10 Jahre Tafel-Depot in Hückelhoven
WDR. 02:22 Min.. Verfügbar bis 22.05.2028.
Ein riesiges Kaufhaus ist das Tafel-Depot in Hückelhoven-Baal: Hier schlummern Schätze in den Regalen und viele nützliche Dinge für den Alltag.
Einmal pro Woche werden hier Spenden angenommen. Sie stammen aus Haushaltsauflösungen, Entrümpelungen oder Firmeninsolvenzen. Jeder kann spenden, aber nicht jeder darf hier einkaufen: Nur Bedürftige mit einem Tafel-Schein aus dem Kreis Heinsberg dürfen hier zugreifen.
Von Bekleidung bis Kochtopf
Auch für Kinder gibt es ein großes Angebot
Die Produktpalette ist enorm: Am Eingang gibt es Porzellan und Gläser, dann folgt ein Bereich, der an einen Spielwarenladen erinnert. Hinter echten Verkaufstheken stapeln sich Spielzeuge für alle Altersgruppen - vom Stoffbären für Babys bis zum Hula-Hoop-Reifen für Ältere. Im hinteren Teil der Halle gibt es Bekleidung, sortiert nach Farben oder Funktionen.
Zur Spendenannahme stauen sich regelmäßig die Autos in dem Gewerbegebiet, in dem sich das Tafel-Depot befindet. Man sei einzigartig in der Region, sagen die Freiwilligen.
Jubiläum, aber Nachwuchssorgen
"Juppi" Schmitz, Vorsitzender der Tafel Hückelhoven und Bernadette Jalowi, Teamleiterin im Tafel-Depot
Seit mittlerweile zehn Jahren gibt es die Einrichtung für Bedürftige - das Jubiläum ist aber für den Vorsitzenden Heinz-Josef Schmitz, den alle nur "Juppi" nennen, nicht nur ein Grund zur Freude. Zwar sind hier jede Woche 35 Freiwillige im Einsatz - die meisten sind allerdings inzwischen älter und jüngerer Nachwuchs fehlt.
Ich bin eigentlich Bürotyp. Aber jedes Mal, wenn ich hier mit anpacke, macht es mir riesigen Spaß. Auch, weil das Angebot so vielseitig ist und kein Wunsch unerfüllt bleibt. Elisabeth Schmitz, Freiwillige im Tafel-Depot Hückelhoven
Zum runden Geburtstag gibt es am Samstag, 23. Mai 2026, einen Tag der offenen Tür. Die Hückelhovenerinnen und Hückelhovener können dann auch hinter die Kulissen des Tafel-Depots blicken. Gleichzeitig will die Einrichtung für das Ehrenamt werben.
Kuriose Spenden und Überraschungsfunde
Hin und wieder tauchen auch Schätze unter den Spenden auf
Vor einigen Jahren gab es im Tafel-Depot große Aufregung: Ein benachbartes Sanitärunternehmen hatte 1.600 Toilettendeckel gespendet. Doch wohin mit den vielen WC-Sitzen? Die Ehrenamtlichen bewiesen Kreativität und versorgten Tafeln im ganzen Rheinland mit Teilen der Spende.
Ein anderes Mal wurde in einem Kleidersack eine pinke Geldbörse gefunden. Darin: mehrere hundert Euro. Mit Glück konnte der Besitzer gefunden werden. Er hinterließ anschließend sogar einen Finderlohn als Spende.
Nachhaltigkeit im Fokus
Für die Freiwilligen steht vor allem ein Gedanke im Mittelpunkt: Nachhaltigkeit. Deshalb sorgen sie dafür, dass Gegenstände mit kleinen Mängeln weiter genutzt werden können. Verschmutzte, aber noch tragbare Kleidung waschen sie privat zu Hause.
Auch wenn die Arbeit manchmal ein Knochenjob sei, hoffen alle, dass es das Tafel-Depot in Hückelhoven auch in den kommenden zehn Jahren noch geben wird - mit neuen Freiwilligen.
Unsere Quellen:
- Besuch des WDR-Reporters vor Ort
- Tafel Hückelhoven e.V.
Sendung: WDR.de, Blick hinter die Kulissen beim Tafel-Depot Hückelhoven, 22.05.2026, 19:02 Uhr
