Die Metalltür des Tierheims ist fast zu heiß, um die Klinke anzufassen. Über den Stühlen in den Katzenhäusern sind nasse Laken ausgebreitet, um die Schatten darunter etwas kühler zu bekommen - und trotzdem ist Ash am Hecheln.
Am Freitagmorgen hat das Aachener Tierheim einen Hilferuf gepostet, mit einer Aufnahme des schwer atmenden Katers und einem Bild des Thermometers bei 30 Grad im Katzenhaus. Die Gebäude sind alt und haben keine Klimaanlage, in der Sonne backen sie auf und da helfen auch die nassen Tücher und Kühlmatten nur bedingt.
Hilferuf an die Community
Also der Hilferuf auf Instagram und Facebook: Wer ein Klimagerät "übrig hat, wir würden uns riesig freuen!". Und die Community hat geliefert: sechs Geräte wurden gespendet, noch am selben Tag. Teils haben Leute die Geräte von Spendern ohne Auto abgeholt und zum Tierheim gefahren.
Das Tierheim hat sich schon am Freitag Abend für die große Unterstützung bedankt
Die Geschwindigkeit hat selbst die Mitarbeiter überrascht: "Ein Post, ein Aufruf und so viele Leute, die helfen wollen", sagt Marlies Bungert, Tierschutzbeauftragte des Tierheims. "Und das ist echt schön."
Die Social Media Accounts haben schon länger eine etablierte Community. Es gibt regelmäßig Spendenaufrufe, wenn das Futter sich dem Ende zuneigt, "und dann ist das Futterlager auch sehr schnell wieder voll", so Bungert.
Keine perfekte Lösung
Die Geräte sind inzwischen auf die Katzenhäuser verteilt. Die Hunde haben es leichter, die sind weniger wasserscheu und haben Wasserberieselung und Pools. Gleichzeitig sind die Klimageräte keine perfekte Lösung: sie sind schlicht zu laut, als dass sich eine Katze daneben setzen würde.
Die Hunde haben teilweise kleine Planschpools
Also kühlen die Pfleger die Räume mit den Geräten ab, schalten sie dann eine Weile aus, damit die Katzen den kühleren Raum genießen können und wenn sie wieder aufgeheizt sind, geht das Spiel von vorne los.
Langfristige Lösungen sind schwieriger
Bungert hofft langfristig auf ein Sponsoring einer Firma, um möglichst bald echte, leisere Klimaanlagen einbauen zu können. Die Mittel, um das selbst zu finanzieren, haben Tierheim und Tierschutzverein schlicht nicht.
Marlies Bungert, Tierschutzbeauftragte des Tierheims und Tierschutzvereins
"Eine gesunde Katze kann so ein Wetter auch verkraften," sagt Bungert. Die Hitze wird über das Hecheln und die Pfoten abgegeben. Aber sie haben eben auch viele ältere und kranke Tiere, die nicht so einfach klarkommen. Die sind besonders dankbar für die gespendeten Geräte.
Und zuhause?
Für zuhause kann man sich ähnlich Abhilfe schaffen wie das Tierheim, sagt sie, mit viel Schatten, Kühlmatten und Ventilatoren. Vor allem drinnen ist es allerdings besser, zum Beispiel Wasserflaschen einzufrieren und das Eis als Kühlakkus zu benutzen. Die nassen Laken helfen zwar kurzfristig, erhöhen aber auch die Luftfeuchtigkeit - und das kann das Atmen schwerer machen.
Und: vielen Katzen hilft auch, das Fell auszubürsten und sie von der Unterwolle zu befreien. Die sitzt unter dem langen Fell der Katze und wirkt im Winter wie ein Wärmekissen. Im Frühling wird sie eigentlich abgeworfen, bleibt aber noch eine ganze Weile im Fell hängen - "das überrascht manchmal, wie viel da rauskommt", sagt Bungert. "Und so kommt man gut über den Sommer."
Unsere Quellen:
- Gespräch mit Marlies Bungert, Tierschutzbeauftrage des Tierheims und Tierschutzvereins Aachen
- Instagram/Facebook-Post des Tierheims
Sendung: WDR.de, Klimageräte an Tierheim in Aachen gespendet, 29.06.2026, 05:15 Uhr
