Ein Besuch in der Stadt oder auf der Nordbahntrasse und plötzlich muss man aufs Klo. Das kennen so sicher viele Wuppertaler. Doch die Suche nach einer öffentlich zugänglichen Toilette kann schwierig sein. Das will die Stadt Wuppertal ändern und bei der Sanierung der öffentlichen WCs jetzt Gas geben. Noch in diesem Jahr könnte dabei ein wichtiger Schritt geschafft werden.
"Meine Kolleginnen und Kollegen bereiten gerade die Ausschreibung vor, dass wir jetzt einen Dienstleister finden, der sich um alle Bestandsanlagen kümmert und die einmal in Schuss bringt. Und danach auch das Betreiben der Toiletten übernimmt – also Reinigung, Instandhaltung und Wartung." Jana Verhülsdonk, Projektmanagerin Stadt Wuppertal
Darum kümmert sich seit knapp zwei Jahren Jana Verhülsdonk. Sie ist Projektmanangerin bei der Stadt Wuppertal und hat sich den Ausbau der öffentlichen WCs zur Aufgabe gemacht.
WC-Karte zeigt öffentliche Standorte in Wuppertal
Angefangen hat sie dabei mit einem Überblick über alle öffentlich zugänglichen WCs in der Stadt. Etwa 70 gibt es davon, gut 50 befinden sich etwa in Schwimmbädern, der VHS oder in städtischen Gebäuden. Weitere Standorte könnten in den nächsten Jahren folgen. Zusammengefasst werden die Standorte in einer Onlinekarte.
Als nächstes hofft die Stadt Wuppertal auf Kooperationen mit Gastronomen. Dazu liefen bereits Verhandlungen, so die Projektmanagerin. Denn klar ist: An vielen Orten wie etwa der Nordbahntrasse bieten Gastronomiebetriebe bisher die einzige Möglichkeit auf die Toilette gehen zu können. Das merken etwa die Mitglieder von Utopiastadt an der Freizeittrasse.
"Wem auf der Trasse die Blase drückt, dem bleibt oft nicht mehr als ein Gebüsch." David Becher, Utopiastadt Wuppertal
Der Verein Utopiastadt betreibt dort eine Gaststätte und könnte sich auch vorstellen, die Toiletten dauerhaft zu öffnen. Das bringe dann aber auch neue Herausforderungen, sagt David Becher vom Verein: "Dann dreht sich aber der Kreis wieder und es müsste sich irgendjemand ehrenamtlich finden, der die pflegt, sauber macht und die Sachen vor Vandalismus schützt."
Nette Toilette könnte Lösung schaffen
Dazu könnte es eine Lösung zwischen Stadt und Betreibern geben. Die Wuppertaler Verwaltung ist bereits im Gespräch mit Gastronomen, die sich am Konzept "Nette Toilette" beteiligen wollen. Sie stellen ihre Toiletten dann zur Verfügung und bekommen dafür eine Entschädigung von der Stadt. Solche Lösungen gibt es in anderen Städten bereits.
Auch neue städtische Standorte sind im Gespräch und könnten in den nächsten Jahren geplant werden, sagt Projektmanagerin Verhülsdonk. Jetzt wolle man aber erst mal zusammen mit der Gastronomie ein größeres Angebot schaffen. Denn pro neuer öffentlicher Toilette zahle die Stadt über 250.000 Euro.
Stadt möchte Sanierung vorantreiben
Bildquelle: WDR / Julian NothenWDR. 03.08.2028. 03:25 Min.. Verfügbar bis 03.08.2030. WDR Online.
Unsere Quellen:
- WDR-Gespräch mit Projektmanagerin Jana Verhülsdonk
- WDR-Gespräch mit David Becher von Utopiastadt
- Bisherige WDR-Berichterstattung
Sendung: WDR.de, Stadt Wuppertal möchte Toilettenausbau voranbringen, 04.08.2026, 05:02 Uhr