Ein LKW mit besonderem Anhänger fährt mit starker Beleuchtung auf einer nächtlichen Autobahn

Von Jülich nach Ahaus Nächster Castor-Transport angekommen

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Auch der sechste Castortransport mit hoch radioaktivem Atommüll aus dem Forschungszentrum Jülich hat das Zwischenlager Ahaus erreicht. Es war bereits der zweite Transport in zwei Tagen. Erneut begleitete ein Großaufgebot der Polizei den Konvoi.

Von
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Claudia Becker
und
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Wolfgang Deutz

Der sechste Castortransport mit hoch radioaktivem Atommüll hat am frühen Donnerstagmorgen gegen 2 Uhr das Zwischenlager Ahaus ohne Zwischenfälle erreicht. Gegen 23 Uhr am Mittwochabend hatte der Konvoi das Forschungszentrum Jülich verlassen. Erst in der Nacht zuvor hatte es den letzten Transport gegeben.

Zweiter Transport in zwei Tagen

Das gleich zwei Transporte aufeinander folgen ist neu. Bislang gab es immer eine Pause zwischen den Einsätzen. Für die Polizei sei dies kein Problem, wie Hauptkommissar Peter Lefering von der Polizei Borken erklärt.

Hauptkommissar Peter Lefering vor einem Polizeiwagen mit Blaulicht

Hauptkommissar Peter Lefering blickt auf einen reibungslosen Einsatz

"Zwei Nachtschichten hintereinander ist nichts Außergewöhnliches. Das fordert uns nicht." Hauptkommissar Peter Lefering, Polizei Borken
Eine Demonstration vor einer Polizeiabsperrung

Zum Ende begleiteten 10 Demonstranten den Transport in Ahaus

Für die Aktivisten, die nach wie vor die Transporte begleiten, waren die beiden Nachtschicht nicht so einfach zu bewältigen. "Das hat uns natürlich gefordert, auch weil wir schnell reagieren mussten." Peter Bastian vom Münsterland Bündnis gegen Atomanlagen ist trotzdem zufrieden. Zwischenzeitlich seien 25 Demonstranten in Ahaus gewesen.

Aktivist Peter Bastian steht vor einigen Demo-Fahnen

Auch in Zukunft wollen die Aktivisten die Transporte begleiten

Die Castor-Transporte sind Teil einer länger andauernden Serie. Insgesamt sollen 152 Castorbehälter mit rund 300.000 Brennelementkugeln aus dem Forschungszentrum Jülich nach Ahaus gebracht werden. Die bisherigen Transporte verliefen nach Angaben der Polizei ohne größere Zwischenfälle.

Der fünfte Transport

In der Nacht zum Dienstag hatte der in Jülich gestartete Castortransporter nach knapp 170 Kilometern Fahrt das Zwischenlager in Ahaus im Münsterland erreicht. Geladen hatte er einen Behälter mit hochradioaktivem Atommüll. Eher wenige Proteste gab es am Startort in Jülich, aber auch in Ahaus - es gab noch nicht einmal Absperrungen auf den Straßen.

Grünes Protestbanner gegen die Castortransporte von Jülich nach Ahaus am Straßenrand nahe des Forschungszentrums Jülich.

Weniger Aktivisten in Jülich und Ahaus als zuvor

In Ahaus warteten bei der Ankunft rund 25 Demonstranten. Sie protestierten mit Trillerpfeifen und Fahnen gegen den Castortransport. "Die Stimmung ist gut, aber es wäre schön, wenn es mehr wären. Es ist einfach ein Problem, mitten in der Woche Leute zu akquirieren. In Zukunft werden wir nicht bei jedem Castor etwas organisieren, aber wir bleiben dran", sagt Heiner Möllers, Vorsitzender der Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus".

Transport von Atommüll

Am Dienstag sind in Jülich nur wenige Demonstranten vor Ort.

Auch in Jülich, am Startpunkt, waren am Dienstagabend nur wenige Demonstranten. "Wir müssen uns auf einen Protestmarathon einstellen", meinte Marita Boslar, Sprecherin von Westcastor, "der Atommüll würde besser hier in Jülich bleiben. Aber das war von Anfang an nicht gewollt. Stattdessen ist jetzt die Rede davon, dass das Zwischenlager in Ahaus länger genehmigt wird."

Castor-Transporte: Alles geschieht nach einem festen Plan

Im Vorfeld hatte sich die Polizei in Schweigen gehüllt, ob die Transporte wieder die gleiche Strecke Richtung Ahaus nehmen wie bei den vergangenen Transporten. "Was mir Sorgen macht, ist die rasante Entwicklung der Drohnentechnik. Das sehe ich als Bedrohung für die Castortransporte. Da kann man noch so viel Polizei zum Schutz einsetzen", befürchtete Aktivist Rolf Burgtorf.

Das Beladen der Spezial-Lkw dauert jeweils einen halben Tag. Denn: Die Behälter mit dem hochradioaktiv strahlenden Atommüll müssen aus dem Zwischenlager in eine Verladehalle gebracht werden. Danach gibt es einen festen Ablauf mit Strahlen-Messungen und dem Ladevorgang, der von Gutachtern begleitet wird.

Fristverlängerung für Castor-Transporte beantragt

Ginge es in der bisherigen Taktung weiter, dürfte die Transportgenehmigung, die auf den 31. August 2027 befristet ist, bei weitem nicht ausreichen. Gegenüber dem WDR hat der Pressesprecher des Entsorgungsunternehmens JEN (Jülicher Entsorgungsgesellschaft Nuklearanlagen) erklärt, man habe eine Fristverlängerung beantragt.

In Konsequenz hat das auf strahlenden Abfall spezialisierte Transportunternehmen Orano jetzt eine Verlängerung beantragt. So hat es das Bundesamt inzwischen bestätigt. Die Behörde will sich nun Zeit für eine Entscheidung nehmen.

Warum ziehen sich die Transporte?

Warum sich die Transporte so in die Länge ziehen und warum bislang nicht mehrere Castoren gleichzeitig transportiert wurden, dazu wollten sich Sprecher der Polizeibehörden im Kreis Düren und Münster nicht äußern. Die Transporte unterliegen nämlich nach wie vor der Geheimhaltung.

Erneuter Castor-Transport in der Nacht

WDR 08.07.2026 00:39 Min. Verfügbar bis 07.07.2028 WDR Online

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Unsere Quellen:

  • WDR-Gespräche mit Aktivisten vor Ort
  • Polizeibehörden Düren und Münster
  • Innenministerium NRW

Sendung: WDR 2 Aachen und die Region, Lokalzeit, 08.07.2026, 7:30 Uhr

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