Bombendrohungen an Aachener Schulen
Bildquelle: Purvi PatelWDR. 03:18 Min.. Verfügbar bis 01.06.2028.
Bombendrohungen an Aachener Schulen : Wenn der Notfallplan Realität wird
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In den vergangenen Jahren haben Schulen in der Region immer wieder Drohmails erhalten. Schulen und Polizei müssen auf jede einzelne Drohung, ob per Mail oder als Anruf, angemessen reagieren. Was bedeutet das für Einsatzkräfte und Schulen?
Es ist ein Jahr her. Als am 20. Mai 2025 an der Maria-Montessori-Gesamtschule der Notfall Realität wird. Schulleiterin Petra Cönen erinnert sich noch gut an den Anruf im Sekretariat: "Es war eine männliche Stimme, die die Drohung aussprach."
Petra Cönen reagiert schnell. Sie alarmiert Polizei und Bezirksregierung. Nach Absprache wird die Maria-Montessori-Gesamtschule geräumt, rund 1.200 Schüler nach Hause geschickt. Wie alle Schulleiter in NRW hat auch Petra Cönen einen Notfallordner, in dem genau aufgelistet ist, wie in welcher Notsituation die Schulen reagieren sollen. Gebraucht hat sie ihn nicht. Petra Cönen hat die Abläufe im Kopf.
Am 4. Mai 2026 erhält der Schulleiter des Kaiser-Karls-Gymnasiums um 18 Uhr eine ähnliche Drohung, allerdings per Mail. Dirk Adamschewski ist zu diesem Zeitpunkt zuhause, so wie die 860 Schüler und die Lehrkräfte. Adamschewski informiert die Polizei.
Drohmails an 56 Schulen
Florian Seemann und sein Team von der Gefahrenabwehr der Aachener Polizei sind auf solche Fälle spezialisiert. Allein im vergangenen Jahr waren zahlreiche Schulen in der Städteregion Aachen betroffen. Was die Fälle gemeinsam haben: "Die allermeisten Drohungen haben keinen ernsthaften Hintergrund. Es gibt keinen Grund zur Panik. Nichtsdestotrotz nehmen wir jede Drohung ernst", sagt Polizeioberrat Seemann.
Oft sind es Dutzende Schulen, die dieselben Drohungen fast gleichzeitig erhalten. Das Kaiser-Karls-Gymnasium zum Beispiel war eine von 56 Schulen in NRW, die eine gleichlautende Drohmail in ihrem Postfach hatte. Weder am Kaiser-Karls-Gymnasium, an der Maria Montessori Gesamtschule noch an einer der anderen bedrohten Schulen wurden Bomben oder vergleichbares gefunden.
Tätern droht Freiheitsstrafe
Es sind also falsche Drohungen, die aber als Straftaten gelten und mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder mit einer Geldstrafe geahndet werden. Im November 2025 hat das Bundeskriminalamt vier Täter, darunter zwei Jugendliche aus NRW, ermittelt. Sie tauschten sich über einen Chat mit dem Namen "Schweinetreff" aus und verschickten bundesweit Bombendrohungen, darunter an 22 Schulen in der Städteregion Aachen.
Motive der Täter klingen banal
Doch was treibt diese Täter an? Die Motive klingen geradezu harmlos: Abiturprüfungen oder Klausuren sollen gestört werden, mal ist es eine Mutprobe, mal ein schlecht gemeinter Scherz. Doch die Auswirkungen sind alles andere als banal: die Schule als sicherer Ort für Kinder und Jugendliche wird beschädigt, ein Polizeieinsatz provoziert, Unruhe verbreitet und Ängste werden geschürt. Besonders bei Eltern, wenn falsche oder ungenaue Informationen über Social Media oder andere Kanäle im Umlauf sind.
Empfohlene Verhaltensregeln der Polizei
- Keine unabgestimmte Kommunikation über die sozialen Medien
- Keine Spekulationen über öffentliche Kanäle
- Verkehrsflächen im Bereich der Schule freihalten
Oft beruhigt sich die Lage schnell wieder. "Am nächsten Tag haben mich einige Schüler angesprochen, aber nur aus Neugierde", erzählt Adamschewski. Das Fazit der Schulleiter und der Polizei: ruhig und besonnen reagieren, ist in diesen Fällen besonders wichtig. Damit Drohmails keine Chance haben, ihr Ziel zu erreichen und Unruhe zu stiften.
Unsere Quellen:
- Polizei Aachen
- Maria-Montessori-Gesamtschule
- Kaiser-Karls-Gymnasium
Sendung: wdr.de, Bombendrohungen an Schulen, 02.06.2026, 5:02 Uhr
