So trainiert die DLRG für den Ernstfall

Bildquelle: WDR/Anke Bardenberg

03:13 Min. Verfügbar bis 11.08.2028

Einsatz voller Gefahren Strömungsretter proben für den Ernstfall

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Wo normale Rettungsschwimmer an ihre Grenzen stoßen, kommen Experten der DLRG zum Einsatz. Schon das Training birgt Gefahren.

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Anke Bardenberg

Ein Mann treibt hilflos in der Rur bei Linnich. Schnell, viel zu schnell geht es flussabwärts. Nur die Füße und sein Kopf sind zu sehen. Das tosende Wasser um ihn herum schäumt, gurgelt und spritzt. An dieser Stelle gibt es einige Stromschnellen. Kein Platz, der zum Schwimmen einlädt. Aber genau hier trainieren die ehrenamtlichen Strömungsretter der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) im Kreis Düren. Zu fünft sind sie heute hier, auch der Mann im Wasser, Florian Pape, gehört dazu.

Wasserrettung ist Teamarbeit

Jetzt springt sein Teamkollege Christoph Springenberg in den Fluss. Damit er nicht abtreiben kann, wird er von zwei anderen Wasserrettern am Ufer durch ein Seil gehalten. Mit kräftigen Kraulzügen arbeitet er sich durch das unruhige Gewässer, bringt den scheinbar Verunglückten an Land. Bei starker Strömung – alles andere, als einfach. Aber sich gegenseitig zu retten, ist eine wichtige Probe für den Ernstfall.

Bei Rettungsaktionen geht es nach Möglichkeit nur im Team ins Wasser.

Bei Rettungsaktionen geht es nach Möglichkeit nur im Team ins Wasser.

Bildquelle: WDR/Anke Bardenberg
zwei Männer mit neongelben Helmen und Neoprenanzügen stehen an einem Ufer vor Bäumen
"Wir haben dann immer wieder auch Übungssituationen, die dann doch gefährlich sind, darum trainieren wir." Christoph Springenberg, DLRG Strömungsretter

Alle hier sind Experten für Einsätze, bei denen normale Rettungsschwimmer an ihre Grenzen stoßen. In Flüssen, Wildwasser oder bei Überschwemmungen. So wie in unserer Region, bei der Flut vor fünf Jahren. Im Rahmen des Katastrophenschutzes können die Wasserretter jederzeit angefordert werden.

Wie man bei starker Strömung vorwärts kommt oder das Ufer erreicht, muss geübt sein.

Wie man bei starker Strömung vorwärts kommt oder das Ufer erreicht, muss geübt sein.

Bildquelle: WDR/Anke Bardenberg

Schutz vor Verletzungen

Manche Bilder von Einsätzen bekommen die Ehrenamtlichen nur schwer wieder aus dem Kopf. "Es nimmt schon jeder sein Päckchen mit nach Hause", sagt Christoph Quinten, der zusammen mit seinem Kollegen Sebastian Plum bei der nächsten Übung ins Wasser muss. In fließenden Gewässern wie der Rur lauern überall Gefahren, auch da, wo es ruhig aussieht.

Strömungsretter Sebastian Plum steht mit neongelbem Helm und Neoprenanzug in der Rur
"Das Wasser ist hier von sehr flach zu sehr tief. Man kann auch mit den Füßen in Steinen hängenbleiben." Sebastian Plum, DLRG Strömungsretter

Damit sie sich nicht verletzen oder von der Strömung unter Wasser gedrückt werden können, hat das Team eine spezielle Ausrüstung: Helm, Neoprenanzug, Sicherungsgurt und Wildwasserweste. Das haben sich die Wasserretter zum Teil auf eigene Kosten angeschafft. Denn die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft ist ein Verein und wird fast ausschließlich über Spenden und Beiträge der Mitglieder finanziert.

Die Strömungsretter brauchen eine spezielle Ausrüstung für ihren Einsatz.

Die Strömungsretter brauchen eine spezielle Ausrüstung für ihren Einsatz.

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Im Ernstfall muss es schnell gehen

Auch jede Menge Rettungsmaterial wird gebraucht. Das Wichtigste: Ein Wurfsack mit einem 25 Meter langem Seil. Den kann man wie einen Rettungsring einer im Wasser treibenden Person zuwerfen und sie so an das sichere Ufer ziehen. Klappt das nicht, müssen die Strömungsretter selbst ins Wasser. Falls keine Zeit dafür bleibt, muss das auch ohne Sicherung durch die Kollegen gehen. Denn bei der Rettung Ertrinkender zählt jede Sekunde!

Unsere Quellen:

  • WDR-Gespräch mit Dorothea Gasper, Leiterin Verbandskommunikation DLRG Ortsgruppe Düren e.V.
  • WDR-Gespräche mit Strömungsrettern der DLRG Bezirk Kreis Düren
  • Beobachtungen der WDR-Reporterin vor Ort

Sendung: WDR.de, So trainiert die DLRG für den Ernstfall, 13.08.2026, 5:00 Uhr

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