Mit Songs wie Autobahn oder Das Model erreichen Kraftwerk schon in den 70er Jahren Legendenstatus. Der in Krefeld geborene Ralf Hütter bleibt dabei immer geheimnisvoll, gibt nichts Privates preis. Der Künstler will keinen Personenkult um sich, sein Werk soll im Rampenlicht stehen.
Und das Werk hat es in sich: Kraftwerk prägen mit ihren synthetischen Sounds ganze Genres. Sie streichen immer mehr herkömmliche Instrumente aus ihrer Musik und ersetzen sie mit selbst erzeugten, programmierten Klängen. Es entsteht etwas Neues, Zukunftsmusik, die auch heute noch viele Künstlerinnen und Künstler inspiriert.
Wir können nicht so reden. Deshalb machen wir Musik. Ralf Hütter
Abseits der Musik machen Hütter und Kraftwerk vor allem mit dem jahrzehntelang andauernden Prozess gegen den Produzenten und Rapper Moses Pelham Schlagzeilen. Sie streiten um ein zweisekündiges Sample aus Kraftwerk-Song Metall auf Metall, das Pelham 1997 ohne vorherige Genehmigung für Nur mir von Sabrina Setlur genutzt hat.
Kraftwerk wird auch von anderen Künstlerinnen und Künstlern gesampelt, so zum Beispiel von Coldplay in Talk. Coldplay, hatte anders als Pelham allerdings vorher in einem handschriftlichen Brief um die Erlaubnis gebeten.
Der Prozess gegen Pelham wird von der Musikindustrie rege mitverfolgt. Viele wünschen sich Grundsatzurteile, die das Arbeiten mit Samplen klar regeln. Zuletzt hat der Europäische Gerichtshof entschieden, dass Samples als Parodien oder auch als Hommage genutzt werden dürfen.
Musikarbeiter produzieren Zukunftsmusik
Schon berühmt und doch noch jung: Kraftwerk 1981 in Brüssel
Bildquelle: INTERTOPICS/DalleRalf Hütter und Florian Schneider gründen Kraftwerk 1970 in Düsseldorf. Hütter studiert in dieser Zeit noch Architektur, tritt auch für einige Monate aus der Band aus, um sein Studium zu beenden. Zur richtigen Zeit wie sich zeigen wird: Schnell wird die Band bekannt und das weit über die Grenzen von NRW und Deutschland hinaus.
Computeranimation, übergroß: Kraftwerk beim Montreux Jazz Festival 2013
Bildquelle: Sandro Campardo/dpaDas Konzept Kraftwerk erklärt Hütter nie, man kann es aber so beschreiben: Die Zukunft ist jetzt. Musik wird eher programmiert als produziert und die Kraftwerker inszenieren sich roboterähnlich, fast unmenschlich. Hütters Visionen, musikalisch und auch visuell, wirken nicht nur in den 70er Jahren, sondern noch heute futuristisch.
Ihm gelingt mit Kraftwerk ein Gesamtkonzept, in dem Maschinen, Bilder und Musik zu einer Ästhetik werden. Das Zusammenspiel von Mensch und Maschine ist dabei zentral. Die private Person Ralf Hütter ist, wie von ihm gewünscht, nicht greifbar. Das muss sie auch nicht sein, denn seine Kunst steht für sich.
Unsere Quellen:
- WDR 5 Musikbonus - Der treibende Kraftwerker
- WDR 2 Lokalzeit Düsseldorf vom 20.08.2026
- dpa
Sendung: WDR 5, Westart, 20.08.2026, 14:03 Uhr