Symbolbild: Im Garten der Kita Hetterscheidt können bald keine Kinder mehr spielen.
Bildquelle: WDR / Mareen Fischinger / picture alliance / Westend61Die letzte Woche war für Ralph Baumgarten sehr trubelig. Er ist der Vorstand des Caritasverbands für den Kreis Mettmann. Seit bekannt ist, dass die Kita Hetterscheidt in Heiligenhaus plötzlich schließen soll, klingelt sein Telefon nonstop. Denn die Caritas ist der Träger der Kita.
Was ist passiert?
Vor ungefähr einer Woche wurden die Eltern der Kita Hetterscheidt darüber informiert, dass zum Juli 2028 die mittelfristige Aufgabe der Kita in Heiligenhaus vorbereitet werde. Diese Information hat offenbar viele Eltern geschockt, denn nur wenige Tage vorher startete die Eingewöhnung neuer Kinder.
Eltern werfen der Kita vor, sie zu spät über diese Entscheidung informiert zu haben. So etwa auch ein Vater von zwei Kindern in der Kita, der sich mit einem offenen Brief an sämtliche Medien und öffentliche Institutionen in der Region gewendet hat. "Was sich derzeit rund um die Kita Hetterscheidt abspielt, überschreitet jede Grenze des Zumutbaren für die betroffenen Kinder, Eltern und Mitarbeitenden", heißt es in dem Brief.
Offener Brief eines Vaters
"Als die Eltern mit ihren Kinder zur Kita kamen, um sich anzumelden, wusste niemand, dass die Entscheidung so ausfallen wird", sagt Baumgarten vom Caritasverbund. Er meint damit, die Entscheidung die Kita zu schließen.
In dem offenen Brief des Vaters wird dagegen sowohl der Stadt Heiligenhaus, als auch der Caritas vorgeworfen, dass die Pläne in Bezug auf die Kita bereits vor Ende Juli festgestanden hätten: "Aus den internen Vorgängen geht unmissverständlich hervor, dass bereits seit 2024 konkrete Verhandlungen zwischen Caritas und Stadt über den Erhalt des Standortes, eine Grundsanierung oder eine Erweiterung auf vier Gruppen geführt wurden, mit der expliziten Verabredung, diese wirtschaftlichen Optionen „nichtöffentlich“ zu verhandeln." Der Vater wünscht sich daher mehr Transparenz von allen Beteiligten.
Warum die Kita geschlossen werden soll
Laut der Caritas habe man verschiedene Optionen abgewogen, wie etwa eine Erweiterung der bestehenden Einrichtung oder die Option eines Neubaus, aber die Kita sei nicht mehr wirtschaftlich und auch der anhaltende Geburtenrückgang spreche nicht dafür die Kita weiter zu erhalten. Die künftige Schließung sei daher eine konsequente Lösung.
"Wir wollen angemessen mit Steuergeldern umgehen." Ralph Baumgarten, Vorstand Caritas Mettmann
Wie geht es weiter?
Laut der Caritas solle jetzt ein Konzept ausgearbeitet werden, nach dem Kinder unter anderem 2028 in der Kita St. Josef der Caritas in Heiligenhaus einen Platz bekommen könnten. Vorher solle es bereits Kontaktbesuche und Eingewöhnungsphasen geben. "Es wird kein Kind keinen Platz haben", sichert Baumgarten im Gespräch mit dem WDR zu.
Unsere Quellen
- Interview mit Ralph Baumgarten
- Offener Brief des Vaters
- Pressemitteilung des Caritasverbands für den Kreis Mettmann
Sendung: WDR.de "Unerwartetes Aus für Kita Hetterscheidt", 20.09.2026, 14:59 Uhr
