Jetzt greift Remscheid durch

Bildquelle: WDR/Vanessa Trovo

WDR 2 Min. 36 Sek. Verfügbar bis 09.09.2028

Drogen, Müll und Schlägereien Jetzt greift Remscheid durch

Stand:

Seit Monaten ärgern sich Anwohner und Händler über die Drogenszene an der oberen Alleestraße in Remscheid. Am Mittwoch präsentierte die Stadt einen Fünf-Punkte-Plan, um die Lage an der "Zange“ zu verbessern.

Der Platz wurde erst 2022 mit Bänken neu gestaltet. Inzwischen halten sich dort beinahe permanent "Personen mit offensichtlichen Suchterkrankungen" auf, heißt es in einem Bericht der Remscheider Stadtverwaltung.

Bürger sorgen sich um möglichen Drogenhandel, Lärm, Vermüllung und Gewalt. Seit Ende April hatten Anwohner und ansässige Geschäftsleute die Situation an der "Zange" beobachtet und tagtäglich ihre Beobachtungen dokumentiert.

Obere Alleestraße wird zur Alkohol-Verbotszone

Oberbürgermeister Sven Wolf (SPD) hat am Mittwoch (10. September) einen 5-Punkte-Plan "für ein gutes Miteinander an der oberen Alleestraße" vorgestellt.

Zange mit Diskussionsrunde

OB Wolf stellt den 5-Punkte-Plan der Stadt vor. Die Zangen-Skulptur im Hintergrund.

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Demnach gilt dort bereits ab dem 10. September ein Alkoholverbot. Zusätzlich kündigte Wolf verstärkte Kontrollen des Kommunalen Ordnungsdienstes an. Nicht nur bei Beschwerden, sondern auch ohne konkreten Anlass.

Es gehe aber nicht darum, Menschen zu stigmatisieren, betonte der Oberbürgermeister. Hilfsangebote sollen ausgeweitet werden.

Der 5-Punkte-Plan der Stadt Remscheid im Einzelnen

  1. Der Konsum von Alkohol ist rund um die obere Alleestraße verboten. Ausgenommen sind Gaststätten mit ihren Außenbereichen, sowie öffentliche Veranstaltungen und Feste.
  2. Zwei der Sitzbänke werden zeitnah abgebaut, um sie an anderer Stelle zu nutzen.
  3. Der kommunale Ordnungsdienst läuft an der "Zange" drei bis viermal täglich Streife. Regelverstöße werden konsequent geahndet.
  4. Sozialarbeit und Suchthilfe werden intensiviert.
  5. Stadtweite Info-Kampagne "Rücksicht nehmen - Rücksicht zeigen".

Remscheid reagiert damit auf jahrelange Beschwerden von Geschäftsleuten, Anwohnern und Passanten.

“Klare Kante”, aber auch soziales Angebot

Remscheids Sozialdezernent Thomas Neuhaus hat sich nach eigenen Angaben in der Mittagspause zu den Menschen an der Zange gesetzt, um mehr über ihre Lebenssituation zu erfahren. Sein Büro liegt quasi gegenüber. Die meisten Menschen, die hier sitzen, leben vom Sozialamt oder vom Jobcenter, erzählt er.

Für ihn gehe es nicht darum, diese Menschen nur zu verdrängen, sondern ihnen zu helfen. Deshalb sei für ihn wichtig, dass Sozialarbeit "aufsuchender" sein müsse.

Thomas Neuhaus
Wenn sich die Menschen dort wegen des Alkohol-Verbots nicht mehr aufhalten, werden wir sicherstellen, dass diese Menschen an anderen Stellen der Stadt Hilfe bekommen. Thomas Neuhaus, Sozialdezernent Remscheid

"Noch nie einen Streetworker gesehen."

Es spricht vieles dafür, dass die Sozialarbeit "aufsuchender" werden müsse, wie es der Sozialdezernent ausdrückt. An den Bänken unter der Zange treffen wir Gia und Hartmut. Gia erzählt ganz offen von ihrem Alkohol-Problem und dass sie auf der Straße lebe. Einen Streetworker habe sie hier aber noch nie gesehen.

Zwei Menschen, die täglich unter der Zange sitzen

Hartmut und Gia treffen sich regelmäßig unter der Zange

Bildquelle: WDR/Vanessa Trovo

Hartmut findet das Alkohol-Verbot einfach nur ungerecht. “Man kann sich doch zusammensetzen, um eine Dose Bier zu trinken und sich zu unterhalten”, sagt er.

Das Alkohol-Verbot an der oberen Alleestraße tritt Donnerstag in Kraft und gilt zunächst bis zum 31.12.2027. Danach will die Stadt die Auswirkungen prüfen.

Jetzt greift Remscheid durch

WDR 09.09.2026 33 Sek. Verfügbar bis 08.09.2028

Unsere Quellen:

Sendung: WDR 2 WDR 2 für das Bergische Land, 09.09.2026, 16:30 Uhr

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Bergisches Land, 09.09.2026, 19:30 Uhr

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