Travestiekünstler aus Wassenberg zeigt AfD-Politiker an

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WDR 2 Min. 29 Sek. Verfügbar bis 04.09.2028

Streit um Social-Media-Clip Travestiekünstler aus Wassenberg zeigt AfD-Politiker an

Stand:

Ein AfD-Video stellt den Wassenberger Travestiekünstler Küppersbusch auf Social Media in ein fragwürdiges Licht. Nun prüft er rechtliche Schritte.

Der 45-jährige Heinz Küppers aus Wassenberg hat Anzeige gegen einen AfD-Politiker aus Geilenkirchen erstattet. Grund dafür ist ein Video, dass der AfD-Stadtverordnete Jan Pioch in Sozialen Netzwerken wie Instagram veröffentlicht hat. Küppers, der im Kreis Heinsberg auch als Travestiekünstler "Henriette von Küppersbusch" bekannt ist, sieht sich darin gezielt angegriffen.

Travestiekünstler fühlt sich verunglimpft

Für sein Video hat Pioch Bilder aus einem Social-Media-Beitrag des Travestiekünstlers verwendet, das diesen auf dem Weg zu einem Schul-Projekttag gegen Diskriminierung zeigt. "Das hat er dann genommen, zerschnitten und daraus halt eben was Parteipolitisches gemacht. Und mich dann auch in dem Video halt mit einer Person in Verbindung gebracht oder gleichgestellt, die wegen Pädophilie, Kinderpornografie angezeigt ist", erklärt Küppers.

Heinz Küppers steht in einer Schule vor einer Tafel. Im Hintergrund sieht man Plakate mit dem Aufdruck "CSD Deutschland e.V." und "PROUD ALLIES FOR ALL".

Heinz Küppers geht auf Einladung in Schulen, um über Themen wie Diskriminierung, Vielfalt und Respekt zu sprechen.

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Anspielung auf ehrenamtliches Engagement

Bei dieser wegen Pädophilie angezeigten Person handelt es sich um eine Dragqueen aus Berlin. Also um einen Mann, der ebenfalls in glamourösen Frauenkleidern auftritt. Darin sieht Küppers eine willkürlich hergestellte Parallele und vor allem eine Anspielung auf sein ehrenamtliches Engagement. Denn der 45-Jährige ist Sprecher des Vereins „Vielfalt mit Herz im Kreis Heinsberg“  und wird regelmäßig von Schulen eingeladen, um mit Kindern und Jugendlichen über Diskriminierung zu sprechen. Vermutlich darum titelt der AfD-Mann Jan Pioch auch in seinem Video: „Drags raus aus unseren Schulen!“ Für Heinz Küppers ist klar:

"Ich denke, er möchte mit dem Werk darstellen, dass alle diejenigen, die als Dragqueens in Schulen gehen und dort für Aufklärung sorgen, pädophil sind oder eben dort Umerziehung stattfinden lassen." Heinz Küppers

Gerne hätten wir Jan Pioch, der Fraktionsvorsitzender der AfD in Geilenkirchen ist, persönlich dazu interviewt. Er teilte uns schriftlich unter anderem mit, dass die Gegenüberstellung mit der Berliner Dragqueen keinen willkürlichen Persönlichkeitsangriff darstelle. Und - so wörtlich: "Dieser Fall verdeutlicht exemplarisch die potenziellen Konsequenzen, die sich ergeben, wenn Personen aus der Drag-/Travestie-Szene, die in erotisch aufgeladenen oder stark sexualisierten Kontexten auftreten, Zugang zu Kindern und öffentlichen Einrichtungen erhalten (...)."

Angriffe und Drohungen im Netz

Heinz Küppers ohne Kostüm im Portrait.

Heinz Küppers prüft rechtliche Schritte gegen den Geilenkirchener AfD-Fraktionsvorsitzenden Jan Pioch.

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Seit der Veröffentlichung von Jan Piochs Video sieht sich Heinz Küppers massiven Angriffen und sogar Drohungen in Sozialen Netzwerken ausgesetzt. Das erlebe er als digitale Gewalt, sagt der 45jährige. Letztens habe jemand dort unter eine Ankündigung seiner Auftritte geschrieben:  "Lass die Finger von unseren Kindern, du dreckiges Schwein". Und: "Wir wissen, wo du wohnst."

Auch das hat Küppers zur Anzeige gebracht. Entmutigen lässt er sich nicht, und er will mit seinen Schulprojekten auf jeden Fall weitermachen.

Unsere Quellen:

  • Social-Media-Video von Jan Pioch
  • Gespräch mit Heinz Küppers, Wassenberg
  • Schriftl. Stellungnahme von Jan Pioch, AfD Geilenkirchen

Sendung: WDR 2 Aachen und die Region, Lokalzeit, 03.09.2026, 19:30 Uhr

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