Beethoven auf dem Zehner : Abstimmung über Motive neuer Euro-Scheine
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Ein Bonner könnte künftig aus Millionen Portemonnaies schauen: Ludwig van Beethoven gehört zu den möglichen Motiven der nächsten Euro-Banknoten. Die Europäische Zentralbank hat zehn Entwürfe vorgestellt - und lässt bis September darüber abstimmen.
Seit fast 30 Jahren prägen Brücken, Tore und Fenster die Euro-Scheine. Künftig könnte es persönlicher werden. Zur Wahl stehen zwei Themenwelten: "Europäische Kultur" mit Persönlichkeiten wie Beethoven, Marie Curie oder Leonardo da Vinci. Die Alternative sind "Flüsse und Vögel", darunter Eisvogel oder Weißstorch, kombiniert mit europäischen Institutionen wie dem EU-Parlament oder dem Europäischen Gerichtshof.
Bis zum 21. September können EU-Bürger auf der Webseite der EZB über die neuen Motive abstimmen.
Beethoven "gar nicht verkehrt"
Sonja Uhlenbrock findet die neuen Entwürfe ausdrucksstark und interessant.
In der Ahlener Innenstadt kommen vor allem die Kulturmotive gut an. Mehrere Befragte finden Persönlichkeiten interessanter als Tiere. Reiner Materna etwa sagt, europäische Künstler und Wissenschaftler würden ihn stärker ansprechen. Auch Sonja Uhlenbrock gefallen die Motive mit bekannten Persönlichkeiten und Orten, weil sie für sie einen gewissen Heimatbezug haben.
Heike Wortmann wünscht sich ein stimmiges Gesamtbild.
Ganz einig sind sich die Menschen aber nicht. Heike Wortmann findet vor allem die kräftigeren Farben gut, das Motiv sei ihr weniger wichtig. Ein Mann würde lieber bei den bisherigen Scheinen bleiben - Beethoven findet er aber "gar nicht verkehrt".
Beethoven-Haus half bei den Entwürfen
In Bonn verfolgt man die Debatte schon länger. Das Beethoven-Haus wusste nach eigenen Angaben bereits seit rund drei Jahren von den Überlegungen. Die EZB hatte die Einrichtung eingebunden, weil sie rechtefreie und historisch verlässliche Vorlagen für Beethoven brauchte. Das Haus stellte dafür verschiedene Darstellungen aus seiner Sammlung zur Verfügung.
Beethoven auf einem der neuen Entwürfe
Dort freut man sich über die mögliche Wahl: Beethovens Musik spiele mit der Europahymne ohnehin schon eine besondere Rolle für Europa. Die EZB gestaltet die Scheine aber nicht nur neu, damit sie moderner aussehen. Neue Sicherheitsmerkmale sollen Fälschungen erschweren und die Echtheitsprüfung erleichtern. Außerdem sollen die Banknoten, haltbarer, nachhaltiger und für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen besser nutzbar produziert werden.
Immer weniger Menschen Zahlen mit Münzen und Scheinen
Dabei verliert Bargeld langsam an Bedeutung: Laut einer aktuellen Bundesbank-Studie wurden 2025 erstmals 55 Prozent der erfassten Einkäufe bargeldlos bezahlt, 45 Prozent bar. Als einzelne Zahlungsart bleibt Bargeld trotzdem die meistgenutzte. 80 Prozent wünschen sich zudem, weiterhin jederzeit bar zahlen zu können.
Welcher Entwurf gewinnt, will der EZB-Rat voraussichtlich Ende des Jahres entscheiden. Bis die neuen Scheine tatsächlich im Umlauf sind, dauert es noch einige Jahre. Vielleicht heißt es dann in NRW irgendwann nicht mehr nur: "Hast du mal zehn Euro?" – sondern: "Hast du mal einen Beethoven?"
Unsere Quellen:
- Gespräche des WDR-Reporters vor Ort
- Interview mit Malte Boecker, Direktor vom Bonner Beethoven-Haus
- Bundesbank-Studie zum Zahlungsverhalten
Sendung: WDR.de, Beethoven bald auf Geldscheinen, 24.07.2026, 17:33 Uhr
