Die Skulptur "Sketch for a Fountain" in der Totalaufnahme

Skulptur Projekte Münster 2027 Wo werden die neuen Kunstwerke stehen?

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Die Skulptur Projekte Münster finden nächsten Sommer zum sechsten Mal statt. Die ersten Künstler wurden heute bekannt gegeben.

Von Marco Poltronieri

Was haben Oscar Murillo, preisgekrönter Künstler aus Kolumbien, und Selma Selman, aufstrebende junge Künstlerin aus Bosnien gemeinsam? Beide sind zur nächsten Ausgabe der Skulptur Projekte eingeladen - genau wie Hew Locke, Roza El-Hassan und Iza Tarasewicz.

Alle fünf zählen zu den Schwergewichten der zeitgenössischen internationalen Kunstszene oder werden als heißer Tipp der Branche gehandelt. So viel steht also schon mal fest: die Skulptur Projekte 2027 klotzen gleich mal, kleckern können andere.

Acht Personen präsentieren zufrieden zwei Skulptur Projekte Plakate.

Verantwortliche des LWL, der Stadt und das Kollektiv "What, How and for Whom/WHW" gaben heute erste Infos zu den Skulptur Projekten 2027

Bildquelle: WDR/ Marco Poltronieri

Verantwortliche können es kaum erwarten

Lange hielten die Stadt, der Landschaftsverband Westfalen-Lippe und das verantwortliche Künstlerinnen-Kollektiv Details zur Mega-Schau zurück. Jetzt gab es die ersten Eckpfeiler des Kunst-Events bekannt. Rund 30 künstlerische Positionen, eventuell auch noch ein paar mehr, sollen im Stadtgebiet zu sehen sein. Erwartet werden rund 650.000 Besucher vom 13. Juni bis zum 3. Oktober.

"In der ganzen Region ist die Vorfreude groß, das merken wir schon überall", fasst LWL-Direktor Georg Lunemann die Stimmung zusammen.

Kunst für alle in Münster: Premiere vor fast 50 Jahren

Alle zehn Jahre holt die Ausstellung Kunst in den öffentlichen Raum. Seit der ersten Ausgabe 1977 sind viele der Skulpturen immer wieder fester Bestandteil Münsters geworden und prägen bis heute das Stadtbild nachhaltig.

Einige Exponate wurden von der Stadt übernommen oder - wie der Eisenman-Brunnen - von einer privaten Initiative angekauft. Zur Freude der weltweiten Kunstszene, aber auch der Stadtbewohner.

Vergangene Skulptur Projekte sind bis heute sichtbar

Von Giant Pool Balls bis sanctuarium: Wir stellen euch ein paar der prägendsten Skulpturen aus Münster Stadtbild vor.

Die Skulptur "Giant Pool Balls" am Aasee

Die "Aaseekugeln" sind wohl das bekannteste Kunstwerk der Skulptur Projekte. Zum Ärger der Stadt Münster dienen sie Sprayern oft als Leinwand.
Claes Oldenburg, "Giant Pool Balls", 1977.

Die Skulptur "Sketch for a Fountain" in der Totalaufnahme

Diese fünf Figuren räkeln sich seit 2017 an der Promenade im Kreuzviertel um einen Brunnen herum.
Nicole Eisenman, "Sketch for a Fountain", 2017.

Zwei Bronzeskulpturen des Künstlers Carl Hans Bernewitz auf zwei weißen Sockeln.

Der Knecht wurde gemeinsam mit der Markt 1922 als Torwächter zur Stadt aufgestellt. Nachdem sie einige Jahre unauffällig vor dem Stadthaus II verbrachten, holte der Künstler sie 1987 zurück auf den Ludgeriplatz.
Rémy Zaugg, "Versetzung des Denkmals Knecht mit Pferd und Magd mit Stier", 1987.

Eine 3,4 m hohe Betonplastik des Münsteraners Paul Wulf.

Der mit Zeitungen und Dokumenten beklebte Paul Wulf, der von den Nazis zwangssterilisiert wurde, erinnert an seinen lebenslangen Widerstand gegen den Faschismus.
Silke Wagner, "Münsters GESCHICHTE VON UNTEN", 2007.

Ein 3 Meter hoher Mauerring aus Backstein mit Sandsteinelementen und einem Durchmesser von 14 Metern.

Die drei Meter hohe Wand dieser Skulptur sperrt den Menschen aus und lässt die Natur ohne äußere Einflüsse selbst weiter wachsen.
Herman de Vries, "sanctuarium", 1997.

Eine Bushaltestelle aus Ziegel, Stahl und Holz

Diese Bushaltestelle sollte nicht nur funktionalen Warteraum schaffen, sondern sich in Münsters Backstein-Architektur einfügen.
Per Kirkeby, "Bushaltestelle", 1997.

