Hier entsteht das größte Container-Schuldorf NRWs

WDR 01:48 Min. Verfügbar bis 23.07.2028

Nach Großbrand in Erkrath Hier entsteht das größte Container-Schuldorf NRWs

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Nach den Sommerferien werden dort 1.200 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. So läuft der Umzug.

Etwas mehr als 600 Containermodule, verteilt auf zwei Stockwerke, füllen fast den gesamten Sportplatz oberhalb des ehemaligen Schulzentrums in Erkrath-Hochdahl. Das war im Mai vergangenen Jahres bei einem Großbrand größtenteils zerstört worden.

Seit einem halben Jahr läuft der Aufbau des Container-Schuldorfs, das von der Dimension her die aktuell wohl größte Interimsschule NRWs werden dürfte. Ab dem neuen Schuljahr sollen dort rund 1.200 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums und der Realschule Hochdahl unterrichtet werden.

Einrichtung und Innenausbau laufen auf Hochtouren

Damit in knapp sechs Wochen alles für einen normalen Schulbetrieb bereit ist, sind gerade Umzugsunternehmer damit beschäftigt, alle Räume einzurichten. Mittendrin steht Sascha Sommer, er ist seit vielen Jahren Hausmeister des Gymnasiums. "Wir müssen gerade viel organisieren, das ist schon stressig, aber machbar. Ich hoffe, dass dann erstmal nicht mehr so viel zu reparieren ist, weil im Schuldorf alles neu sein wird", erzählt er mit einem Lachen in der Stimme.

Ein Mann in einem dunklen T-Shirt steht in einem langen Gang mit Türen und Kleiderhaken

Hausmeister Sascha Sommer freut sich auf das neue Schuldorf.

Der logistische Aufwand ist hoch, schließlich muss vieles aus Düsseldorf-Benrath rüber transportiert werden. Dorthin konnten die beiden betroffenen Schulen nach dem Großbrand in eine leerstehende Schule ausweichen. "Die Naturwissenschafts-Räume richten wir sogar komplett neu ein", erklärt Erkraths Schuldezernent Michael Pfleging bei einem Vor-Ort-Besuch. Dort montieren Arbeiter im Moment unter anderem Schränke für Chemikalien.

Größere Klassenräume für modernen Unterricht

Die Klassenräume in den Containern sind rund 20 Prozent größer als die früheren Klassenräume im abgebrannten Schulzentrum aus den 70er Jahren. Die Anforderungen der Technik, aber auch des Unterrichts hätten sich geändert, sagt Pfleging, so bleibe jetzt zum Beispiel auch Platz für Inklusionsassistenzen.

Ein Klassenraum mit Stuhlreihen, mehreren Schränken und Steckdosen von der Decke

Die Container-Klassenräume sind größer als im alten Schulzentrum.

Mehr als 20 Millionen Euro kostet das neue Schuldorf, das im besten Fall in drei Jahren schon wieder abgebaut werden wird - dann sollen die Neubauten der Schulen nebenan fertig sein. Eine teure Übergangslösung, die Pfleging ebenfalls mit den gestiegenen Anforderungen erklärt: "Wir mussten das Gelände herrichten, es gibt höhere Anforderungen an den Brandschutz. Und wir wollen ja auch einen modernen Unterricht gewährleisten, dafür braucht es auch eine entsprechende Innenausstattung."

Gemeinsame Mensa für beide Schulen

In der Mitte des Schuldorfs entsteht derzeit die Mensa, die künftig Schüler beider Schulen gemeinsam nutzen werden. Auch dort läuft noch der Innenausbau. Der gepflasterte künftige Schulhof wirkt noch ziemlich karg, wie für einen Hofgang in einem Gefängnis.

Ein Arbeiter steht auf einer Leiter und hantiert mit einer Bohrmaschine auf einem Schrank

Die Chemieräume werden gerade von Arbeitern eingerichtet.

"Da werden wir natürlich noch für Pflanzen und mehr Grün sorgen, etwa mit Pflanzkübeln", kommentiert Schuldezernent Pfleging schmunzelnd den Vergleich. Er ist mit dem Fortschritt der Arbeiten "sehr zufrieden", schließlich sei das Schuldorf innerhalb weniger Monate entstanden. Ob alles rechtzeitig zum Schulstart fertig wird? "Just in time", schätzt Pfleging.

Dass das neue Schuldorf von den Schülern und Lehrern gut angenommen wird, daran hat Pfleging wenig Zweifel: "Wenn man zwischendurch mit einigen gesprochen hat, da ist einfach die Freude darauf, wieder zurück nach Hause, nach Hochdahl zu kommen."

Bauarbeiten für Neubauten sollen nächsten Sommer starten

Rund 50 Meter unterhalb des Eingangs zum neuen Schuldorf wird dagegen die Vergangenheit abgerissen. Aus den Brandruinen des alten Schulzentrums ragen unzählige Stahlstreben, mehrere Bagger tragen die Gebäude Stück für Stück ab. Bis Ende des Jahres soll der Abriss abgeschlossen sein, um Platz zu schaffen für die Neubauten beider Schulen.

Ein Bagger vor einem Haufen Schutt, im Hintergrund noch die Ruine eines Gebäudes

Die Brandruinen des alten Schulzentrums werden derzeit abgerissen.

Die Ausschreibung dafür läuft bereits. Im kommenden Sommer sollen die ersten Arbeiten dafür starten, erklärt Schuldezernent Pfleging. Wenn alles optimal läuft, sollen die Schülerinnen und Schüler im Sommer 2029 dort einziehen. Für sie gilt aber erstmal: Einziehen und sich an das wohl größte Container-Schuldorf in NRW gewöhnen.

Hier entsteht das größte Container-Schuldorf NRWs

WDR 21.07.2026 00:53 Min. Verfügbar bis 20.07.2028

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Unsere Quellen:

  • Eindrücke des Reporters vor Ort
  • Schulhausmeister Sascha Sommer
  • Michael Pfleging, Schuldezernent Stadt Erkrath

Sendung: WDR.de, Hier entsteht das größte Container-Schuldorf NRWs, 22.07.2026, 5:02 Uhr
Sendung: WDR 2, WDR 2 für Rheinland, Ruhrgebiet und Niederrhein, 22.07.2026, 7:32 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Düsseldorf, 22.07.2026, 19:30 Uhr

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