Es ist früher Samstagmorgen, der 16. August 2025, gegen 4.30 Uhr. Fünf junge Menschen sind mit einem Toyota auf der Dürschtalstraße zwischen Kürten-Dürscheid und Overath unterwegs. In einer langgezogenen Linkskurve kommt das Auto von der Fahrbahn ab und prallt gegen einen Baum.
Vier Insassen sterben noch an der Unfallstelle: zwei 19-Jährige sowie zwei Mädchen im Alter von 14 und 16 Jahren. Sie kommen aus Bergisch Gladbach, Overath und Köln.
Fahrer überholte Motorrad vor Aufprall
Der damals 16-jährige Fahrer wird schwer verletzt. Er hatte keinen Führerschein. Nach Angaben der Polizei war dem Unfall ein Überholmanöver vorausgegangen. Der Jugendliche hatte kurz vor dem Unfall einen Motorradfahrer überholt. Ob er deshalb die Kontrolle über den Wagen verlor und gegen einen Baum prallte, konnte zunächst nicht eindeutig geklärt werden.
Staatsanwaltschaft wirft Fahrer fahrlässige Tötung vor
Heute beginnt am Amtsgericht Bergisch Gladbach der Prozess gegen den inzwischen 17-Jährigen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm unter anderem fahrlässige Tötung vor. Auch das Fahren ohne Fahrerlaubnis und eine Gefährdung des Straßenverkehrs gehören zu den Vorwürfen.
Weil der Angeklagte zum Unfallzeitpunkt erst 16 Jahre alt war, gilt das Jugendstrafrecht. Der Prozess findet deshalb unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Das Gericht muss nun klären, wie es zu dem Unfall kam und welche Verantwortung der damals 16-Jährige für den Tod der vier Mitfahrer trägt.
Unfallort: Blumen und Kerzen erinnern an Opfer
Der Unfall hat die Region tief erschüttert. Auch ein Jahr später kommen Menschen an die Unfallstelle. Dort stehen seit dem Unfall Blumen, Kerzen und Kreuze. Für die Angehörigen geht es nun auch darum, mit dem Prozess Antworten auf die Ereignisse jener Nacht zu bekommen.
Nach Unfall - eine Leitplanke fehlt bis heute
Parallel zum Prozess bleibt die Sicherheit der Unfallstrecke im Dürschtal ein Thema. An der Außenseite der Kurve fehlt bis heute eine Schutzplanke. Sie war bei einer Sanierung der Dürschtalstraße im Jahr 2021 entfernt worden. Weil Telekommunikationsleitungen im Boden verlaufen, konnte sie anschließend an Teilen der Strecke nicht wieder aufgebaut werden.
Auf dem betroffenen Abschnitt der Landstraße gilt Tempo 50. Auch über ein strengeres Tempolimit auf der Strecke wurde immer wieder diskutiert.
Unsere Quellen:
- Kreispolizei Rheinisch-Bergischer Kreis
- Nachrichtenagentur dpa
- Amtsgericht Bergisch Gladbach
Sendung: WDR.de, Prozess in Bergisch Gladbach nach Unfall mit vier Toten, 03.09.2026, 05:03 Uhr