Die "Aaseekugeln" sind wohl das bekannteste Kunstwerk der Skulptur Projekte. Zum Ärger der Stadt Münster dienen sie Sprayern oft als Leinwand.
Claes Oldenburg, "Giant Pool Balls", 1977.

Diese fünf Figuren räkeln sich seit 2017 an der Promenade im Kreuzviertel um einen Brunnen herum.
Nicole Eisenman, "Sketch for a Fountain", 2017.

Der Knecht wurde gemeinsam mit der Markt 1922 als Torwächter zur Stadt aufgestellt. Nachdem sie einige Jahre unauffällig vor dem Stadthaus II verbrachten, holte der Künstler sie 1987 zurück auf den Ludgeriplatz.
Rémy Zaugg, "Versetzung des Denkmals Knecht mit Pferd und Magd mit Stier", 1987.

Der mit Zeitungen und Dokumenten beklebte Paul Wulf, der von den Nazis zwangssterilisiert wurde, erinnert an seinen lebenslangen Widerstand gegen den Faschismus.
Silke Wagner, "Münsters GESCHICHTE VON UNTEN", 2007.

Die drei Meter hohe Wand dieser Skulptur sperrt den Menschen aus und lässt die Natur ohne äußere Einflüsse selbst weiter wachsen.
Herman de Vries, "sanctuarium", 1997.

Diese Bushaltestelle sollte nicht nur funktionalen Warteraum schaffen, sondern sich in Münsters Backstein-Architektur einfügen.
Per Kirkeby, "Bushaltestelle", 1997.

Skulptur Projekte erstmals nur von Frauen kuratiert

Verantwortlich für die teilnehmenden Künstler ist das Kollektiv "What, How and for Whom/WHW" aus Zagreb, bestehend aus Ivet Ćurlin, Nataša Ilić und Sabina Sabolović. Damit wird die Kunst in Münsters öffentlichem Raum 2027 zum ersten Mal ausschließlich von Frauen kuratiert.

Ivet Ćurlin, Nataša Ilić und Sabina Sabina Sabolović stehen nebeneinander

Das Kollektiv "What, How and for Whom/WHW" besteht aus Ivet Ćurlin, Nataša Ilić und Sabina Sabina Sabolović

Bildquelle: WDR/Marco Poltronieri

"Münster ist ja nicht nur eine, sondern viele Städte", schildert Sabina Sabolovic ihre Eindrücke. Gemeint sind unterschiedliche Bevölkerungsgruppen, Geschichtsorte und soziale Strukturen, Trennendes wie Verbindendes. Genau das herauszuarbeiten, ist nun Aufgabe der Künstler.

Münster als Kunstprojekt

Künstlerin Roza El-Hassan nimmt den Münsteraner Stadtteil Berg Fidel ins Visier und will dort mit den Bewohnern arbeiten. Iza Tarasewicz widmet sich dem Münster-Kinderhaus. Wie die Arbeiten genau aussehen werden, steht noch nicht fest.

"Die Weltkunst kommt nach Münster und reagiert auf den spezifischen Ort. Tritt in den Dialog. Das war und ist schon immer das Besondere der Skulptur Projekte gewesen", bilanziert LWL- Kulturdezernentin Barbara Rüschoff-Parzinger.

Barbara Rüschoff-Parzinger, Kulturdezernentin des LWL

WDR 30.06.2026 00:54 Min. Verfügbar bis 29.06.2028

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Zeiten haben sich geändert

Früher richtete sich der Blick der Skulptur Projekte vor allem nach Westen, Richtung Amerika, zu den großen Namen der Kunstszene. Jetzt rückt eher Osteuropa in den Fokus. Dass die Schau 2027 weiblicher und diverser wird, zeigt vor allem eins: Sie ist auf der Höhe der Zeit.

Skulptur Projekte Münster 2027 - Wo werden die neuen Kunstwerke stehen?

WDR 30.06.2026 00:25 Min. Verfügbar bis 29.06.2028

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Unsere Quellen:

  • Pressegespräch Skulptur Projekte Münster
  • Landschaftsverband Westfalen-Lippe
  • Skulptur Projekte Archiv des LWL-Museum für Kunst und Kultur

Sendung: WDR.de, Skulptur Projekte Münster 2027 - Wo werden die neuen Kunstwerke stehen?, 30.06.2026, 5:06 Uhr
Sendung: WDR 2 Münsterland, Lokalzeit, 30.06.2026, 14.31 Uhr
Sendung: WDR 2 Münsterland, Lokalzeit, 30.06.2026, 16.31 Uhr

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