Was Bademeister wirklich den ganzen Tag machen

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WDR 2 Min. 39 Sek. Verfügbar bis 11.03.2028

Wasser, Technik und Rettung Was Bademeister den ganzen Tag machen

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Christian Meeßen hat gerade seine Ausbildung zum Fachangestellten für Bäderbetriebe abgeschlossen und zeigt, was Badegäste normalerweise nicht sehen.

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Lena Wohlgefahrt

Christian läuft über das Freibadgelände in Gangelt. Ein kurzer Blick aufs Becken, ein Blick auf die Liegewiese, dann geht es ins Filterhaus. Hier wird nicht geschwommen, sondern gearbeitet. Pumpen laufen, Wasser wird aufbereitet und Filter müssen regelmäßig gereinigt werden.

"Bevor ich die Ausbildung gemacht habe, hätte ich nie gedacht, dass das hier so viel Technik hinter einem Schwimmbad steht." Christian Meeßen, Fachangesteller für Bäderbetriebe

Freibad Gangelt: Der Job beginnt, wo der Badespaß aufhört

Für die meisten Badegäste ist das Wasser einfach da: sauber, klar und bereit zum Reinspringen. Damit das so bleibt, müssen im Hintergrund aber ständig Filter, Pumpen und Wasserwerte kontrolliert werden

Bademeister Christian Meeßens im Filterhaus des Freibads. Seine Hand an einer Anlage.

Christian Meeßens bei der Arbeit im Filterhaus.

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An einem heißen Sommertag mit mehreren hundert oder sogar mehr als Tausend Badegästen kommt einiges zusammen. Mehr Menschen im Wasser bedeutet auch mehr Belastung für die Wasseraufbereitung. Christian muss dann unter anderem die Filter spülen und Frischwasser zuführen.


Und dann ist da noch das Chlor. Es sorgt dafür, dass Krankheitserreger im Wasser abgetötet werden. Der Umgang damit gehört deshalb genauso zum Beruf wie die Technik dahinter.

Ein bisschen Chemiker, ein bisschen Techniker im Freibad

Christian muss also wissen, was im Wasser passiert. Und nicht nur das: Auch die Chemikalien, mit denen er arbeitet, sind nicht ungefährlich.

Offiziell heißt Christians Beruf Fachangestellter für Bäderbetriebe. Die Ausbildung ist entsprechend vielseitig: Wasseraufbereitung, Technik, Hygiene, Betreuung der Badegäste und natürlich die Überwachung des Badebetriebs gehören dazu. Der klassische "Bademeister" ist also längst nicht nur der Mann mit der Sonnenbrille am Beckenrand, die dann und wann in seine Pfeife pustet.

Gangelt: Wenn aus Badespaß plötzlich Ernst wird

Denn dort liegt die vielleicht wichtigste Aufgabe: Christian muss die Badegäste im Blick behalten. Wer springt gerade vom Dreier? Wo sind Kinder im Wasser? Und geht es jemandem plötzlich nicht gut?

Für solche Situationen wird regelmäßig trainiert. Christian zieht dafür einen speziellen Anzug an, springt ins Wasser und muss eine schwere Rettungspuppe bergen. Damit das Training möglichst nah an einer echten Notfallsituation ist, geht er dabei in voller Kleidung und ohne Schwimmbrille ins Wasser.

"Wenn wir echte Personen retten müssen, da denke ich nicht. Ich handel, dann wird reingesprungen wieder rausgeholt. Und da wird nicht mehr nachgedacht, das ist einfach: Instinktiv springt man rein." Christian Meeßen, Fachangestellter für Bäderbetriebe

Der Bademeister sagt: Schwimmen können reicht nicht immer

Dass Aufsicht im Schwimmbad wichtig ist, zeigen auch die Zahlen. Laut DLRG sind 2025 in Deutschland mindestens 393 Menschen in Gewässern ertrunken. Gerade Kinder sollten deshalb beim Baden immer im Blick bleiben. Schwimmhilfen können unterstützen, ersetzen aber keine Aufsicht.

Das Schwimmbecken im Freibad Gangelt.

Hinter den Kulissen eines Freibads in Gangelt

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Und auch gute Schwimmer können in eine gefährliche Situation geraten. Ein Sprung vom Beckenrand, ein Kreislaufproblem oder eine plötzliche Erschöpfung können reichen.

Freibad Gangelt: Ein Arbeitsplatz mit Tiefgang

Am Ende führt Christians Arbeit also vom Beckenrand tief hinein in die Technik und im Notfall mitten ins Wasser. Genau diese Mischung gefällt ihm. "Es ist ein schöner Job, der Spaß an Wassertechnik und Chemie hat, der ist hier richtig aufgehoben. Klar gibt es auch Momente, wo man denkt so, nee Leute, warum muss das sein? Aber im Großen und Ganzen, es macht schon richtig Spaß, es ist schon ein geiler Job."

Die Filteranlage im Filterhaus.

Vom Filterhaus aus kann das gesammte Wasser gesteuert und überwacht werden.

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Becken im Blick, Filter im Griff und im Ernstfall bereit zum Sprung: Der Job im Freibad ist eben deutlich mehr als ein Platz in der Sonne.

Unsere Quellen:

  • Beobachtungen der WDR-Reporterin vor Ort
  • WDR-Interview mit Christian Meeßen
  • DLRG Statistik

SendungWDR.de, Was Bademeister wirklich den ganzen Tag machen, 23.08.2026, 7:20 Uhr

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