Kulturort Odonien feiert Jubiläum
Bildquelle: WDR / Niklas Bohlen1 Min. 51 Sek.. Verfügbar bis 07.05.2028. WDR.
Wer zum ersten Mal durch das Tor des Odonien läuft, könnte meinen, er sei auf einem Schrottplatz gelandet. Überall rostiges Metall, alte Maschinen, zerlegte Autos und riesige Stahlkonstruktionen. "Schrottplatz? Das ist hier kein Schrottplatz. Das höre ich nicht gerne", sagt Künstler Odo Rumpf. Das Odonien ist sein Atelier.
Kunstskulptur "Mutantrion"
Bildquelle: WDR / Niklas BohlenDer 65-Jährige baut große und kleine Skulpturen aus dem, was andere für Schrott halten. Grenzen gibt es dabei kaum: Er presst ganze Autos zusammen, stapelt altes Flugzeugteile meterhoch aufeinander und macht aus einem Schiff eine Art Baumhaus. Viele seiner Figuren bewegen sich, leuchten oder spucken sogar Feuer. "Ich möchte vermeintlich funktionslosen Dingen eine zweite Chance geben", sagt er.
Entstehung des Kölner Clubs Odonien
Dabei wollte er ursprünglich eigentlich etwas ganz anderes machen.
"Ich habe Maschinenbau studiert. Eigentlich wollte ich Maschinenbauer werden. Bisher hatte ich aber keine Zeit, darin zu arbeiten." Odo Rumpf, Künstler
Künstler Odo Rumpf baut Skulpturen aus dem, was andere für Schrott halten.
Bildquelle: WDR / Niklas BohlenNach seinem Studium widmet sich Rumpf ganz der Kunst. 2005 sucht er dringend nach einem neuen Atelier. Unerwartet kommt die Deutsche Bahn auf ihn zu: Für ein ehemaliges Baustellengelände wird ein neuer Mieter gesucht. "Das war für mich ein echtes Fundstück. Da war klar: da muss ich hin, egal wie. Eigentlich wollte ich ja nur ein neues Atelier", erinnert sich der Künstler.
Aus Atelier wird ein Kulturort
Daraus wird in den kommenden Jahren schnell mehr. Sein Freiluftatelier ist mittlerweile ein beliebter Treffpunkt der freien Kunstszene. Auf dem Gelände finden Open-Air-Kinos, Theateraufführungen, Kettcar-Rennen, Kunstaustellungen und Roboterfestivals statt. 2009 eröffnet auch ein eigener Techno-Club, der heute international bekannt ist und Besucherinnen und Besucher aus ganz Europa anzieht.
Zukunftspläne für Odonien
"Odonien entwickelt sich immer weiter", sagt Rumpf. Ideen hat er genug. Zum 20-jährigen Bestehen blickt er deshalb ganz bewusst nach vorn. "Ich mache solange weiter, wie es irgendwie geht, und wünsche mir, dass dieser Ort offen bleibt für Neues", sagt Rumpf. Ein Wunsch, der gut zu einem Gelände passt, das seit zwei Jahrzehnten vom Unfertigen lebt.
Am Samstag leitet das Odonien seine Open-Air-Saison mit dem "Tag des offenen Tors" ein - gefolgt von einer Jubiläumsparty am Abend.
Unsere Quellen:
- Gespräch mit Odo Rumpf, Künstler und Gründer von Odonien
Sendung: WDR.de, Techno-Club und Kultort: 20 Jahre Odonien in Köln, 08.05.2026, 10:02 Uhr
