Der Tierpark Fauna hat zur Zeit exotische Tiere im Bestand, über die man aber nicht sonderlich glücklich ist. Asiatische Hornissen haben sich ausgerechnet auf einem Baum im Lama- und Nandu-Gehege eingenistet. Ein Baumpfleger hat sie dort in etwa 30 Metern Höhe entdeckt, als er das Grün zurückschneiden wollte.
Unliebsame Untermieter
Als Attraktion für den Tierpark sind sie nicht geeignet, meint Linda Bunzenthal vom Tierpark. "Wir fürchten weniger um unsere Lamas und die Nandus, die wenn sie attackiert werden, nicht einmal flüchten können, weil sie flugunfähig sind." Einer der beiden Nandus (südamerikanische straußenähnliche Laufvögel) ist auch noch blind.
Ausgerechnet im Gehege der Lamas und der Nandus haben sich die Hornissen eingenistet
Bildquelle: WDR / Carsten SteinDie Hornissen stellen aber noch eine größere Gefahr dar: "Die Tiere sind invasiv, gehören hier nicht hin und stellen eine echte Bedrohung für die heimische Tierwelt dar. Wir haben darum Kontakt zu Solinger Imkern aufgenommen, die uns heute bei der Beseitigung des Nestes helfen wollen."
150 Königinnen drohen auszufliegen
Laut Fauna befinden sich in dem Nest aktuell bis zu 150 Königinnen, die demnächst ausfliegen und weitere Völker gründen könnten. Zwar überleben von den Königinnen nur etwa 15 Prozent, trotzdem will man die Ausbreitung in jedem Fall verhindern. Unter anderem, weil die Hornissen als aggressiv gelten und die hier ansässigen Bienen fressen.
Das Nest der Asiatischen Hornissen in der Fauna
Bildquelle: WDR / Andreas van ThielAm späten Nachmittag wollen Imker das Nest entfernen. Da dies aber in fast 30 Metern Höhe gebaut wurde und die Imker keinen Hubwagen haben, wollen sie mit einer entsprechend langen Lange das Nest zunächst anstechen und dann Aktivkohle hineinblasen. So sollen die Tiere betäubt werden. Anschließend wollen sie das Nest vom Baum scheiden und erst einmal aus sicherer Distanz die Reaktion der Hornissen abwarten. Wenn sie alles beruhigt hat, kommt das Nest samt Brut in eine Tiefkühltruhe, in der sie dann absterben.
Asiatische Hornissen bedrohen heimische Insektenwelt
"So ein Hornissenvolk vertilgt bis zu 25 Kilo heimische Insekten. Insekten, die dringend benötigt werden zum Bestäuben unserer Bäume und Pflanzen", betont Doris Frommhold-Kempa vom Solinger Imkerverein. 2024 habe sie die Hornissen das erste Mal in Solingen entdeckt. "Bei meinem Honigbienenvolk lauern die Hornissen vor dem Ausflugloch und greifen sich die Bienen ab. Irgendwann merken die das und entwickeln eine Flugparalyse und trauen sich nicht mehr aus dem Stock."
Aus diesem Grund soll das Nest in der Fauna noch heute entfernt werden. Der Tierpark schließt deshalb bereits um 16:30 Uhr seine Kassen und um 17:00 Uhr den Park.
Unsere Quellen:
- Fauna Solingen
- Gespräch mit Solinger Imkerverein
Sendung: WDR2, WDR2 für das Bergische Land, 14.09.2026, 11:31 Uhr
