Eine Person zahlt mit ihrem Handy an einem Kartenlesegerät

Kein "Cash only" mehr Kartenzahlung soll fast überall möglich werden

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Von Sascha Wandhöfer

Wer in Deutschland mit Bargeld bezahlen will, der kann das auch in aller Regel. Anders sieht das mit dem Zahlen per Smartphone oder Karte aus. Das will die Bundesregierung jetzt ändern. Ein Entwurf aus dem Finanzministerium sieht vor, dass Unternehmen verpflichtet werden, digitale Zahlungsmethoden anzubieten.

Bisher gilt: Bargeld muss verpflichtend angenommen werden. Ausnahmen darf es geben, wenn Kunden und Händler das vorher "vereinbaren" - das kann schon durch ein Schild passieren, das darauf hinweist, dass nur Kartenzahlung akzeptiert wird. So passiert das zum Beispiel an Selbstbedienungskassen im Supermarkt.

Bargeld soll bleiben, digitale Bezahlmethoden dazukommen

Neben Bargeld sollen Händler künftig mindestens eine digitale Zahlungsmethode anbieten müssen, zum Beispiel Kredit- oder Girokarte oder Apple Pay. Allerdings soll mindestens ein europäisches Verfahren dabei sein. Nur Google, Apple oder Paypal anzubieten - alles drei amerikanische Unternehmen - würde also nicht erlaubt.

Was nach dem Gesetzentwurf auch nicht mehr möglich wäre: Dass Händler Kartenzahlung erst ab einem bestimmten Betrag anbieten. Auch das einzelne Brötchen soll künftig mit Karte bezahlt werden können. Ausnahmen von der Pflicht soll es aber auch geben, zum Beispiel bei Flohmärkten, für Wohltätigkeitsverbände oder kleine Sportvereine. Bargeld kann dann weiter als einziges Zahlungsmittel angenommen werden.

Nur Barzahlung in Geschäften. Muss es eine Alternative geben?

WDR 11.09.2026 2 Min. 30 Sek. Verfügbar bis 10.09.2028 WDR Online

Klare Mehrheit will Alternative zu Bargeld

Laut einer Studie der Deutschen Bundesbank aus diesem Jahr berichten ein Viertel der Befragten, dass sie im vergangenen Monat mindestens einmal nicht bargeldlos zahlen konnten - obwohl sie das wollten. 73 Prozent befürworten eine Pflicht, neben Bargeld auch mindestens eine digitale Alternative anzubieten. Das würde auch Nina Bartsch aus Bielefeld freuen.

Eine Frau mit Dutt lächelt in die Kamera
“Ich hab oft kein Bargeld mit und wenn ich dann an der Kasse stehe und sie sagen: Wir nehmen nur Bargeld” dann stehe ich da und sage: “Tut mir leid, geht aber nicht”. Schränkt mich manchmal ein bisschen ein, weil ich jemand bin, der gerne mit Karte bezahlt um die Übersicht zu haben, was hat man ausgegeben.”   Nina Bartsch aus Bielefeld

Skeptischer sieht das Wolfgang Scherler. Er denkt vor allem an ältere Menschen und warnt davor, Bargeld irgendwann ganz außen vor zu lassen:

Ein Mann mit Baskenmütze und Brille
“Ich bin gegen eine reine Kartenzahlung, damit man die ältere Generation nicht abhängt. Weil Technik, Kartenzahlung, Digitalisierung hat irgendwo Grenzen je älter man wird.”  Wolfgang Scherler aus Bielefeld

Pflicht soll gegen Schwarzgeld und Steuerbetrug helfen

Mit den Plänen will das Finanzministerium aber auch gegen Geldwäsche und Steuerhinterziehung vorgehen. Zwar ist unklar, wie viel Geld dem Staat dadurch verloren geht - sicher ist aber, dass digitale Zahlungen deutlich besser nachzuverfolgen sind.

Für die Händler sind sie allerdings auch teurer: Laut Bundesbank kostet Bargeld dem Handel 0,43 Cent pro Transaktion - weil Bargeld gezählt, transportiert und gewechselt werden muss. Bei der Girokarte sind es im Schnitt 0,6 Cent, bei Kreditkarten 1 Cent.

Unsere Quellen:

  • Deutsche Presse-Agentur
  • WDR-Umfrage in Bielefeld
  • Studie Deutsche Bundesbank: Kosten von Zahlungsmitteln im Einzelhandel (2025)
  • Studie Deutsche Bundesbank: Zahlungsverhalten in Deutschland 2025 (2026)

Sendung: WDR 5, Der Tag um 12, 11.09.2026, 12 Uhr.