Viren, Algen, Tornados: Unsere Seen sind viel zu warm
Aktuelle Stunde . 02.07.2026. 30:11 Min.. UT. Verfügbar bis 02.07.2028. WDR. Von Meike Hendriksen.
Am Sorpesee in Sundern haben mehrere Badegäste in Bereichen gebadet, in denen das Schwimmen nicht erlaubt ist. Anschließend hatten sie Magen-Darm-Beschwerden. Deswegen hat der Hochsauerlandkreis eine Warnung ausgesprochen und weist darauf hin, dass das Wasser nur an offiziellen Badestellen aller Seen kontrolliert wird.
Hier habe es bisher keine Auffälligkeiten gegeben. Es sei denkbar, dass einige Bereiche eines Sees belastet sind, andere nicht, heißt es vom Kreis: "Je nach Zusammenspiel äußerer Faktoren kann eine potenzielle Gesundheitsbelastung, etwa durch Mikroorganismen auftreten".
Verdacht auf Viren im Lippstädter Alberssee unbestätigt
Ende Juni gab es eine Meldung zu einer Durchfallerkrankung nach dem Besuch am Alberssee in Lippstadt. Das hat das Gesundheitsamt des Kreises Soest bestätigt. Das Ergebnis der jüngsten Probe des Sees sei aber unauffällig, heißt es.
Eine Verbindung zwischen Wasserqualität und Erkrankung gebe es also nicht. "Da es sich bei Badeseen um Naturgewässer handelt, stellen die Probenergebnisse allerdings immer nur eine Momentaufnahme dar", betont das Gesundheitsamt.
Noroviren bei erkrankten Badbesuchern in Ennigerloh nachgewiesen
Das Naturbad Ennigerloh ist aktuell geschlossen und wird gereinigt. Fast 50 Kinder hatten Magen-Darm-Beschwerden, nachdem sie dort schwimmen waren, später meldeten die Gesundheitsämter rund 200 Verdachtsfälle. Wasserproben werden untersucht, Ergebnisse werden erwartet. Mehrere Stuhlproben zeigen aber, dass die jungen Patienten Noroviren im Stuhl haben.
Testergebnisse vom Naturfreibad Mülheim bringen keine Klarheit
Auch in einem Naturfreibad in Mülheim bestand der Verdacht auf Viren im Wasser. Dem Gesundheitsamt liegen mittlerweile 20 Hinweise des Evangelischen Krankenhauses Oberhausen auf Fälle mit Magen-Darm-Symptomatik vor, die möglicherweise mit einem Besuch des Naturbades in Verbindung stehen können.
Im Abschlussbericht des Gesundheitsamts steht, dass ein Zusammenhang nicht ausgelossen, aber auch nicht bestätigen werden kann. Die Wasseruntersuchungen, die am 30.06.2026 und im fraglichen Zeitraum gemacht wurden, waren unauffällig. Ein Zusammenhang mit der technischen Störung im Baby- und Kleinkindbecken konnte auch nicht belegt werden.
Unsere Quellen:
- Hochsauerlandkreis
- Stadt Sundern
- Kinderklinik St. Franziskus in Ahlen
- Gesundheitsamt Kreis Warendorf
- Gesundheitsamt der Stadt Mühlheim an der Ruhr
- Gesundheitsamt des Kreises Soest
Sendung: WDR3, Der Tag um Zwölf, 02.07.2026, 12:00 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Aktuelle Stunde, 02.07.2026, 18:45 Uhr