Mediencoaches am Carl-Fuhlrott Gymnasium Wuppertal

Mediencoaches am Carl-Fuhlrott Gymnasium Wuppertal

Bildquelle: Annika Knebel

Medienkompetenz an Schulen Wie Schüler als Mediencoaches Lügen entlarven

Stand:

Kennt ihr schon Mediencoaches an Schulen? So schützen Yara und Annette ihre Mitschüler vor Cybermobbing und KI-Fallen.

Von Annika Knebel

Das machen die Schüler:innen mit Hilfe journalistischer Medien. Von denen kommt eine gemeinsame bundesweite Aktion zur Bedeutung professioneller Berichterstattung. Vom 14. bis 19. September 2026 setzen sie gemeinsam ein Zeichen für eine informierte demokratische Öffentlichkeit.

In einer Demokratie Medien kritisch hinterfragen

Denn für das Funktionieren einer demokratischen Gesellschaft ist Medienkompetenz heute eine unverzichtbare Grundvoraussetzung. Deshalb werden an vielen Schulen Mediencoaches ausgebildet. Das sind Schülerinnen und Schüler die jüngeren Schülern zum Beispiel helfen, glaubwürdige von falschen Informationen zu unterscheiden.

Für Jugendliche ist es nicht immer einfach, manipulierte Inhalte auf den ersten Blick zu erkennen, Verlässliches von Falschem zu unterscheiden. Medien können Menschen stark in ihrer Meinungsbildung beeinflussen, besonders Kinder und Jugendliche. Digitale Plattformen und Künstliche Intelligenz bestimmen zunehmend mit, welche Informationen uns erreichen.

Ohne Medienkompetenz haben es Lügen leicht

Die Lösung: Medienkompetenz entwickeln. Das ist am Carl-Fuhlrott Gymnasium in Wuppertal zumindest eine wichtige präventive Schutzmaßnahme. 42 ausgebildete Mediencoaches, Schülerinnen und Schüler aus den Jahrgangsstufen 9 bis 11, machen sich mit großem Einsatz für ihre Mitschüler stark.

Sticker im Klassenchat

Beleidigende Sticker verbreiten sich in Klassenchats rasant

Bildquelle: Annika knebel

Sie klären sie über Cybermobbing, Datenschutz, Cybergrooming oder den Umgang mit Fake News und Desinformation auf und sind dauerhafte Ansprechpartner. Yara und Annette sind seit 3 Jahren Mediencoaches. Im Interview haben sie uns erzählt, wie wichtig ihnen die Aufklärung ist.

WDR: Welche Probleme gibt es mit Klassenchats, TikTok, Snapchat oder Instagram?

Mediencoach Yara am Carl-Fuhlrott Gymnasium Wuppertal

Mediencoach Yara am Carl-Fuhlrott Gymnasium Wuppertal

Bildquelle: Annika Knebel

Yara: Oft kommen Schüler zu uns und fragen wegen Cybermobbing. Also zum Beispiel werden in einem Klassenchat Sticker reingestellt, das sind Bilder von anderen Kindern die dort reingeschickt werden und sich andere darüber lustig machen. Diese Sticker verbreiten sich so unnormal schnell, an einem Tag sind sie in einem Klassenchat und am nächsten Tag hat es die ganze Schule. Deshalb bieten wir auch einen Klassenchat-Workshop an.
Es kommen auch Kinder auf uns zu, wenn sie zum Beispiel einen Beitrag sehen in Social Media der vielleicht rechtsextrem ist, dann fragen sie, wie sie damit umgehen sollen, ob sie reagieren oder ob sie es unkommentiert lassen sollen.

Wieso seid ihr bessere Ansprechpartner als Eltern?

Yara: Dass wir Schüler das für andere Schüler machen, das ist eigentlich perfekt, weil sie gegenüber uns viel offener sind und weil wir als Jugendliche viel mehr in dem Thema Social Media, KI, Desinformation viel mehr drin sind, wir können viel mehr von unseren eigenen Erfahrungen sprechen und ich würde sagen, dass sich die SchülerInnen uns viel mehr anvertrauen, was solche Probleme angeht. Ich sag mal so, das ist halt was anderes, wenn ein Elternteil vor ihnen steht und sagt, "Ich möchte nicht, dass du bei Snapchat Bilder reinstellst", dann denken sie "Mama und Papa haben eh keine Ahnung", aber wenn wir denen das sagen und aus eigenen Erfahrungen sprechen und sagen, was passieren kann, dann glauben sie uns das.

Woran merkt ihr, dass euer Einsatz sich lohnt?

Mediencoach Annette am Carl-Fuhlrott Gymnasium Wuppertal

Mediencoach Annette am Carl-Fuhlrott Gymnasium Wuppertal

Bildquelle: Annika Knebel

Annette: Wir haben ganz oft das Feedback bekommen, "Ich weiß jetzt was ich tun soll, wenn ich auf sowas (Fakeinhalte, diskriminierende, beleidigende Sticker, Mobbing, Anm. d. Red) treffe, das wusste ich vorher nicht." Das ist echt schön, wenn man dann merkt, die können jetzt reflektierter mit Medien umgehen und sie wissen was sie tun sollen, wenn etwas nicht stimmt. Und das ist schön, dass man merkt, dass man einen Einfluss hat, wenn man als Mediencoach in die Klassen geht.

Yara: Dieser Gedanke, dass ich anderen helfen kann, vor der Klasse stehe, unterrichten kann und dann auch noch zu einem sehr sinnvollen Thema, das finde ich halt wirklich sehr cool und ja so bin ich da reingekommen und es macht mir viel Spaß!

Starke, mündige Schülerinnen und Schüler

Beide Schülerinnen haben sogar den Differenzierungskurs "Digitale Mündigkeit" bei ihrer Lehrerin Stephanie Piechota gewählt, die sie zu Mediencoaches ausgebildet hat. Seitdem hat sich ihre Handynutzung beziehungsweise ihr Umgang mit Social Media sehr verändert.

Obwohl die beiden Jugendlichen selbst erst 15 Jahre alt sind, ist diese Form der Aufklärung ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens geworden. Sie denken an morgen, an ihre Mitschüler und daran, sich nicht blenden zu lassen.

Unsere Quellen:


  • Carl Fuhlrott-Gymnasium
  • WDR-Reporterin vor Ort
  • Klicksafe
  • Initiativbüro "Gutes Aufwachsen mit Medien"

Sendung: WDR.de, "Wie Schüler als Mediencoaches Lügen entlarven", 14.09.2026, 16:46 Uhr

Wie Schüler als Mediencoaches Lügen entlarven

WDR 14.09.2026 38 Sek. Verfügbar bis 13.09.2028 WDR Online

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