Merz zu Besuch in Hürtgenwald | Video
Bildquelle: ROBERTO PFEIL/ AFPWDR. 01:34 Min.. Verfügbar bis 22.08.2028.
"Merz, wie war dein Urlaub?", riefen einige Demonstranten dem Kanzler bei seinem Besuch zu. Auch viele Landwirte mit Traktoren waren da, die zur Begrüßung laut hupten. Auch das war sicher nicht als Zeichen der Anerkennung gedacht.
Ruth Willms wünscht sich eine Verbesserung des Klimaschutzes.
Bildquelle: WDR / Ingo WagnerAuf die Buhrufe ging Merz auch zum Ende seines Pressestatements ein. "Ich lasse mich von denen, die rumschreien nicht beeindrucken", adressierte er die Demonstranten. "Ich spreche mit denen, die helfen und mit denen, die im Sinne des Gemeinwesens tätig sind", hieß es weiter.
Kanzler stellt sich der Kritik
Friedrich Merz ging vor der Presse auf die Kritik ein, nicht früher seine Urlaub unterbrochen zu haben. Er sagte, er habe sich ständig über die Lage im Hürtgenwald informiert und seine Hilfe angeboten. Aber er sei sich mit dem Landrat des Kreises Düren einig gewesen, dass ein Kanzlerbesuch in der kritischen Situation im Hürtgenwald bei all dem Aufwand, der damit verbunden sei, nur stören würde.
"Besser, wenn Merz erst kommt, wenn alles vorbei ist"
Merz und der Dürener Landrat Ralf Nolten
Bildquelle: WDR/ Ingo WagnerDas bestätigte der ebenfalls anwesende Dürener Landrat Ralf Nolten: "Es war klar, es ist besser er kommt erst, wenn alles vorbei ist."
Dank an freiwillige Helfer und Ehrenamtliche
Bei seinem Besuch besichtigte Merz zunächst das Brandgebiet. Danach dankte er den Einsatzkräften für ihren unermüdlichen Einsatz. Vor allem lobte er die Zusammenarbeit von vielen Beteiligen: Von Feuerwehr, Bundeswehr und THW bis hin zur Land- und Forstwirtschaft. Außerdem trug Merz sich in das Gästebuch des Kreises und der Gemeinde Gey ein.
Er kündigte an, demnächst im Bundeskabinett zu besprechen, wie man sich künftig besser auf solche Großschadensereignisse vorbereiten könne. Es sei klar, erklärte der Kanzler, dass solche Ereignisse in Zukunft häufiger vorkommen würden.
"Schauen Sie sich an, was hier passiert ist. Das ist der Klimawandel." Bundeskanzler Friedrich Merz
Laut Merz müsse man alles tun, um den Klimawandel zurückzudrängen, aber auch mit ihm leben. Dieser Aufgabe müssten sich Bund, Länder und Gemeinden gemeinsam stellen.
Ökologische Katastrophe durch den Waldbrand
Derzeit ist das ganze Ausmaß der ökologischen Katastrophe im Hürtgenwald noch gar nicht erfasst worden. Das werden Experten in den kommenden Wochen und Monaten tun. Und dann vielleicht auch schon ein Konzept aufstellen, wie der Wald wieder aufgeforstet werden kann.
Klar ist aber jetzt schon, dass der größte Waldbrand in der Geschichte Nordrhein-Westfalens Schäden hinterlassen hat, die selbst in Jahrzehnten noch nicht behoben sein werden.
Unsere Quellen:
- Eindrücke des WDR-Reporters vor Ort
- Pressegespräch mit Friedrich Merz
Sendung: wdr.de: Kanzler in Hütgenwald: Merz mit Pfiffen empfangen, 22.08.2026, 16:49 Uhr
Sendung: WDR Aktuell: Kanzler in Hütgenwald: Merz mit Pfiffen empfangen, 22.08.2026, 16:49 Uhr
