Interview mit Microsoft-Chefin Agnes Heftberger

Bildquelle: Andreas Rentz / Getty Images

4 Min. 10 Sek. Verfügbar bis 10.09.2028

Anschluss ans Stromnetz Microsoft-Chefin fordert mehr Tempo

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Direkt am Braunkohletagebau Hambach geht es um die Zukunft: Die Deutschland-Chefin von Microsoft, Agnes Heftberger, trifft NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU), um über die Zeit nach der Kohle zu sprechen. "Von der Kohle zur KI", nennt die Landesregierung die Vision. Doch im WDR-Interview kritisiert Heftberger, dass es zum Teil noch an ganz Handfestem mangelt: An Stromanschlüssen.

Das ist eine Investition von Microsoft hier in der Region, die sehr viele Leute total begrüßen. Was ist der Plan? Wie viele Arbeitsplätze werden rund um diese vier Rechenzentren entstehen?

Heftberger: Wir haben tatsächlich hochmoderne Rechenzentren an vier Standorten, um präzise zu sein. Und für uns ist das die größte Einzelinvestition, die wir als Microsoft hier in Deutschland, wir sind schon seit Jahrzehnten hier, jemals getätigt haben. Wenn man anschaut, was das hier für die Region tut, ist es natürlich einerseits ein Arbeitskräftethema. Da werden Tausende im Bau beschäftigt sein und dann permanent Hunderte.

Aber es ist natürlich noch mehr als das. Wir investieren in Kompetenzprogramme für Menschen hier: In Schulen, Auszubildende bis hin zu Finanzbeamten. Es ist natürlich auch ein Gewerbesteuerthema, das hier positiv natürlich auch noch mal einen Einfluss haben wird. Wir hören von den Bürgermeistern, dass sich hier Unternehmen und Startups ansiedeln und dass man das auch schon spürt. Also, da gibt es viele Faktoren, die positiv auf auf diese Region hier, auf das Rheinische Revier, einzahlen.

Jetzt haben Sie die Ansiedlungspläne, wenn man so will, das ökonomische Biotop beschrieben. Das ist ja für eine Region das, was dann auch die Wertschöpfung schafft. Und dem gegenüber steht jetzt aber das große Problem der Netzanschlüsse. Was würden Sie sagen, wie groß ist dieses Problem?

Heftberger: Ja, die Wartelisten hier in Deutschland, die sind schon sehr lang. Und das ist ja nicht nur ein Thema für Microsoft und nicht nur ein Thema für Rechenzentrumsanbieter, sondern für alle, bis hin zu den Privathaushalten. Und man kann schon sagen, dass Netzanschlüsse tatsächlich so ein bisschen das Nadelöhr des 21. Jahrhunderts sein werden. Ich glaube, es gibt ein paar Schritte in die richtige Richtung, wie man da die Netzanschlüsse auch zuteilt, denen, die bereit sind, auch wirklich Betrieb aufzunehmen versus Spekulanten. Aber insgesamt müssen wir schneller und mehr bauen. Da wird kein Weg dran vorbeiführen.

Jetzt sagen manche Leute vielleicht: Naja, der große Riese Microsoft, der kriegt hier seine Netzanschlüsse. Tatsächlich sind ja aber letztlich alle gleich, oder wurde Ihnen als Großkonzern da extra regulatorisch was ermöglicht?

Heftberger: Na, tatsächlich ist es genauso, wie Sie sagen, es sind alle gleich. Zurzeit funktioniert es ja noch über eine zeitliche Komponente: Wer sich als erstes meldet, wird als erstes auch zugeteilt. In Zukunft geht es eher auf die Bereitschaft hin, wie schnell kann man tatsächlich an den Betrieb gehen, auch wirklich an den Strom gehen. Der Ministerpräsident hat das ja aber auch schon ausgeführt, dass natürlich auch noch mal eine Überlegung ist, wie viel Wertschöpfung wird dann auch tatsächlich generiert. Also, ich glaube, da gibt es schon ganz klare Kriterien, auch nach vorne heraus gerichtet.

Was würden Sie sich denn wünschen von der Politik?

Heftberger: Na, ich glaub, was wichtig ist, ist, dass wir hier nicht am Ende sein werden. Also, wir sehen weiterhin wachsende Anforderungen an Rechenzentrumskapazität in Deutschland. Das ist ein ganz wichtiger Faktor, wenn Deutschland auch mittelfristig und langfristig weiter wachsen möchte als Wirtschaftsstandort. Und da werden wir nach vorne heraus natürlich auch weitere Anschlüsse brauchen.

Agnes Heftberger

Agnes Heftberger, CEO Microsoft Deutschland & Österreich

Bildquelle: WDR

Und wenn man das vielleicht nochmal breiter fassen möchte, was ich mir besonders wünsche, ist, dass wir insgesamt schneller werden. Unternehmen wollen investieren in Deutschland. Wichtig ist, dass man ihnen das leicht macht, dass man eben die Bürokratie minimiert, dass man schnelle Prozesse aufsetzt und da tatsächlich auch diesen Schwung mitnimmt, der sicherlich in Bereitschaft schon auch zu messen ist.

Das Interview führte WDR-Reporter Arne Hell.

Unsere Quellen:

  • Interview mit Agnes Heftberger, Vorsitzende der Geschäftsführung Microsoft Deutschland

Sendung: WDR.de, Interview Microsoft-Chefin Agnes Heftberger, 11.09.2026, 05:00 Uhr
WDR Fernsehen, WESTPOL, 13.09.2026, 19:30 Uhr

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