Nicht immer schön, aber meist harmlos: Spinnen in der Wohnung
Bildquelle: imago/Dirk von MallinckrodtWDR. 1 Min. 51 Sek.. Verfügbar bis 19.08.2028.
Dass viele Menschen im Moment mehr Spinnen sehen als sonst, hat verschiedene Gründe. Dr. Linda Bunzenthal ist Biologin und leitet die Solinger Fauna. Sie weiß, was Spinnen antreibt. "Es ist weniger das Wetter", sagt sie.
Es sei ein Irrglaube, dass Spinnen nur wegen des Wetters unsere Wohn- und Schlafzimmer überfluten. Spinnen kommen vor allem ins Haus, weil sie hier Futter finden.
Spinnen-Männchen wollen sich zeigen
Dass sie zu dieser Jahreszeit besonders sichtbar sind, hat jedoch einen anderen Grund: Es ist Paarungszeit. Das heißt vor allem für die Spinnenmännchen: Zeit, sich vorzustellen. Deshalb kommen sie jetzt gerne aus ihren Verstecken gekrabbelt. Aus Spinnensicht ist das eine gute Zeit, um sich zu präsentieren, denn jetzt sind sie besonders gut genährt und kräftig. Bis zum September werden es noch viel mehr werden, sagt Bunzenthal.
Dr. Linda Bunzenthal, Spinnenexpertin aus der Fauna Solingen
Bildquelle: WDRWer sich vor ungebetenen Besuchern schützen will, sollte Türen und Fenster möglichst geschlossen halten oder Fliegengitter installieren. Ansonsten gibt es praktisch keine sinnvolle Spinnenabwehr.
Spinnen können in der eigenen Wohnung auch nützlich sein
Nötig ist das ohnehin nicht, denn Spinnen ernähren sich von Insekten und helfen dabei, die Tierchen in der Wohnung zu reduzieren. Außerdem tun sie uns Menschen nichts. Etwa 1.000 Arten leben hierzulande, von großen Vertretern wie der Hauswinkelspinne bis hin zu winzig kleinen Spinnentieren. Gefährlich für den Menschen ist keine davon, höchstens bei speziellen Allergien kann es zu Reaktionen kommen.
Vogelspinne Rosi ist eigentlich ganz lieb - versprochen!
Bildquelle: WDRSpinnen haben bessere Überlebenschancen durch den Klimawandel
Bunzenthal selbst hat gar keine Berührungsängste - auch nicht, wenn sie die Vogelspinne Rosi streichelt, die in der Solinger Fauna lebt. Der Klimawandel verändert auch die Lebensbedingungen von Spinnen. Exotische und teilweise auch giftige Arten können hierzulande inzwischen deutlich besser überleben als früher.
"Aber da muss man sich keine Sorgen machen. Auch in den Ländern, in denen giftige Spinnen heimisch sind, passiert nur selten etwas." Dr. Linda Bunzenthal, Biologin und Chefin der Fauna Solingen
Kein Happy-End für Spinnen-Männchen
Weniger glimpflich geht es oft für die Männchen aus, die uns gerade begegnen. Die meisten überleben die Paarungszeit nicht lange und werden anschließend gefressen. "Ist ja schließlich auch gutes Essen für das Mädel, das schwanger ist", sagt Bunzenthal nüchtern.
Unsere Quellen:
- Linda Bunzenthal, Leiterin Fauna Solingen
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Bergisches Land, 19.08.2026, 19:30 Uhr
Erstveröffentlichung des Artikels am 19.08.2026
