Bewohner aus Hürtgenwald bedanken sich bei Einsatzkräften

Bildquelle: WDR

02:32 Min. Verfügbar bis 18.08.2028

Hürtgenwald atmet auf So geht es den Menschen nach dem Waldbrand

Stand:

Nach dem größten Waldbrand in der Geschichte von Nordrhein-Westfalen sind mittlerweile nur noch vier Löschzüge im Einsatz. Sie spüren Glutnester auf. Erleichterung kehrt im Hürtgenwald ein.

Das Einsatzzentrum in einer Schule leert sich immer mehr. Die meisten Einsatzkräfte sind abgezogen. Was bleibt ist ein dickes "Dankeschön" an die vielen Helfer, die meisten davon Ehrenamtler. An vielen Häusern hängen Banner mit einem Herz und einem Dankesgruß. "Wir sind so froh über die ganzen Einsatzkräfte, auch über die vielen freiwilligen Helfer. Die ganzen Landwirte, die geholfen haben, mit ihren Wasserfässern", erzählt Ulrike Grass aus Gey. Das ist jener Ort, der evakuiert werden musste.

Hürtgenwald: Hab und Gut zurückgelassen

Auch sie musste ihr Haus verlassen, ihre Katzen zurücklassen. "Das war sehr gespenstisch", sagt Ulrike Grass. Sie sei bei ihrer Tochter untergekommen. Als sie zurück in ihr Haus kam, das direkt am Waldrand liegt, sei auch die geliebte Katze dagewesen. Auch der Bürgermeister der Gemeinde Hürtgenwald, der parteilose Stephan Cranen ist noch immer begeistert von der Solidarität. "So etwas kennt man ja gar nicht mehr. Plötzlich werden Hamburger gespendet, wollen die Menschen helfen. Das war schon fantastisch", so Cranen.

Keine Großeinsatzlage mehr im Kreis Düren

Seit heute Morgen ist die Gemeinde Hürtgenwald federführend bei dem Einsatz. Der Kreis Düren hat sich zurückgezogen. "Der Krisenstab ist jetzt kleiner", sagt Cranen. Feuerwehrkräfte würden zusammen mit Mitarbeitern von Wald und Holz sowie dem Kampfmittelräumdienst jetzt durch den Wald ziehen und nach Glutnester suchen.

Bürgermeister von Hürtgenwald Stephan Cranen (parteilos)
"Ich hoffe, dass der Einsatz am Donnerstag beendet werden kann." Stephan Cranen, Bürgermeister von Hürtgenwald

Erste Manöverkritik nach Waldbrand Hürtgenwald

Dass der Einsatz zu Ende geht, sieht man überall. Lose Schläuche liegen entlang der Straßen, viele Hydranten sind wieder verschlossen. Zeit auch für eine erste Bilanz. Die zieht Landrat Ralf Nolten (CDU). Es habe nicht alles geklappt, gibt der Christdemokrat zu.

Dürener Landrat Ralf Nolten telefoniert vor einer Feuerwache.

Dürener Landrat Ralf Nolten über die Lage im Hürtgenwald

Bildquelle: WDR / Thomas Wenkert

"Wir müssen auch dritte mehr in Feuerwehrübungen einbeziehen, zum Beispiel Strom- oder Wasserversorgen", führt Nolten aus. Man müsse aus diesem Großbrand lernen. Zur Ursache des Brandes in Hürtgenwald kann der Landrat nicht viel sagen. "Es ist aber klar, dass es meistens Menschen sind, die ein solches Feuer verursachen. Der Mensch muss sich anders im Wald benehmen", appelliert er.

Und auch bei der Aufforstung, so Landrat Nolten, müssten jetzt Konsequenzen gezogen werden. Andere Baumarten müssten nun favorisiert werden, resistente Arten. Wie auch alle anderen ist der Landrat froh, dass keine Menschen verletzt und auch keine Häuser zerstört worden.

Unsere Quellen:

  • Beobachtungen des WDR-Reporters
  • WDR-Gespräch mit dem Bürgermeister von Hürtgenwald, Stephan Cranen
  • WDR-Gespräch mit dem Landrat des Kreises Düren, Ralf Nolten

Sendung: WDR.de, So geht es den Menschen nach dem Waldbrand, 18.08.2026, 18:02 Uhr

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