Ein Bus und eine Straßenbahn der Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) stehen an der Haltestelle Neumarkt

Bus- und Bahnfahren in NRW wird 2026 wieder teurer

Stand:

Bus- und Bahnfahren wird in großen Teilen Nordrhein-Westfalens im nächsten Jahr teurer. Verkehrsverbünde planen Tariferhöhungen.

Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS)

Der VRS erhöht die Preise zum 1. Januar 2026 um durchschnittlich 1,9 Prozent - unter anderem wegen höherer Kosten für Personal und Energie. Mitte des Jahres will der VRS zusammen mit dem Aachener Verkehrsverbund (AVV) einen Rheinland-Tarif einführen.

Aus insgesamt 16 Preisstufen sollen erst fünf und ab 2028 nur noch vier werden. Dann soll die Kurzstrecke abgeschafft werden. Für Gelegenheitskunden im Rheinland soll dadurch das Fahren mit Bus und Bahnen einfacher werden.

Bisher müssen sie wegen der Tarifgrenze zwischen den beiden Verkehrsverbünden eine Verlängerung bezahlen. Sie liegt genau genommen zwischen Kerpen und Düren. Pro Bahn befürchtet, dass durch die Tarifreform erneut die Preise steigen.

VRS: Kaum noch Fahrscheine am Automaten

Der VRS kündigte zudem an, den Tarif "eezy.nrw" für Gelegenheitsfahrer stärker bekanntmachen zu wollen, bei dem über eine App der Preis für eine Fahrt per Luftlinie berechnet werde.

Einzelfahrscheine am Automaten machten beim VRS nur noch zehn Prozent der Fahrten aus. Fast acht von zehn Fahrten in dem Verkehrsverbund entfielen auf das Deutschlandticket. Hinzu kämen die Fahrten mit "eezy.nrw". 

Preiserhöhung beim VRS

WDR Studios NRW 06.11.2025 00:21 Min. Verfügbar bis 06.11.2027 WDR Online


Aachener Verkehrsverbund (AVV)

Der Aachener Verkehrsverbund will in der Verbandsversammlung am 26. November über eine Preiserhöhung zum 1. Januar 2026 entscheiden, sagte ein Sprecher. Weitere Angaben machte er nicht. Es dürfte dann um ähnliche Beschlüsse wie beim VRS gehen, da die beiden Verkehrsverbünde eine "neue, einheitliche Tarifwelt" anstreben.

Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR)

Der Verwaltungsrat des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) hatte bereits Ende September eine Preiserhöhung von durchschnittlich 4,9 Prozent zum 1. Januar 2026 beschlossen. Alle Infos gibt's hier:

Verkehrsverbund Westfalentarif

Der Verkehrsverbund, der unter anderem für das Münsterland und Ostwestfalen-Lippe zuständig ist, hat seinen Stichtag für Preiserhöhungen vom 1. August auf den 1. Januar umgestellt, so dass sich auch hier zum Jahreswechsel 2026 Preise ändern könnten.  

Um die Kunden nicht mehr als nötig zu belasten, hätten sich die westfälischen Tarifgesellschaften und Verkehrsunternehmen aber mehrheitlich darauf geeinigt, zum 1. Januar "nur dort Preiserhöhungen im geringen Umfang vorzunehmen, wo sie unverzichtbar sind", sagte eine Sprecherin. Einige Verkehrsunternehmen würden zugunsten der Fahrgäste komplett von der eigentlich erforderlichen Tariferhöhung absehen. 

Teilweise müssen Kunden aber auch mit zwei Tariferhöhungen innerhalb von wenigen Monaten rechnen: Denn im Verkehrsverbund Westfalentarif stiegen die Preise zuletzt zum bisherigen Stichtag 1. August 2025 um 5,29 Prozent. 

Deutschlandticket

Nach Angaben des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen nutzen mehr als 13 Millionen Nahverkehrskunden das Deutschlandticket, davon allein 1,73 Millionen im VRR (Stand April 2025).

Der Preis dafür wird bundesweit zum 1. Januar 2026 von bisher 58 Euro auf 63 Euro pro Monat steigen. Das hatten die Verkehrsminister der Länder im September beschlossen. Erst zu Jahresbeginn 2025 war der Preis für das Deutschlandticket von 49 auf 58 Euro pro Monat gestiegen.

Unsere Quellen:

  • Nachrichtenagentur dpa
  • Pressemitteilung des VRR

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