Dem Chefredakteur des studentischen "Amirkabir Newsletters" sei von der deutschen Botschaft kein Einreisevisum erteilt worden, teilte der Verein Aachener Friedenspreis am Freitag mit. Der Journalist sollte den Preis am Montag in Aachen entgegennehmen. Seinen Namen nannte der Verein aus Sicherheitsbedenken nicht.
Preisträger lebt im armenischen Exil
Der Chefredakteur lebt demnach seit zwei Jahren in Armenien und hat dort noch bis zum nächsten Jahr ein Stipendium der Universität Jerewan. Das Auswärtige Amt teilte mit, aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes könne es sich nicht zu Einzelfällen äußern. Grundsätzlich müssten bei jedem Visumsantrag die rechtlichen Voraussetzungen erfüllt werden.
Der Verein kritisierte die Entscheidung. Offenbar gebe es Befürchtungen, dass der Mann dauerhaft in Deutschland bleiben wolle. "Er ist ein Kämpfer für die Sache, nicht für die eigene Person. Es gibt immer weniger Menschen, die sich so vehement für die Wahrung der Menschenrechte im Iran einsetzen wie er."
Kampf für Menschenrechte
Der "Amirkabir Newsletter" berichtet den Angaben zufolge seit Jahren über Missstände und Menschenrechtsverletzungen im Iran und vernetzt oppositionelle Gruppen. Zur Preisverleihung soll die Redaktion nun voraussichtlich von einem ihr nahe stehenden, in Deutschland lebenden Studenten vertreten werden.
Der Verein Aachener Friedenspreis zeichnet seit 1988 jedes Jahr Menschen und Gruppen aus, die sich an der Basis und oft aus benachteiligten Positionen heraus für Frieden und Verständigung einsetzen.
Unsere Quellen:
- Agenturen epd und KNA