Der 80s-Trend auf Insta
Bildquelle: Instagram @bastianschweinsteigerAktuelle Stunde . 11.09.2026. 8 Min. 24 Sek.. Verfügbar bis 11.09.2028. WDR. Von Kristina Klusen.
Bunte Outfits, Dauerwelle und der Vokuhila erobern gerade die Sozialen Medien. Möglich macht das ein viraler Prompt für KI-Plattformen wie ChatGPT: Man lädt ein Bild hoch, fragt, wie man in den 80er Jahren ausgesehen hätte, und bekommt ein Retro-Foto präsentiert.
Auch Robert Geiss hat ein Zeitreise-Bild mit der KI erstellen lassen.
Bildquelle: Instagram @robertgeiss_1964Viele dieser Fotos werden anschließend auf Instagram oder Facebook geteilt, oft kombiniert mit passender 80er-Jahre-Musik. Auch Promis wie Robert Geiss oder Bastian Schweinsteiger haben ihre 80er-Looks auf Instagram veröffentlicht.
Harmloser Spaß oder gefährlicher Trend?
Die Reaktionen auf den Trend sind gespalten: Während die einen Spaß an den Bildern haben und eigene Posts erstellen, sehen andere die KI-Nutzung kritisch. "Basti wir haben dich lieb, aber bitte nie die AI nutzen", postet so eine Nutzerin unter das 80er-Foto von Schweinsteiger. Der Trend ist beispielhaft für einen Diskurs, der online schon seit längerer Zeit kursiert.
Die Generation der Boomer entdeckt TikTok für sich. Laut Mediennetzwerk Bayern ist in keinem anderen Sozialen Netzwerk der Zuwachs von Nutzenden aus dieser Generation größer. Aus der jüngeren Generation Z kommt immer noch der größte Anteil der Nutzer. Gleichzeitig setzt sie sich zunehmend kritisch mit KI auseinander. Eine aktuelle Umfrage in den USA zeigt: Die 14- bis 29-Jährigen werden bei KI-Technologien zunehmend skeptisch oder empfinden sogar Wut. Nur noch 18 Prozent blicken optimistisch auf die Zukunft mit Künstlicher Intelligenz, im Jahr zuvor waren es noch 27 Prozent.
Eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag des TÜV-Verbands zeigt: 2025 gaben rund zwei Drittel der Befragten an, regelmäßig KI-Anwendungen zu nutzen. Gleichzeitig wächst die Kritik an KI insgesamt: Rechenzentren verbrauchen immer mehr Strom, auch wegen der zunehmenden Nutzung von Künstlicher Intelligenz. Dazu droht die Gefahr von "AI Slop", also einer massenhafte Produktion von KI-erstellten Inhalten, die das Internet überschwemmen.
Unternehmen nutzen Daten
Wirft man einen Blick in die Nutzungsbedingungen von ChatGPT, fällt außerdem auf: Mit der Nutzung von ChatGPT erklärt man sich damit einverstanden, dass die Inhalte genutzt werden können, um die KI weiterzuentwickeln. Darunter fallen auch die privaten Fotos.
"Wir können Ihre Inhalte nutzen, um unsere Dienste bereitzustellen, aufrechtzuerhalten, weiterzuentwickeln und zu verbessern." aus den Nutzungsbedingungen von ChatGPT
Gegentrend: Echte Bilder aus den 80ern
Trendfoto ganz ohne KI: Das Aktuelle Stunde-Moderatorenduo Christine Westermann und Frank Plasberg im Jahr 1987.
Bildquelle: IMAGO/United Archives / ZIK ImagesOb man der KI seine Daten für Trends geben möchte, bleibt am Ende jedem selbst überlassen. Dennoch ist es ratsam, vorsichtig mit privaten Daten im Netz umzugehen. Und es gibt schon Gegenbewegungen: Menschen posten Bilder von ihren Eltern oder sich selbst oder stylen sich im 80er Jahre Look. Viele davon haben die 80er Jahre wohl auch in echt erlebt - und brauchen keinen Prompt, um sich zurück in die Vergangenheit zu versetzen.
Unsere Quellen:
- Nutzungsbedingungen von ChatGPT (Januar 2026)
- TÜV-Verband: KI-Studie 2025: Generative KI wird zum Massenphänomen
- Instagram-Posts von Bastian Schweinsteiger und Robert Geiss
- Gallup-Umfrage "Gen Z's AI Adoption Steady, but Skepticism Climbs"
- Mediennetzwerk Bayern "Short Content meets Social Boomers"
Sendung: WDR Fernsehen, Aktuelle Stunde, 11.09.2026, 18:45 Uhr
