Monschauer bereiten sich auf Evakuierung vor - auch ihre Tiere müssen in Sicherheit | WDR aktuell
Bildquelle: WDRWDR. 02:28 Min.. Verfügbar bis 16.08.2028.
Für viele Menschen in Monschau beginnt der Sonntagmorgen mit einem mulmigen Gefühl. Die Feuerfront im Hohen Venn ist nur wenige Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Brandgeruch und Rauch ziehen über die Region. Besonders angespannt ist die Lage in Plattevenn, Leykaul und Teilen von Kalterherberg. Den Anwohnern wird dringend empfohlen, sich daraufvorzubereiten, ihre Häuser zu verlassen.
"Nachdem die aktuelle Meldung kam, dass wir uns auf eine Evakuierung vorbereiten müssen, da waren meine Nerven minus zehn. Jetzt, nachdem man weiß, man hat alle wichtigen Unterlagen einmal eingepackt, man hat einen Plan B, wohin mit den Tieren, wie kriegt man die Tiere transportiert, dann geht’s wieder." Anja Esser, Inhaberin des Vennhofs an der deutsch-belgischen Grenze
Großbrand Hohes Venn: Landwirte in Monschau haben Plan B
Die Landwirte Anja und Dieter Esser spürten Angst. Sie hatten sich auf den Ernstfall vorbereitet. Gleichzeitig blieb die Hoffnung, dass eine Evakuierung doch nicht notwendig werden würde. Die Sorge war groß - nicht nur um das eigene Haus, auch um die Frage, wie sich das Feuer weiterentwickeln könnte.
Dieter und Anja Esser könnten innerhalb von zwei Stunden ihren kompletten Tierbestand evakuieren.
Bildquelle: WDRAuf ihrem Ferien-Bauernhof in Mützenich sind nach einer nervenaufreibenden Nacht alle Vorkehrungen für eine Evakuierung getroffen: Es gibt einen Plan B: „Wir könnten innerhalb von zwei Stunden unseren kompletten Tierbestand evakuieren. Wir haben einen Betrieb, wo die 200 Rinder hinkönnten, einen für die Kälber und einen für die Kühe“, sagt Landwirt Dieter Esser. Für den Abtransport der Kühe ist im Notfall gesorgt.
Lage in Monschau entspannt sich: Evakuierung nicht ausgeschlossen
Die Lage scheint sich aktuell auf deutscher Seite zu entspannen. Nach Angaben der Stadt Monschau geht die Rauchentwicklung zurück. Die Lage bleibt weiter angespannt und kann sich durch Wind und Wetter jederzeit verändern.
Das Feuer im Hohen Venn breitet sich rasant aus. Mittlerweile sind 3000 Hektar betroffen.
Bildquelle: WDREine Entwarnung gebe es daher noch nicht. Die Empfehlung für eine Evakuierung bleibt. Am Nachmittag soll die Situation erneut bewertet werden.
Unsere Quellen:
- Beobachtungen der WDR-Reporter und -Reporterinnen an den Einsatzorten
- WDR-Gespräch mit Anja und Dieter Essen, Landwirte aus Monschau
Sendung: WDR Fernsehen, WDR aktuell, 16.08.2026, 12:45 Uhr