Rotbachsee Dinslaken droht umzukippen | Aktuelle Stunde

00:27 Min. Verfügbar bis 20.08.2027

Nach Hitze und Trockenheit: So ist die Wasserqualität in NRW-Badeseen

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Blaualgen und Fischsterben: Einigen Seen in NRW geht es nicht gut. In vielen aber kann man unbedenklich schwimmen. Ein Überblick.

Einigen Badeseen in NRW ging es schon mal deutlich besser. Lange Trockenheit und niedrige Wasserstände haben dazu geführt, dass mancherorts die Gewässer kippen. Diverse Gemeinden schlugen Alarm wegen Blaualgen und toter Fische.

Blaualgen an vielen Seen in NRW

So hat die Stadt Haltern das Seebad aktuell gesperrt - dort haben gesundheitsschädliche Blaualgen überhand genommen. Auch vor dem Baden in der nahegelegenen Stever wird gewarnt.

Schild mit Aufschrift Achtung Blaualgen

Warnung vor Blaualgen

"Blaualgen" sind eigentlich Cyanobakterien, die - genau wie Pflanzen - Photosynthese betreiben können und daher grün-blau erscheinen. In nährstoffreichen Gewässern können sie sich ab Wassertemperaturen von 20 Grad stark vermehren und regelrechte Teppiche bilden. Dabei können Giftstoffe entstehen, die für Menschen mit geschwächtem Immunsystem, Kleinkinder und Schwangere gefährlich sind.

An fünf Seen herrscht derzeit laut Landesumweltamt und Kreis Herford sogar ein Badeverbot, meist wegen Blaualgen:

  • Badesee in Borlefzen
  • Bevertalsperre
  • Bruchertalsperre
  • Lingesetalsperre
  • Seebad Haltern

Wasserqualität in NRW: Übersichtskarte mit Gewässerdaten

Alle aktuellen Gewässerdaten hält das Landesamt für Natur, Umwelt und Klima Nordrhein-Westfalen (LANUK) auf dieser Karte bereit. Klickt man den gewünschten See an, gibt es dort unter "Weitere Informationen" die aktuellen Wasserdaten:

Seen und Teiche leiden unter Trockenheit

Im Esmecke-Stausee bei Meschede im Hochsauerlandkreis ist seit Dienstag ebenfalls das Baden verboten - auch für Hunde. Grund sind auch dort Blaualgen, die sich stark vermehrt haben.

Im Dinslakener Rotbachsee treiben derzeit Brassen und Karpfen tot an der Wasseroberfläche. Hohe Wassertemperaturen bis zu 24,5 Grad haben laut Lippeverband den Sauerstoffgehalt auf ein kritisches Level sinken lassen. Die Feuerwehr leitet große Mengen frisches Wasser in den See, um ein weiteres Fischsterben zu stoppen.

Gleiches Bild am Glashütter Weiher in Stolberg bei Aachen: Auch hier muss frisches Wasser in den kleinen See gepumpt werden, nachdem offenbar erstickte Fische an der Wasseroberfläche getrieben hatten.

Im großen Teich des Dortmunder Fredenbaumparks waren nach einigen heißen Wochen schon Mitte Juli rund 150 tote Karpfen und Karauschen entdeckt worden.

Schwimmen in der Ruhr: Wo es möglich ist

Trotz solcher Extremfälle gibt es aber noch jede Menge Seen und Gewässer in NRW, in denen sich weiterhin baden lässt. Auf der oben verlinkten Karte des LANUK finden sich alle Infos zu Wassertemperaturen und -qualität. Auch entlang der Ruhr gibt es viele Badestellen, die Wasserqualität ist laut LANUK derzeit immerhin "ausreichend".

Der Ruhrverband weist auf seiner Homepage drei Stellen mit einer "Badeampel" aus: Hier wird regelmäßig die Wasserqualität überprüft. "Nur bei optimalen Bedingungen schaltet die Badeampel auf Grün und gibt das Baden in der Ruhr frei", heißt es dort.

Das sind die drei offiziellen Badestellen in der Ruhr:

  • Baldeneysee in Essen: kostenpflichtiges Strandbad "Seaside Beach"
  • Bochum-Dahlhausen: 200 Meter Uferbereich, durch Bojen eingegrenzter Badebereich, keine Wasseraufsicht
  • Mülheim an der Ruhr: 45 Meter Uferbereich, während der Ferien und an Feiertagen Wasseraufsicht von 10.00 bis 20.00 Uhr

Außerhalb dieser Stellen ist das Baden in der Ruhr offiziell verboten. Außerdem hat der Ruhrverband Badestellen an der Bigge-, Henne-, Lister-, Möhne- und Sorpetalsperre eingerichtet.

Baden im Rhein wegen Lebensgefahr verboten

Nicht wegen gekippter Gewässer, sondern wegen genereller Lebensgefahr ist seit einigen Tagen das Schwimmen im Rhein an den Ufern einiger NRW-Städte verboten: In Meerbusch, Düsseldorf und Duisburg darf nicht geschwommen werden.

Unsere Quellen:

  • Meldungen zu Gewässerzuständen beim Ruhrverband und bei diversen Kommunen
  • Daten und Karten beim Landesamt für Natur, Umwelt und Klima NRW
  • Bundesamt für Gewässerkunde
  • Meldungen diverser Städte entlang des Rheins
  • Kreis Herford

Über dieses Thema berichten wir am 20. August 2025 auch im WDR Fernsehen: Aktuelle Stunde, 18.45 Uhr.

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