Widerstand gegen Photovoltaikpark in Hückelhoven
WDR. 02:26 Min.. Verfügbar bis 11.03.2028.
Widerstand aus Erkelenz : Petition gegen Photovoltaikpark bei Hückelhoven
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Der RWE-Konzern plant zwischen Hückelhoven und Erkelenz den Bau einer riesigen Photovoltaikanlage. Auf einer Fläche von 22 Hektar - das entspricht in etwa 30 Fußballfeldern - sollen tausende Module installiert werden. Dagegen regt sich Widerstand aus den angrenzenden Ortschaften. Eine Online-Petition wird von fast 1.300 Gegnern unterstützt.
Widerstand gegen Photovoltaikpark in Hückelhoven
Karl Mones ist einer der Gegner. Er wohnt in Erkelenz-Granterath, der neue Photovoltaikpark würde an sein Dorf angrenzen. "Das geplante Projekt grenzt an ein Naturschutzgebiet", erzählt der 75-Jährige. Es geht um das Naturschutzgebiet Haberger Wald. Im Volksmund wird das Gebiet Nachtigallental genannt. Mones erzählt, dass hier viele Menschen gerne spazieren gehen oder auch mit dem Rad fahren.
Wenn hier aber der Photovoltaikpark steht, dann sei es vorbei mit der Naherholung, kritisiert Mones. Die Anlage würde von riesigen Zäunen umgeben sein. Kritiker bemängeln auch, dass landwirtschaftliche Fläche zerstört werde.
Christoph Breuer ist Technischer Beigeordneter bei der Stadt Hückelhoven
Die zuständige Stadt Hückelhoven sieht das anders: "Der Boden dieser Flächen ist nicht so wertvoll für den landwirtschaftlichen Anbau", erklärt der Technische Beigeordnete der Stadt Hückelhoven, Christoph Breuer. Außerdem, betont er, diene eine Photovoltaikfläche dem öffentlichen Interesse. Bund und Land setzen auf erneuerbare Energien.
Petition nicht gegen Erneuerbare Energien
Die Petition ins Leben gerufen hat Anke Kaiser. Sie betont, dass man ausdrücklich den Ausbau erneuerbarer Energien befürwortet. "Wir regen an, alternative Standorte zu prüfen, die bereits durch Infrastruktur oder bestehende Bebauung vorgeprägt sind oder auf bereits versiegelten Flächen liegen. So kann der notwendige Ausbau erneuerbarer Energien mit einem möglichst geringen Eingriff in Natur, Landschaft und Lebensqualität erfolgen", heißt es in der Petition.
Als versiegelte Flächen gelten grundsätzlich beispielsweise Dächer von Parkhäusern oder Industriebetrieben. Die Petition selbst zeigt aber konkrete Flächen auf, die geeignet sein könnten - zum Beispiel an A46.
Kontroverse Diskussionen
Vor Ort wird der geplante Photovoltaikpark kontrovers diskutiert. Arend Dechow ist genauso wie Karl Mones gegen das Projekt. Es werde zu viel Natur und Lebensqualität zerstört, sagt er.
Arend Dechow und Karl Mones sind gegen das Projekt
Ralf Bußberg hat eine komplett andere Meinung. Er hat früher selbst in der Solarbranche gearbeitet, mittlerweile ist er in Rente. Die Hitze der vergangenen Wochen habe gezeigt, dass der Ausbau der Erneuerbaren Energien forciert werden müsse, so Bußberg. Er unterstützt die Pläne, sieht darin eine Aufwertung der Landschaft.
Bürger werden beteiligt
Noch stehen die Pläne am Anfang. Die Stadt Hückelhoven betont aber, dass die Fläche zwischen Hückelhoven und Erkelenz für den Ausbau Erneuerbarer Energien favorisiert werde. Grundlage ist ein Konzept der Stadt für die Vorauswahl grundsätzlich geeigneter Flächen.
Auch RWE sei sich mit vielen betroffenen Landwirten schon einig. Versprochen wird aber auch, dass die Bürger an diesem Projekt beteiligt würden, ihre Kritik ernst genommen werde.
Unsere Quellen:
- WDR-Gespräche mit Anwohnern
- WDR-Gespräch mit Christoph Breuer, Stadt Hückelhoven
- WDR-Austausch mit Anke Kaiser, Initiatorin der Petition
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Aachen, 22.07.2026, 19:30 Uhr
