Am Mittag des 10. Juli haben NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer und der Chef der Bahn-Infrastruktur Philipp Nagl die Korridorsanierung zwischen Hagen, Wuppertal und Köln mit einem Knopfdruck offiziell beendet.
Der Zugverkehr soll seitdem wieder rollen, nach fünf Monaten Vollsperrung wegen der großen Sanierung. Er rollt aber nicht und sorgt für Pendler-Frust.
Bahnprobleme ohne Ende
Schon am Abend der "Wiedereröffnung" geht nichts. Kurz nach 21 Uhr soll der erste Zug im Wuppertaler Hauptbahnhof halten, tut er aber nicht. Auch in den Tagen danach: Massive Verspätungen, Ausfälle. Ein Schaden an der gerade erst reparierten Oberleitung und Schienen, die sich erst setzen müssen.
Offene Wunde Opladen
Dann die Brücke in Opladen: Sie ist nur einspurig befahrbar, wegen eines Schadens. "Die Brücke wurde das letzte Mal Ende letzten Jahres einer Regelbegutachtung unterzogen, da war dieser Schaden noch nicht vorhanden", sagt eine Bahnsprecherin. Verzögerungen hier bis in den Herbst. Und die Probleme gingen weiter:
Bahn-Probleme im Juli
- 19.7.: Einschränkungen zwischen Wuppertal-Oberbarmen nach Schwelm. Der Grund dafür ist die Reparatur an einem Signal.
- 20.7.: Probleme in Hagen. Der Grund: Die Reparatur an einer Weiche.
- 22.7.: Störung zwischen Wuppertal-Vohwinkel und Hauptbahnhof. Der Grund dafür ist die Reparatur an einer Weiche. Es kommt zu Verspätungen.
- 23.7.: Probleme zwischen Wuppertal Hauptbahnhof und Vohwinkel. Der Grund dafür sind Bauarbeiten.
- 23.7.: Die Strecke ist zwischen Ennepetal und Wuppertal-Oberbarmen beeinträchtigt. Der Grund dafür ist die Reparatur an einem Signal.
- 24.7.: Die Strecke ist von Hagen Hauptbahnhof nach Schwelm beeinträchtigt. Der Grund dafür ist die Reparatur an einem Signal.
- 24.7.: Die Strecke ist zwischen Wuppertal-Vohwinkel und Velbert Neviges beeinträchtigt. Grund dafür ist die Reparatur an einem Bahnübergang.
- 25.7.: Die Strecke ist zwischen Wuppertal-Oberbarmen und Wuppertal Hauptbahnhof beeinträchtigt. Der Grund dafür ist die Reparatur an einem Signal.
- 27.7.: Die Strecke ist von Wuppertal-Oberbarmen nach Schwelm beeinträchtigt. Der Grund dafür ist die Reparatur an einem Signal.
- 27.7: Die Strecke ist zwischen Solingen Mitte und Solingen Hauptbahnhof nicht befahrbar. Der Grund dafür ist ein defektes Stellwerk.
Philipp Nagl, Infrastruktur-Chef der Bahn, hatte am Ende der Generalsanierung gesagt: "Wir gehen davon aus, dass es immer zu kleineren Verspätungen noch kommen kann. Eben durch Schäden, die im Vollbetrieb unter Volllast auftreten, wenn die Züge wieder mit dem normalen Betriebsprogramm fahren."
Pendler gefrustet
Den Pendlern bleibt im Moment offensichtlich nur das Prinzip Hoffnung. Zitate aus WDR-Gesprächen. Eine Pendlerin findet deutliche Worte: "Es ist zum Kotzen. Entschuldigung, wenn ich das so klar sage."
Eine andere sagt: "Ich bin unfassbar genervt, ich kann das nicht mehr." Ein Fahrgast bilanziert: "Die Situation ist vor der Sanierung schon schlimm gewesen und sie ist jetzt nicht besser geworden."
Generalsanierung in Frage stellen
Eine ziemlich ernüchternde Bilanz. Das sieht auch NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer im WDR-Gespräch in Richtung Bahn so. "Das macht einen schon wütend. Da sind Sachen suggeriert worden, die am Ende nicht gemacht wurden."
Krischer meint damit unter anderem: Die Stellwerke. Die sind zum Teil marode und waren nicht Teil der Sanierung. Obwohl Krischer genau davon ausging. Sein Fazit: "Das stellt das Konzept der Generalsanierung in Frage. Zumindest muss man drüber reden: Kann man so weiter machen?"
Unsere Quellen:
- Bisherige WDR-Berichterstattung
- Interview mit Minister Oliver Krischer
Sendung: WDR.de, Bahn-Chaos in Wuppertal und kein Ende: "Ich bin unfassbar genervt!", 05.08.2026, 05:01 Uhr