Urteil im Prozess um Gruppenvergewaltigung | WDR aktuell
WDR. 00:30 Min.. Verfügbar bis 21.07.2028.
Prozess um Gruppenvergewaltigung in Heinsberg : Zwei Verfahren eingestellt
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Im Prozess um eine mutmaßliche Gruppenvergewaltigung in Heinsberg-Unterbruch im Oktober 2025 hat heute das Landgericht Aachen das Verfahren gegen die zwei erwachsenen Angeklagten aus Syrien eingestellt. Ihnen konnte demnach die Vergewaltigung einer jetzt 18-Jährigen aus Aserbaidschan nicht nachgewiesen werden. Aufgrund der Einstellung des Verfahrens kann keine Revision eingelegt werden.
Die Urteile zur möglichen Gruppenvergewaltigung wurden mit Spannung erwartet. Am Dienstagvormittag wurde das Verfahren dann gegen die zwei Volljährigen der fünf Männer eingestellt. Die 17- bis 27-Jährigen mussten sich seit Mitte Mai verantworten. In einer Sitzung vor der dem Landgericht Aachen wurde der Prozess aufgeteilt: Ob es im Fall der drei Minderjährigen ebenfalls zu einer Einstellung des Verfahrens kommt, entscheidet sich in einer nicht öffentlichen Sitzung am Montag. Für die 25- und 27-Jährigen endet der Prozess damit am Dienstag ohne Urteil.
Angeklagte vor der Richterin
Frau mit Elektroschocker in Heinsberg-Unterbruch bedroht?
Die Staatsanwaltschaft warf den Männern vor, am 18. Oktober 2025 in einer Wohnung in Heinsberg-Unterbruch die damals 17-Jährige gemeinsam vergewaltigt zu haben. In der Wohnung sollen die Täter die Minderjährige mit einem Elektroschocker bedroht haben, um sie gefügig zu machen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft kannte die junge Frau zumindest einen der Männer schon vorher. Die junge Frau hatte einen Tag nach der Tat Anzeige bei der Polizei erstattet.
Nebenklage enttäuscht
Die Anwältin des mutmaßlichen Opfers, Sabine Appel, zeigte deutlich ihre Enttäuschung und ihr Unverständnis über die Einstellung des Verfahrens gegen die beiden Männer. Der Prozess hatte nach der Aussage des mutmaßlichen Opfers eine unerwartete Wendung genommen. Die Angaben der heute 18-Jährigen waren so widersprüchlich gewesen, dass das Gericht danach erhebliche Zweifel hatte, ob es in Heinsberg-Unterbruch wirklich zu einer Gruppenvergewaltigung gekommen war: "Die Kammer hat damals darauf hingewiesen, dass der Tatvorwurf der Vergewaltigung wohl nicht mehr erbracht werden könne. Das ist eine Rechtsauffassung, die ich bis heute nicht teile", so Appel.
Prozess eingestellt gegen zwei Angeklagte
Gerichtssprecherin Annika Strietzel bestätigte die Einstellung des Verfahrens bei zwei Angeklagten im WDR-Gespräch. Bei einem der Männer laufen bei der Staatsanwaltschaft Aachen zwei weitere Ermittlungsverfahren. "Die Strafe im hiesigen Verfahren würde im Vergleich zu diesen beiden Ermittlungsverfahren nicht beträchtlich ins Gewicht fallen." Zudem geht das Gericht nicht mehr von einer Vergewaltigung aus, "sondern nur noch von der Herstellung jugendpornografischer Schriften". Letzteres trifft auch auf den zweiten volljährigen Angeklagten zu, der Mann habe zudem schon eine Zahlung an die Klägerin geleistet. Die Verteidigungen der Männer äußerten sich auf WDR-Anfrage nicht zu dem Prozess.
Geständnisse zurückgezogen
Während des Prozesses hatten vier der fünf Angeklagten zunächst ein Geständnis abgelegt und die Vorwürfe zugegeben. Sie hatten sich auch bei der Frau aus Aserbaidschan entschuldigt. Aber nach der Aussage der 18-Jährigen zogen die Angeklagten ihre Geständnisse zurück.
Unsere Quellen:
- WDR-Reporter beim Gerichtsprozess
- WDR-Gespräch mit Anwältin Sabine Appel
- Staatsanwaltschaft Aachen
- Landgericht Aachen
Sendung:
- WDR.de, Freispruch nach Vorwurf Gruppenvergewaltigung in Heinsberg-Unterbruch? 21.07.2026, 05:00 Uhr
- WDR Fernsehen, WDR Aktuell, 21.07.2026, 12:45 Uhr