Xiuwei Zhou-Geiger fertigt Geigen in eigener Werkstatt

WDR 03:18 Min. Verfügbar bis 29.05.2028

Geigenbau in Bonn Eine Geige von Frau Geiger

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Xiuwei Zhou-Geiger baut in ihrer Werkstatt in Bonn-Endenich Geigen. Dass sie das Instrument selbst im Namen trägt, ist Zufall.

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Arnd Güttgemanns

Heute ist Xiuwei Zhou-Geiger 74 Jahre alt und hätte als Kind nicht ahnen können, welche weite Welt die Geige ihr öffnen würde: Mit zehn lernt die kleine Xiuwei das Instrument in China. Rund 25 Jahre später eröffnet sie als erste Chinesin eine Meister-Werkstatt für Geigenbau in Europa.

Musikalische Reise von China nach Deutschland

Zhou-Geiger stammt aus einer musikbegeisterten Familie. Mit sechs lernt sie Klavier, mit zehn Geige spielen. Und weil sie immer eine der Besten ist, schafft sie den Sprung auf die Musikhochschule in Shanghai.

Dort ergattert sie ein Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes in Deutschland. Wie aufregend: In Mittenwald wird sie Geigenbau studieren, der bayerischen Stadt mit den angesehensten Geigenbau-Werkstätten weltweit.

Der Nachname kommt, als sie Heinrich begegnet

Die deutsche Kultur kennt die Ende 20-Jährige aus der Musik von Beethoven oder Bach. Doch das Bayerische ist für sie am Anfang ziemlich gewöhnungsbedürftig. Zum Glück lernt sie auf einer Weihnachtsfeier im Studentenwohnheim Heinrich kennen.

Beide jobben: Er kellnert, sie musiziert. Die beiden können sich auf Chinesisch unterhalten, denn er ist Student für Sinologie. Es funkt zwischen ihnen und sie heiraten.

Mir wurde erst auf dem Standesamt bewusst, dass Heinrich "Geiger" mit Nachnamen heißt und ich fortan auch das Instrument im Doppelnamen haben würde. Xiuwei Zhou-Geiger

Ihre Meisterprüfung macht sie in Hamburg und eröffnet 1988 dort als bis dahin erste Chinesin in Europa ihre eigene Meisterwerkstatt. Weil es Heinrich beruflich nach Bonn zieht, eröffnet Zhou-Geiger 1990 zunächst in Beuel und schließlich 1996 in Endenich ihre heutige Werkstatt.

Auch ihre Söhne spielen Klavier und Geige

Eine ältere Frau sitzt mit ihrem Sohn in einer Geigenwerkstatt. Sie sitzen an einem Tisch. Die Frau arbeitet gerade an einer Geige.

Xiuwei Zhou-Geiger mit einem ihrer Söhne

In Bonn erlebt sie auch ihr Familien-Glück. Es werden die beiden Söhne Toni Ming und Jan geboren. Sie erben ihr musikalisches Talent: Toni Ming ist heute ein mehrfach ausgezeichneter Pianist und Jan Geiger studierter Geigenbauer.

Jan Geiger ist 35 Jahre alt, hat auch in Mittenwald gelernt und arbeitet inzwischen mit in der Werkstatt seiner Mutter. Zhou-Geiger ist glücklich, dass er das von ihr aufgebaute Geschäft später übernehmen will.

"Eine Geige wird besser im Klang, wenn man viel darauf spielt!"

Eine ältere Frau sitzt in einem Orchester und spielt die Geige.

Xiuwei Zhou-Geiger baut nicht nur Geigen, sondern spielt auch im akademischen Orchester der Uni Bonn

Geige bauen und Geige spielen gehören für Zhou-Geiger eng zusammen. "Darum sind alte Instrumente so teuer und beliebt", erzählt sie. "Weil ihr Klang erst mit ihrem Alter und ständigem Musizieren unverwechselbar harmonisch wird." Mit 74 will sie immer noch wissen, welchen Klang sich Musiker bei einer Violine wünschen.

Darum musiziert sie außerdem im Akademischen Orchester der Uni Bonn mit ihrer Violine und kann sich so mit aktiven Geigenspielern austauschen. Und: Den Spaß an ihrem Instrument wird sie nie verlieren, erzählt sie. "Dafür ist das Erlebnis selbstgespielter Musik zu wunderbar."

Unsere Quelle:

  • WDR Reporter im Interview mit Xiuwei Zhou-Geiger

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Bonn, 18.05.2026, 19.31 Uhr

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