Grundschulkinder streichen ihr Spielzeughaus neu

Grundschulkinder streichen ihr Spielzeughaus neu

"Sie hüpfen vor Freude" Wenn Kinder ihre eigene Grundschule gestalten

Stand:

Ein Projekt der Bergischen Uni Wuppertal denkt Schule neu: Was passiert, wenn Kinder ihre Grundschule selbst verändern dürfen?

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Benny Degen

"Schule ist nicht nur ein Ort, an dem gelernt wird, sondern Schule muss ein Ort sein, an dem die eigene Persönlichkeit entfaltet wird", sagt Viktoria Völtz. Sie ist als Studentin der Erziehungswissenschaften Teil eines Lehrprojekts der Bergischen Universität Wuppertal, das sich "Grundschule der Zukunft 2.0" nennt.

Projektleiter Prof. Dr. Julian Schlesier hat das Projekt schon an zwei anderen Standorten umgesetzt und es jetzt mit ihrer AG nach Wuppertal geholt. Der Kern: Hier dürfen Grundschulkinder selbst Hand an ihre Schule legen. So gerade geschehen an der Gemeinschaftsgrundschule Markomannenstraße in Wuppertal.

Ob ein Hochbeet, Hüpfspiele, ein Völkerballfeld oder schönere Toilettenanlagen - die Grundschule sollte nach den Bedürfnissen der Kinder verändert werden. "Da zeigt sich, wieviel Begeisterung entstehen kann, wenn Kinder ihre Schule nicht nur besuchen, sondern sie auch mitgestalten dürfen", sagt Projektkoordinatorin Dr. Sabrina Förster.

Kinder bringen ihre eigenen Ideen für die Grundschule ein

Drei Kinder und eine Frau färben eine Völkerballfeldmarkierung gelb

Auch das Völkerballfeld auf dem Schulhof erscheint in neuem Glanz

Dafür wurde vorab in Absprache mit der Schule geschaut, welche Projekte es gerade braucht, und was sich auch die Kinder am dringendsten für ihre Schule wünschen. Zehn Lehramtsstudierende im zweiten Semester entwickelten dann Ideen, wie sie diese Projekte gemeinsam mit Kindern aus der zweiten Klasse umsetzen.

Und an zwei Projekttagen ging es dann ans Werk. Die Kinder und Lehrkräfte hatten sich etwa gewünscht, dass ein verwaister Teil des Schulhofs wieder in ein Hochbeet verwandelt wird. Dieses konnten sie dann neu anlegen und mit neuen Pflanzen versehen. Oder die Markierungen für ein Völkerballfeld auf dem Schulhof anbringen.

Andere Kinder fragen: Darf ich auch mitmachen?

Grünes Logo von "Grundschule der Zukunft 2.0"

Das Logo des Projekts "Grundschule der Zukunft"

Eine andere Gruppe gestaltete das Spielzeughaus neu, wieder eine andere widmete sich einem Hygienekonzept für die Sanitäranlagen. Dabei durften die Kinder auch selbst über Materialien und Farben entscheiden. Projektkoordinatorin Förster erzählt: "Die Kinder haben schnell gemerkt: 'Meine Ideen sind hier tatsächlich gefragt'".

"Das war nicht nur eine Aufgabe, die nach den Projekttagen wieder verschwindet, sondern sie haben ihren eigenen Schulhof, ihre eigene Schule damit verändern können. Man hat gerade am Ende gesehen, wie stolz sie auf die Ergebnisse waren." Sabrina Förster, Projektkoordinatorin

Die Kinder selbst waren so stolz und begeistert, berichtet das Projektteam, dass sie zum Teil vor Freude hüpften. Und immer wieder seien Kinder aus anderen Klassen gekommen und hätten gefragt "Darf ich auch mitmachen?"

Lehramtsstudierende sollen früh mit Kindern arbeiten

Ein Hüpfspiel, das mit Farbe auf den Boden gemalt ist

Auch ein neues Hüpfspiel stand auf der Wunschliste der Kinder

Doch nicht nur für die Schülerinnen und Schüler sei das eine spannende Erfahrung gewesen, sondern auch für die angehenden Lehrkräfte, die sichtbar aufgeregt waren, erzählt Studentin Völtz: "Weil die Studierenden so nicht erst in Praktika oder im Referendariat den Umgang mit Kindern erlernen."

Und so bleibt von dem Projekt nicht nur ein aufgehübschter Schulhof, sondern auch die Erkenntnis, dass aktive Projekte sowohl für die Kinder eine wertvolle Erfahrung sind und deutlich häufiger in den Schulalltag integriert werden sollten, als auch für Lehramtsstudierende einen guten Einstieg in den pädagogischen Alltag darstellen, wie Völtz es formuliert.

Deshalb wird es dieses Projekt, das auf Ehrenamtliche und Spenden angewiesen ist, nun in jedem Semester an der Bergischen Uni geben. Damit noch mehr Kinder ihre Schule mitgestalten - und noch mehr angehende Lehrerinnen und Lehrer früh diese "Schule der Zukunft" kennen lernen. Denn, so Völtz: "Die Studierenden waren am Ende mindestens genauso stolz wie die Kinder." Vor Anfragen von Grundschulen kann sich die Uni laut Koordinatorin Förster jedenfalls "kaum retten".

Wenn Kinder ihre eigene Grundschule gestalten

WDR 02:14 Min. Verfügbar bis 28.07.2028 WDR Online

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Unsere Quellen:

  • Bergische Universität Wuppertal
  • Gespräche des WDR-Reporters mit Projektbeteiligten

Sendung: WDR.de, Wenn Kinder ihre eigene Grundschule gestalten, 29.07.2026, 05:02 Uhr

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