Es war später Mittwochvormittag, als bei dem Ehepaar in Duisburg-Baerl das Telefon klingelte. Am anderen Ende der Leitung meldete sich ein Mann.
Er gab sich am Telefon als deren Sohn aus "und schilderte, er liege mit einer schweren Corona-Erkrankung auf der Intensivstation eines Krankenhauses", wie die Polizei am Freitag mitteilte. Und weiter: "Ihm gehe es sehr schlecht und er habe große Angst zu sterben." Der vermeintliche Sohn war ein Betrüger, doch das sollte sich erst später herausstellen.
Ehepaar holt sechsstelligen Betrag aus Bankschließfach
"Um die angeblich dringend notwendige Behandlung bezahlen zu können, bat der vermeintliche Sohn seine Eltern, so viel Bargeld wie möglich zu beschaffen", so die Polizei.
Das Ehepaar – 93 und 89 Jahre alt – habe sich "unter dem Eindruck dieser dramatischen Schilderungen" täuschen lassen und eine niedrige sechsstellige Bargeldsumme aus einem Bankschließfach geholt, berichten die Ermittler.
Eine halbe Stunde später habe es an der Haustür an der Binsheimer Straße geklingelt. "Das Ehepaar übergab das Geld in einem kleinen schwarzen Rucksack an einen unbekannten Mann, der anschließend in Richtung Hofstraße ging". Erst als das Ehepaar am Nachmittag selbst Kontakt zu ihrem Sohn aufnahmen, sei der Betrug aufgefallen. Er habe sofort die Polizei informiert.
Polizei warnt vor Betrugsmasche
Die Duisburger Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen und bittet um Zeugenhinweise. Gleichzeitig mahnt die Polizei noch einmal zu Misstrauen bei Anrufen, die Angst erzeugen und Druck aufbauen. "Die Polizei, Staatsanwaltschaften, Ärzte oder Krankenhäuser fordern niemals Bargeld oder Wertgegenstände am Telefon", stellt die Polizei klar. "Übergeben Sie niemals Bargeld, Schmuck oder andere Wertgegenstände an Unbekannte."
Unsere Quellen:
- Polizei Duisburg
Sendung: WDR 2 Rhein und Ruhr, Lokalzeit, 09.01.2026, 17.31 Uhr