Zuletzt hat die Stadt Bonn eine Haushaltssperre verhängt. Es fehlen 167 Millionen Euro. Nur eines von vielen Beispielen, die klarmachen: Die Kommunen in NRW müssen sparen. Mit diesem Sparzwang stehen auch Prestigeprojekte auf der Kippe. Wie geht es weiter mit den Neubau- oder Sanierungsplänen rund um Oper und Schauspiel in Bonn?
Während einer Haushaltssperre werden neue oder nicht zwingend notwendige Ausgaben gestoppt. Solange noch keine rechtliche Bindung besteht, sind vor allem der Kultur-, Sport- und Freizeitbereich vom Finanzstopp betroffen. Damit müssen auch Planungen und Investitionen in aktuelle Bauvorhaben für Oper und Schauspiel pausieren.
Wuppertal bangt um Pina Bausch Zentrum
Auch das Pina Bausch Zentrum in Wuppertal steht auf dem Prüfstand. "Alle Großprojekte müssen auf den Prüfstand", sagte Gunnar Ohrndorf, der Interims-Kämmerer Wuppertal. Möglich sei eine "abgespeckte Version", die ein saniertes Schauspielhaus beinhaltet, aber auf Elemente der ursprünglichen Planung des Zentrums verzichtet.
Schließlich soll das Zentrum insgesamt rund 160 Millionen Euro kosten. Bis zu 50 Millionen Euro davon sollen Bund und Land übernehmen. Doch dafür müsste der Rat in Wuppertal den Bau grundsätzlich beschließen. Eigentlich sollte das Ende September passieren. Wegen klammer Kassen ist die Entscheidung über das Pina Bausch Zentrum aber bis auf Weiteres vertragt.
Düsseldorfer Oper vor ungewisser Zukunft
An der Oper in Düsseldorf klappte es zunächst nicht einmal mit dem Start in die neue Spielzeit. Statische Mängel am Bühnenturm haben dafür gesorgt, dass vergangene Woche zahlreiche Vorstellungen abgesagt oder verschoben werden mussten. Betroffen sind zum Beispiel die eine Best of-Vorstellung über die Comedian Harmonists, oder Wagners "Meistersinger von Nürnberg". Die geplante Spielzeiteröffnung musste um zwei Wochen nach hinten verschoben werden.
Im Foyer der Düsseldorfer Oper müssen provisorische Säulen das Dach stützen.
Bildquelle: picture alliance/dpa / Maja HitijDie Stadt Düsseldorf hatte den Neubau der Oper erst vor drei Monaten wegen zu hoher Kosten gestoppt. Der alte Standort an der Heinrich-Heine-Allee soll sollte laut Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) "ertüchtigt" werden. Jetzt, wo die neue Spielzeit wegen baulicher Mängel im Ausnahmezustand beginnt, ist das nötiger denn je. Zur Sicherung der Konstruktion sollen jetzt spezielle Drahtseile und Ersatzträger eingebaut werden.
Beobachter der Kunstszene in NRW sind sich einig: Eine solide Planung für die Zukunft der Spielhäuser sieht anders aus. Wie diese in Zeiten knapper Kassen gelingen soll, wird in den nächsten Ratssitzungen des Jahres die große Frage sein.
Unsere Quellen:
- Stadt Bonn
- Stadt Wuppertal
- Ratssitzung am 07.09.2026
- Stadt Düsseldorf
- Bisherige WDR-Berichterstattung
- Deutsche Oper am Rhein
Sendung: WDR5, Westart, 08.09.2026, 14:00 Uhr