Eigentlich wollte Ryan Laley auf der Gamescom sein neues Horrorspiel "Mimic" präsentieren. Doch am Freitagmorgen fand der britische Solo-Entwickler seinen Stand teilweise leer vor. Sein Laptop und die Geräte weiterer Aussteller waren über Nacht verschwunden.
In einem emotionalen Video auf der Social-Media-Plattform X berichtet Laley von dem Diebstahl. Für ihn sei die Gamescom damit praktisch vorzeitig beendet. Gerade für einen Solo-Entwickler sei ein Auftritt auf einer solchen Messe teuer und schwer alleine zu stemmen. Der Diebstahl sei "mehr als frustrierend - es ist herzzerreißend".
Mehrere Laptops an einem Stand verschwunden
Nach Laleys Angaben wurden an dem Gemeinschaftsstand mehrere Laptops gestohlen. Die Ladegeräte ließen die Täter demnach zurück. Laley und die anderen Betroffenen meldeten den Diebstahl bei der Messe und der Polizei.
Am selben Stand traf es auch das US-Unternehmen iam8bit. Zwei der gestohlenen Laptops wurden dort genutzt, um die noch nicht veröffentlichten Spiele "Petal Runner" und "Escape Academy 2" zu zeigen. Auf den Rechnern befanden sich unfertige Versionen der beiden Spiele.
Das Unternehmen befürchtet deshalb nicht nur den Verlust der Geräte. Die Spielversionen könnten durch den Diebstahl theoretisch nach außen gelangen. Bislang gibt es allerdings keine Hinweise darauf, dass die Daten tatsächlich veröffentlicht wurden.
Kölner Kriminalpolizei ermittelt
Auch das spanische Tessera Studio berichtet von einem Diebstahl. Als die Entwickler am Mittwochmorgen zu ihrem Stand in Halle 10.2 kamen, sei ein verschlossener Schrank gewaltsam geöffnet gewesen. Zwei Laptops und ein Steam Deck fehlten.
Mittlerweile ist auch die Kölner Polizei involviert. Nach Angaben eines Pressesprechers ermittelt die Kriminalpolizei in mindestens einem Fall, bei dem mehrere Laptops entwendet wurden. Aktuell arbeiten die Ermittler noch die Anzeigen der Gamescom auf, zum Beispiel auch die Anzeigen der Besucher auf der Messe-Wache der Polizei.
Gamescom verweist auf Sicherheitskonzept
Die Aussteller kritisieren die Gamescom, dass die Diebstähle trotz Sicherheitskräften passiert sind. Die Gamescom bezeichnet die Vorfälle als "tragisch" und verweist auf ihr Sicherheitskonzept. Auf dem Messegelände seien Sicherheitskräfte im Einsatz. Eine eigene Bewachung einzelner Messestände könnten Aussteller zusätzlich buchen.
Bei zehntausenden Besuchern am Tag wird es auf der Gamescom ganz schön voll.
Bildquelle: IMAGO/Chris Emil JanßenDie betroffenen Stände hatten nach Angaben der Gamescom keine solche individuelle Standbewachung gebucht. Bei einer Veranstaltung dieser Größe lasse sich trotz Sicherheitsmaßnahmen nicht vollständig verhindern, dass einzelne Menschen die Situation für Diebstähle ausnutzten.
Unsere Quellen:
- Beitrag von Ryan Laley auf X
- Beitrag von iam8bit auf X
- Beitrag von Tessera Studio auf X
- WDR-Telefonat mit einem Pressesprecher der Gamescom
- WDR-Telefonat mit der Pressestelle der Polizei Köln
Sendung: WDR.de, Aussteller beklagen Diebstähle auf Gamescom, 31.08.2026, 14:10 Uhr
