: Mit den "Brüdern Karamasow" gab es 2023 eine insgesamt sechs Stunden lange Vorstellung, zwei Pausen und zwischendrin Essen für das Publikum. Doch nicht alle Inszenierungen entwickeln sich zum Publikumsmagneten. Trotzdem oder gerade deshalb plädiert der Theatermacher dafür, nicht immer nur auf den finanziellen Aspekt zu achten: "Ich meine, es gibt kein Land, wo so viel Geld ins Theater hineingesteckt wird, wie in Deutschland. Es gibt auch das Image von einem intellektuellen Volk".
Johan Simons - Einer der großen Theaterkünstler Europas. Gleichzeitig ein Mensch, der zuhört, den Austausch sucht und Diskussionen nie aus dem Weg geht. Daran wird sich auch mit 80 Jahren nichts ändern.
Unsere Quellen:
- WDR-Reporter Stefan Keim
- WDR-Gespräch mit Intendant Johan Simons
- Internetseite des Schauspielhaus Bochum
Sendung: WDR 3, Mosaik, 01.09.2026, 07:08 Uhr