Streik in der Süßwarenindustrie in der Region
WDR. 00:57 Min.. Verfügbar bis 24.07.2028.
"Die Produktionsbänder stehen am Freitag still. Keine Schokolade, keine Praline, keine Printe und kein Snack werden mehr vom Band laufen". Tim Lösch, NGG
Mit diesen Worten kündigt Tim Lösch von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Aachen die Streiks der Süßwarenindustrie für Freitag an. Vor dem Hintergrund laufender Tarifverhandlungen gehen sechs Betriebe in der Region in den Protest. Unter anderem sind die Aachener Betriebe von Lindt und Lambertz betroffen.
Viele Beschäftigte auf dem Aachener Bendplatz
Bei der Kundgebung auf dem Aachener Bendplatz werden sie sichtbar. Rund 1.300 Beschäftigte sind hier zusammengekommen, um eine klare Botschaft in Richtung Arbeitgeber zu senden. Denn mit dem letzten Angebot der Süßwarenindustrie sind sie nicht zufrieden.
Tim Lösch von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten ist unzufrieden mit dem aktuellen Angebot der Arbeitgeber.
Der Streik in Aachen übt Druck aus
Es ist bereits die dritte Tarifrunde und eine Einigung ist nicht in Sicht. "Das, was die Arbeitgeber bislang auf den Tisch gelegt haben, frisst schon die Inflation auf", sagt Tim Lösch. Insgesamt fordert die NGG eine Erhöhung der Löhne um 5,8 Prozent, mindestens aber 230 Euro mehr pro Monat.
Das aktuelle Angebot des Arbeitgebers: 2 Prozent in diesem und nochmals 2 Prozent im nächsten Jahr. Dazu kommt eine Einmalzahlung von 156 Euro. Entschieden zu wenig, findet der Geschäftsführer der NGG Aachen, der das Angebot bezeichnet als "eine Portion Saures, die die Süßwarenhersteller ihren Beschäftigten aufs Auge drücken".
Wirtschaftliche Probleme in der Branche
Die Arbeitgeber begründen ihr Angebot mit sinkenden Umsätzen und einem rückläufigen Exportgeschäft. „Die Unternehmen der deutschen Süßwarenindustrie befinden sich in einer äußerst angespannten wirtschaftlichen Situation. Wer in dieser Lage bei nur zwölf Monaten Laufzeit eine Entgelterhöhung von 5,8 Prozent mit Mindestbeträgen von 230 Euro fordert, muss auch die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Betriebe im Blick behalten", erklärt Mario Mundorf, tarifpolitischer Geschäftsführer des BDSI.
Wie geht es weiter?
Am 13. August gehen die Tarifverhandlungen von NGG und Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) in die nächste Runde. Sollte dort auch keine zufriedenstellende Lösung vereinbart werden, sind neue Streiks zu erwarten.
Unsere Quellen:
- WDR-Gespräche mit Beschäftigten
- NGG-Pressemitteilung
- WDR-Gespräch mit NGG
- WDR-Interview mit Tim Lösch von der NGG
- Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie e.V.
Sendung: WDR 2 für Aachen, Eifel und die Euregio, Lokalzeit, 24.07.2026, 11:30 Uhr