Sind unsere Weihnachtsbäume in Gefahr?
Bildquelle: WDRWDR. 2 Min. 36 Sek.. Verfügbar bis 04.09.2028.
Die Bäumchen von Robert Conrads sehen teilweise ganz schön arm aus. Er hat sie im März gepflanzt. "Als sie noch kaum Wurzeln hatten, kamen zwei Monate Trockenheit, das war wirklich übel", erzählt Conrads. Der Lantwirt pflanzt auf vier Hektar Weihnachtsbäume an und verkauft jedes Jahr über die 1.000 Stück.
Warum junge Bäume besonders leiden
Besonders die jungen Bäume kämen mit Hitze und Trockenheit schlecht zurecht. Etwa zehn Prozent seiner Jungbäume seien abgestorben. "Wir bauen seit 35 Jahren Weihnachtsbäume an, die ersten 25 Jahre hatten wir solche Probleme nicht", sagt Conrads. Doch in den vergangenen zehn Jahren hätten die extrem trockenen Sommer deutlich zugenommen.
"Das ist nicht schön. Man ist im Frühjahr auf die Knie gegangen, hat die Bäume gepflanzt und dann tut einem das schon leid." Robert Conrads, Landwirt
Wie Betriebe auf den Klimawandel reagieren
Auf Gut Scheifenhaus in Haan haben sie die Probleme nicht. "Wir haben schon vor einigen Jahren unseren Pflanz-Rhythmus an den Klimawandel angepasst", erklärt Dr. Karl-August Niepenberg. Früher habe man die Weihnachtsbäume hier auch im Frühjahr gesetzt.
Wenn dann einige Wochen sehr trocken waren, hatte der Betrieb ein Problem. "Das ist dann sehr aufwändig und teuer, was die Bewässerung angeht", sagt Niepenberg. Ansonsten könnten es 60 bis 70 Prozent der Bäumchen nicht schaffen.
Seit etwa sechs Jahren pflanzen sie nun im Herbst, meistens gegen Ende September. Seitdem habe man keine Probleme mehr.
"Wir verfolgen die Wetterentwicklung genau und wenn eine regenreiche Zeit bevorsteht, starten wir hier." Dr. Karl-August Niepenberg, Weihnachtsbaum-Bauer
Warum Käufer entspannt bleiben können
Für den Weihnachtsbaumverkauf dieses Jahr sehen allerdings weder Conrads noch Niepenberg Probleme. Zumal die Bäume für dieses Jahr bereits vor sechs bis sieben Jahren gepflanzt wurden. Die Nordmanntannen sind aktuell teilweise noch nicht ganz so dunkelgrün, wie sie sein sollen.
"Ich bin aber zuversichtlich, dass das noch wird. In den kommenden Wochen soll es ja noch regnen", sagt Conrads. "Es wird sicher jeder den passenden Weihnachtsbaum finden", lacht Niepenberg. Und auch die Preise wollen beide Landwirte stabil halten.
Unsere Quellen:
- Eindrücke der WDR-Reporterin vor Ort
- WDR-Interview mit Dr. Karl-August Niepenberg und Robert Conrads
Sendung: WDR 2, WDR 2 für das Bergische Land, 04.09.2026, 16:31 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Bergisches Land, 04.09.2026, 19:30 Uhr