Bahn der Linie 9 an der Haltestelle Deutzer Freiheit, an die Wänden des Bahnschachts sind Graffitis gesprüht.

Graffiti & Co KVB -Ausstellung zu Vandalismus

Mehr als eine Million Euro geben die Kölner Verkehrsbetriebe jedes Jahr aus: für Graffiti und andere "Kunstwerke" an Bahnen und Haltestellen - oder, genauer gesagt, für die Beseitigung dieser unerwünschten Werke.

Eine Kunstausstellung der besonderen Art soll mehr öffentliches Bewusstsein für diese vermeidbaren Schäden wecken. Die Idee: Beschädigungen werden als Kunstobjekte präsentiert. Das Werk "Transitorische Farbwelten" zeigt zum Beispiel eine KVB-Bahn, auf der jemand großflächig bunte Sprühflächen verteilt hat. "Konfetti der Zerstörung" heißt ein großes Glas voller Bruchstücke eines zertrümmerten Haltestellen-Häuschens aus Sicherheitsglas. Und mit "Fraktur des Provisoriums" hat das kreative PR-Team der KVB ein Haltestellenschild benannt, das mutwillig auseinandergenommen wurde.

PR-Kampagne "Seid lieb zueinander"

Die Ausstellung ist der Auftakt zur nächsten Phase der Kampagne "Seid lieb zueinander", mit der die KVB ihre Kundinnen und Kunden dazu bringen will, mehr aufeinander zu achten. Der Ton soll nicht belehrend, sondern humorvoll sein - und so vor allem auch jüngere Generationen ansprechen: mit Plakaten in Bahnen und an den Haltestellen und Infoscreens in U-Bahn-Stationen. Begonnen hat die Kampagne vor rund zweieinhalb Jahren. Dabei ging es schon um lautes Telefonieren in der Bahn und um störendes Essen und Trinken. Unterstützung holt sich die KVB von beliebten Kölner Musikern. Cat Ballou war mit dabei und jetzt Mo-Torres.

"Exponate, die durch Sprühlack, Aufkleber, Steinwürfe, Gewalt und Gleichgültigkeit entstanden sind." Begleittext zur KVB-Ausstellung "Die "Kunst" des Schadens"

Die Schäden, die Jahr für Jahr an Bahnen und KVB-Eigentum angerichtet werden, verschlingen viel Geld. Dass mutwillig zerstörte Sitzbänke, Fenster und Haltestellenschilder teuer sind, ist wahrscheinlich allen klar. Aber auch die Beseitigung von großflächigen Graffiti ist aufwendig: Meist müssen dafür Spezialfirmen beauftragt werden. Und wenn die "Kunstwerke" von Bahnen entfernt werden müssen, fallen diese für längere Zeit aus. Dadurch kann es zu mehr Verspätungen kommen. Die Zeche zahlen also alle Fahrgäste.

Zu sehen ist die Ausstellung bis Ende Juli im Foyer der KVB-Hauptverwaltung in Köln Braunsfeld. Danach soll sie durch die Stadt wandern.

Die "Kunst" des Schadens

WDR 3 26.06.2026 08:24 Min. Verfügbar bis 26.06.2027 WDR 3

Download

Unsere Quellen:

  • Pressemitteilung KVB
  • Kollegengespräch WDR 3 Resonanzen

Sendung: WDR3, Resonanzen, Kollegengespräch, 26.06.2026, 18:10 

Weitere Beiträge aus der Kultur

1 / 2