NRW-Rastplätze in schlechtem Zustand | Video

WDR 00:32 Min. Verfügbar bis 14.07.2028

ADAC-Test Diese Rastplätze in NRW sind in miserablem Zustand

Stand:

Der ADAC hat erneut 50 unbewirtschaftete Rastplätze an deutschen Autobahnen untersucht und kommt zu einem ernüchternden Ergebnis: Der Zustand der Anlagen hat sich gegenüber dem letzten Test im Jahr 2022 vielfach weiter verschlechtert.

Zahlreiche Rastplätze weisen demnach erhebliche Mängel bei Sauberkeit, Ausstattung, Sicherheit und Zustand auf. Besonders kritisch ist die Entwicklung in Nordrhein-Westfalen, wo fünf der acht getesteten Rastplätze sogar schlechter abschnitten als noch 2022. Die Studie ist nicht repräsentativ - lediglich 50 von rund 1.500 unbewirtschafteten Raststätten wurden bundesweit getestet.

"Grundsätzliches Versäumnis der Verantwortlichen"

Der ADAC sieht darin ein grundsätzliches Versäumnis der Verantwortlichen. "Die Testergebnisse zeigen, dass die unbewirtschafteten Rastplätze weiterhin systematisch vernachlässigt werden", sagt Prof. Dr. Roman Suthold, Verkehrsexperte des ADAC in NRW. "Der Wunsch der Autofahrer nach Sauberkeit, einem gepflegten Zustand und angemessener Ausstattung wird offenbar ignoriert."

Nahaufnahme von herumliegendem Müll auf dem Rastplatz Rur-Scholle an der A4

Herumliegender Müll gehört zu den Kritikpunkten bei der Bewertung der Aufenthaltsqualität des Rastplatzes Rur-Scholle

Bundesweit erhielten nur noch 18 Prozent der Rastplätze die Note "gut" – vor vier Jahren waren es noch 40 Prozent. Besonders deutlich verschlechterte sich der Rastplatz Rur-Scholle an der A4 bei Düren, der von "gut" auf "mangelhaft" herabgestuft wurde. Suthold kritisiert: "Dass sich die Zustände trotz der Kritik vor vier Jahren teilweise sogar weiter verschlechtert haben, ist schockierend und aus Autofahrer-Sicht inakzeptabel."

Vier von acht Anlagen "mangelhaft" - Anlage bei Rees "sehr mangelhaft"

Die Toiletten des Rastplatzes

Rastplatz Röllingser Graben an der A44 bei Soest erhält die Note "gut"

In Nordrhein-Westfalen erhielt lediglich der Rastplatz Röllingser Graben an der A44 bei Soest die Note "gut". Ein nachvollziehbares Ergebnis für die Autofahrer und Fahrerinnen. "Es ist alles total ordentlich hier, Lkws haben genug Platz und die Bänke sind sauber," bestätigt Susanne Schmiech aus Bottrop. Spontane Besucher, die die Anlage noch nicht kennen, wundern sich sogar darüber, dass es überraschend sauber sei. Viele hätten es schlimmer erwartet. "Manchmal ist dann die freie Natur die bessere Wahl," lacht Uli Dienstel.

Einfahrtsschild Rastplatz Wittenhorst

Rastplatz Wittenhorst erhält Note "sehr mangelhaft"

Vier der acht getesteten Raststätten wurden mit "mangelhaft" bewertet, der Rastplatz Wittenhorst an der A3 bei Rees sogar mit "sehr mangelhaft".

Auch das Ehepaar Knowlech hatte eine negative Erfahrung auf dem Rückweg nach Unna: "Da riecht es, nichts ist sauber, da hat man Angst was anzufassen," beschriebt Viktor Knowlech. Vorsichtshalber nehme er auch immer Feuchttücher mit und gehe lieber dahin, wo man bezahlen müsse. Heute sei es aber nicht anders gegangen. Auch Familie Enu ist aus Amsterdam auf den Weg nach München: "Es geht so. Es ist nicht so sauber, wie man es aus den Niederlanden gewöhnt ist," erklären sie.

"Auf der Toilette hat es gerochen, als wäre seit fünf Jahren nicht mehr gereinigt worden." Malte Blom aus Bad Dürkheim
Modernes Toilettenhäuschen auf einem Autobahn-Rastplatz

Der beste NRW-Rastplatz im ADAC-Test ist der Röllingser Graben an der A44.

Die größten Defizite stellten die Tester bei den Sanitäranlagen fest. Häufig fehlten Toilettenpapier und Seife, Seifenspender waren leer oder defekt und die Sauberkeit ließ vielfach zu wünschen übrig. Drei Anlagen in Nordrhein-Westfalen wurden in dieser Kategorie mit "sehr mangelhaft", drei weitere mit "mangelhaft" bewertet.

Leere Seifenspendern und unsauberes Wasser: Malte Bolm bestätigt die ADAC-Ergebnisse. Er kommt zurück aus dem Holland-Urlaub und der Toilettengang hat seine Laune nicht besser gemacht: "Auf der Toilette hat es gerochen, als wäre seit fünf Jahren nicht mehr gereinigt worden."

Autobahn GmbH setzt auf neues Konzept

Dagegen versucht die Autobahn GmbH ein neues Reinigungskonzept. Ein Sprecher bestätigt, dass die "Reinigungshäufigkeit von WC-Gebäuden auf unbewirtschafteten Rastanlagen künftig von bisher ein- bis zweimal täglich auf zwei- bis fünfmal täglich deutlich erhöht" wird. Das soll schrittweise umgesetzt werden.

Toilettengang ist häufigster Grund für Rastplatz-Besuch

Bundesweit fielen laut ADAC 62 Prozent der Rastplätze bei den sanitären Anlagen durch. Suthold betont: "Der Gang zur Toilette ist einer der Hauptgründe der Autofahrer, einen Rastplatz anzusteuern. Die Räumlichkeiten müssen daher deutlich öfter gereinigt und mit Toilettenpapier versorgt werden."

Besser schnitten die Rastplätze im Bereich "Verkehr und Parken" ab. Allerdings erhielt Wittenhorst als einer von bundesweit nur drei Rastplätzen die schlechteste Bewertung in dieser Kategorie, weil unter anderem Parkplätze für Menschen mit Behinderung sowie Stellplätze für Busse und Fahrzeuge mit Anhänger fehlten.

"Verantwortliche müssen dringend handeln".

Der ADAC fordert deshalb regelmäßige Pflege und Reinigung der Rastplätze, häufigere Reinigungsintervalle insbesondere in Ferienzeiten und eine zuverlässige und funktionsfähige Ausstattung der Toiletten.

NRWs schlechtester Rastplatz liegt an der A3 bei Rees

WDR 13.07.2026 00:39 Min. Verfügbar bis 13.07.2028

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Unsere Quellen:

  • ADAC Nordrhein
  • Beobachtungen der WDR-Reporter vor Ort
  • Schriftliche Antwort der Autobahn GmbH

Sendung: WDR.de, ADAC-Rastplatztest: NRWs schlechtester Rastplatz liegt an der A3 bei Rees, 14.07.2026, 05:04 Uhr
Sendung: WDR.de, NRW-Rastplätze in schlechtem Zustand, 14.07.2026, 14:51 Uhr

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