Klimaschutz beginnt in der Tonne

Bildquelle: WDR/Christian Licht

WDR 2 Min. 25 Sek. Verfügbar bis 25.08.2028

Solingens Müll kommt ins Labor Klimaschutz beginnt in der Tonne

Stand:

Eine Woche lang untersuchen die Technischen Betriebe, was in den Restmülltonnen der Stadt landet – und was davon klimaschädliche Emissionen verursacht.

Von Christian Licht
Ein Müllwerker steht hinter einem Müllberg

Wie klimaschädlich ist der Solinger Restmüll - das soll die Abfalluntersuchung zeigen

Bildquelle: WDR/Christian Licht

Was in Solingens Restmülltonnen landet, interessiert in diesen Tagen nicht nur die Müllabfuhr. Die Technischen Betriebe Solingen nehmen den Abfall genauer unter die Lupe.

Ein Müllwerker leert einen Container in ein Müllfahrzeug aus

Stichprobe: Haushaltsmüll landet im Sammelbehälter

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Von Montag bis Freitag werden dafür ausgewählte Restmülltonnen im Stadtgebiet geleert und deren Inhalt untersucht. Die Auswahl erfolgt per Zufall. Die Tonne selbst bleibt dabei am Grundstück – ihr Inhalt wird lediglich in größere Sammelbehälter umgefüllt.

Vom Müllhaufen ins Labor

Bei der Untersuchung geht es zunächst um eine ganz einfache Frage: Was werfen die Solinger eigentlich in den Restmüll? Dazu wird der Abfall sortiert und seine Zusammensetzung ermittelt. Untersucht wird beispielsweise, welche unterschiedlichen Materialien darin enthalten sind. Zusätzlich nehmen die Technischen Betriebe Proben und lassen diese im Labor genauer analysieren. Letztlich geht es bei der Aktion um zwei Dinge: Um Klimaschutz und um Geld.

Klimaschädliche Emmissionen sind teuer

Denn wenn Restmüll im Müllheizkraftwerk verbrannt wird, entsteht CO₂. Je mehr CO₂, desto teurer für die Technischen Betriebe. Denn als Betreiber des Müllheizkraftwerks sind sie gesetzlich verpflichtet, für fossile CO₂-Emissionen Zertifikate zu erwerben. Die Untersuchung soll also ermitteln, wie viele klimaschädliche Gase tatsächlich durch das Verbrennen des Restmülls in die Umwelt gelangen. Das ist nicht nur für die korrekte Abrechnung wichtig, sondern auch eine rechtliche Vorgabe.

Müllproben bleiben anonym

Wer nun befürchtet, dass sein ganz persönlicher Restmüll genau angeschaut wird, kann beruhigt sein. Die Untersuchung ist anonym. Die zufällig ausgewählten Grundstücke dienen lediglich dazu, ein möglichst realistisches und repräsentatives Bild über die Zusammensetzung des Solinger Restmülls zu bekommen. Rückschlüsse auf einzelne Haushalte seien nicht möglich, versichern die Technischen Betriebe.

Müllwerker:Innen bearbeiten Müll

Besser mit Maske: Müllanalyse in Solingen

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Wird die Müllabfuhr nun teurer?

Noch liegen die Ergebnisse nicht vor - aber was, wenn die Untersuchung besonders hohe Mengen an Kunststoffen im Restmüll ergibt, die aus fossilen Rohstoffen hergestellt wurden? Dann müssten die Technischen Betriebe mehr Geld für Zertifikate ausgeben, das sie sich über höhere Müllgebühren von den Verbrauchern zurückholen könnten. Ob die Aktion tatsächlich am Ende zu Mehrkosten für die Bürger führen kann, ist nach Angaben der Technischen Betriebe aber noch unklar.

Klimaschutz beginnt in der Muelltonne

WDR 25.08.2026 50 Sek. Verfügbar bis 25.08.2028

Unsere Quellen:

  • Technische Betriebe Solingen
  • Eindrücke des Reporters vor Ort

Sendung: WDR.de, Klimaschutz beginnt in der Mülltonne, 25.08.2026, 11:20 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Bergisches Land, 25.08.2026, 19:30 Uhr

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