Bepackt mit wenigen Habseligkeiten hängt ein junger Mann im Frankfurter Bahnhofsviertel ab. Er ist aus dem Internat geflohen, in das ihn seine Großeltern gesteckt haben, nachdem seine Mutter sich umgebracht und sein Vater sich als erziehungsunfähig erwiesen hat. Was Oskar Roehlers Romanhelden rettet, ist das Kino, die Literatur und die Hingabe an den körperliche und mentale Exzesse. Roehlers Figur will etwas erleben, was wahrhaftiger als die Wirklichkeit ist.
Eine Rezension von Claudia Cosmo
Literaturangaben: Oskar Roehler: Das weiße Blatt Papier. Ullstein Verlag, 2026. 240 Seiten, 24 Euro.